Fußball

Hinweisgeber machte Heeslingen gegen Kickers mobil

| | 10.09.2021 17:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kickers-Trainer Stefan Emmerling ist über das Verhalten des SC Heeslingen und dessen Teammanager gar nicht erfreut. Foto: Doden
Kickers-Trainer Stefan Emmerling ist über das Verhalten des SC Heeslingen und dessen Teammanager gar nicht erfreut. Foto: Doden
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Heeslingen bekam einen Tipp, gegen die Wertung der Emden-Partie zu protestieren. Der Einspruch wurde abgelehnt, der SC gibt nicht auf. BSV-Trainer Emmerling nennt SC-Funktionär „unangenehme Person“.

Emden - Trainer Stefan Emmerling vom Oberliga-Spitzenreiter BSV Kickers Emden möchte sich eigentlich ganz auf die Partie am Sonntag (15 Uhr) beim MTV Eintracht Celle konzentrieren. Aber noch immer sorgt der SC Heeslingen aus der Ferne für Unruhe in Emden. Auch nachdem das Verbandssportgericht den Einspruch der Heeslinger und auch des Rotenburger SV (beide Spiele gewann Kickers 2:1) gegen die Wertung der Partien abgewiesen hat, zeigt sich der SCH kämpferisch.

Der Protest richtete sich gegen den Einsatz von Kickers-Spieler Nikky Goguadze in diesen Spielen. Er hatte kurz vor dem Saisonstart im Ostfrieslandpokal-Halbfinale gegen Esens die Rote Karte gesehen, war dann aber nicht für die Oberliga gesperrt worden.

Schult kritisiert Kickers

„Wir werden uns die Begründung des Urteils genau angucken und dann entscheiden, ob wir in die Berufung gehen. Kickers Emden hat auf jeden Fall grob fahrlässig agiert“, sagt Teammanager Carsten Schult. „Es ist eher unwahrscheinlich, dass bis Mittwoch eine Entscheidung gefallen ist.“ An besagtem Mittwoch tritt Heeslingen im Viertelfinale des Verbandspokals in Emden an. Für Brisanz wird also gesorgt sein. Schult hat nach eigenem Bekunden schon Informationen hochrangiger Sportrichter eingeholt.

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„Wir machen nur, was jeder Verein machen würde“, sagt Schult. Sein Verein habe die Sache selber nicht ins Rollen gebracht. „Wir haben einen Hinweis erhalten.“ Ob der Tipp aus der ostfriesischen oder der Bremer Region stammte, verrät Schult nicht. „Wir wollen nach dem Hinweis die Sache einfach klären lassen.“

Rotenburg zurückhaltender

Zurückhaltender zeigt sich Torsten Krieg-Hasch vom Rotenburger SV. „Eine Entscheidung über eine Berufung ist noch nicht gefallen“, sagte der Sportliche Leiter am Freitag. Sein Verein sei aber nicht daran gelegen, bei Emden für Unruhe zu sorgen. „Deshalb werden wir die Sache auch schnell entscheiden.“

Carsten Schult macht hingegen deutlich, dass er das Urteil des Verbandssportgerichts nicht nachvollziehen kann. „Der Emder Spieler hat eine Tätlichkeit begangen. Das zieht automatisch eine Sperre von mindestens drei Spielen nach sich. Das muss auch der Verein wissen.“ Dass der Fußballkreis Ostfriesland eine zwischenzeitliche Sperre nach drei Tagen wieder aus der DFB-Plattform „DFB.net“ herausgenommen hat, ist für ihn unverständlich. „Drei Tage ist lächerlich. Das stinkt zum Himmel.“ Und die Emder Darstellung, dass die Esenser nach der Partie zugegeben hätten, dass es gar keine Tätlichkeit gegeben habe, zieht er in Zweifel. „Das ist eine Emder Ente.“

Emmerling: „Unangenehme Person“

Kickers-Trainer Stefan Emmerling ist mittlerweile auf den SC Heeslingen gar nicht gut zu sprechen. „Ich habe mehrere Rückmeldungen aus der Liga zu Herrn Schult bekommen“, sagt der BSV-Trainer und zieht daraus sein eigenes Urteil über den Teammanager. „Er ist wohl eine unangenehme Person.“

Auf jeden Fall ist Schult nicht nur vom Fehler des Fußballkreises Ostfriesland überzeugt, weil dieses gar nicht für Sperren eines Oberligisten zuständig sei. Er zweifelt auch den Gutglaubensschutz der Emder an, die einen Spieler einsetzten, der nicht gesperrt gewesen sei. Kickers hätte aber offenbar eine Sperre von Goguadze für Oberligaspiele befürchtet. Das schließt er aus einer Emder Mail mit einer Stellungnahme an den Schiedsrichter, bei dem Kickers den Oberliga-Staffelleiter Burkhard Walden in Kopie gesetzt hätte. Kickers betont hingegen, dass gerade diese Nachricht doch zeige, dass der Verein auch gegenüber dem Staffelleiter nichts verschwiegen habe. Dass spätestens nach dieser Mail der Oberliga-Staffelleiter keine Sperre ausgesprochen hat, empfindet Carsten Schult nicht als Beweis für die Emder Unschuld. „Es ist nicht unser Thema, wenn der Staffelleiter darauf nicht reagiert.“

Konzentration aufs Celle-Spiel

Außerdem solle Kickers Emden mal gelassener reagieren. „Die haben doch einen guten Start, auch wenn sie nur zehn statt 13 Zähler hätten. Bei uns herrschte jedenfalls keine Unruhe.“

Stefan Emmerling betont, dass die Emder Konzentration aufs Celle-Spiel ebenfalls nicht unter Nebenschauplätzen leide. „Wir sind gut drauf und haben uns auch zuletzt nicht von dieser Geschichte ablenken lassen.“

Der Kickers-Coach freut sich auf einen spielstarken Gegner, der bislang alle vier Oberliga-Partien zu Spektakeln machte. 3:3, 3:2 4:3 und 5:1 lauteten die Resultate. Ein 0:0 am Sonntag ist also eher unwahrscheinlich.

Unser Tipp

MTV Eintracht Celle – BSV Kickers Emden 2:3. Das Duell zweier offensivstarker Mannschaften verspricht beste Fußballunterhaltung. Der überzeugende Emder 3:1-Sieg über Titelanwärter BW Lohne sollte den Ostfriesen weiteren Auftrieb geben. Wenn die Emder nach zuletzt sechs Heimspielen in Folge die Umstellung auf den Auftritt in fremder Umgebung gut hinbekommen, könnte ein weiterer BSV-Erfolg herausspringen.