Fußball
Kickers Emden führt bis zur 93. Minute und verliert 1:2
Die Emder kassierten in Bersenbrück die erste Saisonniederlage. Dabei schienen sie in der 84. Minute schon auf dem Weg zur 2:0-Führung, als ein Pfiff ertönte.
Bersenbrück - Bis zur 93. Minute sah alles nach dem siebten Sieg des Fußball-Oberligisten BSV Kickers Emden im achten Saisonspiel aus. Die Emder führten beim TuS Bersenbrück mit 1:0 und hatten schon lange keine echte Torchance des Gegners mehr zugelassen. Doch es folgten die zwei brillanten Auftritte des TuS-Jokers Nico Meyer. In der 93. Minute traf er per Flachschuss zum 1:1. Drei Minuten später ließ der in der 75. Minute eingewechselte Stürmer frei vor Torhüter Jannik Wetzel sogar noch das 2:1 folgen.
Nachdem Kickers vor einem Jahr einen 0:3-Rückstand in einen 4:3-Sieg verwandelt hatte, drehte diesmal der TuS die Partie in ähnlich dramatischer Weise. „Das war wirklich ärgerlich. Ich weiß nicht, warum der Schiedsrichter hat 100 Minuten spielen lassen“, sagte Kickers-Trainer Stefan Emmerling.
Emmerling ärgert sich
Er grämte sich auch über eine umstrittene Entscheidung von Patrick Feyer (Schwanewede) in der 84. Minute, die dem BSV die Chance zum 0:2 raubte. Da war der Bersenbrücker Enes Muric im Zweikampf mit Nikky Goguadze zu Boden gegangen und hatte in höchster Not den Ball mit der Hand gespielt. Goguadze hätte trotzdem in einer Überzahlsituation den völlig frei stehenden Tido Steffens anspielen können, als der Pfiff des Spielleiters ertönte. Er entschied auf Freistoß für Kickers und zeigte dem TuS-Verteidiger die Gelbe Karte. Doch statt vermutlich freier Bahn zum TuS-Tor blieb dem Gast nur ein Freistoß mit Mauer, der nichts einbrachte. „War das kein Vorteil?“, rief Kickers-Trainer Stefan Emmerling verständnislos. „Das hätte er erkennen müssen. Wir hatten eine 3:1-Überzahl“, betonte der BSV-Trainer nach dem Spiel.
Die Szene schien zunächst keine Folgen für den Spitzenreiter zu haben, ehe die turbulente Nachspielzeit folgte, als der TuS nur noch lange Bälle spielte und damit zweimal erfolgreich war.
Starker Kickers-Torwart
Damit wurde der TuS für den Anfangselan spät belohnt, denn bis zur Pause stürmten nur die Gastgeber. „Sie haben sehr robust gespielt und der Schiedsrichter alles laufen lassen“, analysierte Emmerling.
Im Kickers-Tor zeigte sich aber immer wieder Jannik Wetzel auf dem Posten. Seine beste Parade demonstrierte er in der 30. Minute, als er einen Kopfball von Mark Flottemesch aus fünf Metern spektakulär um den Pfosten lenkte. Der BSV hatte ihm alleine zu verdanken, dass es zur Pause noch 0:0 hieß. Chancen für den Gast gab bis zur Pause nicht.
Kickers-Tor durch van der Werff
Nach dem Wechsel unterband der BSV dann das Angriffsspiel des Gegners effizient. Mit einem Lehrbuch-Konter ging Kickers sogar in Führung. Matthias Goesmann erkämpfte sich den Ball und spielte einen herrlichen Pass auf Nikky Goguadze. Der zentimetergenau auf Darlin van der Werff, der zum 0:1 einschob (58.).
Der Gegner erspielte sich in der folgenden halben Stunde keine einzige Torchance. Allerdings beschränkte sich der BSV darauf, dass 0:1 zu verwalten. Dazu passten auch die drei Auswechslungen in der Schlussphase.
Die 90 Minuten waren längst abgelaufen. Der Blick der Emder Partie ging permanent zur Uhr, als die Partie noch kippte. Damit verspielte der BSV nach dem 1:1 gegen Spelle zum zweiten Mal in dieser Saison einen Sieg in der Nachspielzeit, bleibt aber Spitzenreiter.
Spieldaten
Emden: Wetzel, Jabbie, Faqiryar, Dassel, Eilerts, Goosmann, Visser (79. Wulff), Sillah, Steffens (92. Da. Goguadze), van der Werff (88. Bloem), N. Goguadze (90. G. Goguadze).
Tore: 0:1 van der Werff (58.), 1:1, Meyer (93.), 2:1 Meyer (96.).