Fußball

Nach Traumstart: Kickers Emden muss um Punkte bangen

| | 19.08.2021 18:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nikky Goguadze (links) erhielt im Ostfriesland-Cup-Halbfinale eine Rote Karte. Das Sportgericht entscheidet jetzt über den Fall. Hier ein Foto aus dem Spiel gegen den Holter SV. Archivfoto: Doden
Nikky Goguadze (links) erhielt im Ostfriesland-Cup-Halbfinale eine Rote Karte. Das Sportgericht entscheidet jetzt über den Fall. Hier ein Foto aus dem Spiel gegen den Holter SV. Archivfoto: Doden
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Kickers Emden kam in der Fußball-Oberliga mit zwei Siegen glänzend aus den Startlöchern. Sowohl Heeslingen als auch Rotenburg haben jetzt Einspruch gegen die Wertung eingelegt.

Emden - Beim Fußball-Oberligisten Kickers Emden läuft es sportlich rund. Nach dem Sieg am vergangenen Freitag im Elfmeterschießen im Ostfriesland-Cup gegen die Sportfreunde Larrelt ließ der BSV zwei 2:1-Siege in Heeslingen (Sonntag) und im ersten Heimspiel gegen den Rotenburger SV (Mittwoch) folgen und grüßt nach dem optimalen Auftakt von der Tabellenspitze.

Kickers-Trainer Stefan Emmerling geht fest davon aus, dass Nikky Goguadze in den ersten Partien spielberechtigt war. Foto: Doden
Kickers-Trainer Stefan Emmerling geht fest davon aus, dass Nikky Goguadze in den ersten Partien spielberechtigt war. Foto: Doden
Nach dem Heeslinger SC wird auch der Rotenburger SV Einspruch gegen die Spielwertung einlegen. Nach Auffassung der Gegner sei Nikky Goguadze aufgrund einer Roten Karte im Ostfriesland-Cup möglicherweise nicht spielberechtigt gewesen. So ist der aktuelle Stand der Dinge.

Was ist passiert?

Kickers-Angreifer Nikky Goguadze hat im Halbfinale des Ostfriesland-Cups am 3. August gegen den TuS Esens wegen einer Tätlichkeit an Frank Til die Rote Karte gesehen. Nach dem Spiel erklärte Frank Til gegenüber seinem Trainer Ralf Backhaus, dass es nur ein leichtes Gerangel gewesen sei. Diese Aussage hat Backhaus den Ostfriesland-Cup-Organisatoren auch schriftlich mitgeteilt. Da es sich aus Sicht des Veranstalters und auch des stellvertretenden Bezirksstaffelleiters Frank Schulte um ein reines Vereinsturnier handelt, sei es rechtens gewesen, die Sperre des Spielers aufzuheben und die Rote Karte nicht an den Oberliga-Staffelleiter Burkard Walden weiterzuleiten. Nikky Goguazde war nach Beschluss der Turnierleitung auch schon wieder im Finale des Ostfriesland-Cups spielberechtigt. Die Aufhebung im System ist durch den Kreis Ostfriesland erfolgt. Im Verbandssystem ist das Turnier allerdings als Kreisturnier angelegt, „da eine andere Möglichkeit derzeit gar nicht besteht“, so Frank Schulte.

Wie sieht’s der Oberliga-Staffelleiter?

Oberliga-Staffelleiter Burhard Walden ist über den Fall sehr verwundert. Seiner Auffassung nach sei es nicht möglich, ein reines Vereinsturnier auszurichten. Daher hätte der Fall an ihn weitergeleitet werden müssen. „Ich bin sehr erstaunt, das ganze Verfahren hätte meiner Ansicht nach an mich gehen müssen, und das ist nicht erfolgt.“ Er habe um Unterlagen gebeten, aber bisher zum Beispiel keinen Spielbericht bekommen. Er konnte momentan nur nachvollziehen, dass der Spieler Nikky Goguadze am 3. August eine Rote Karte erhalten habe. Seiner Ansicht nach hätte eigentlich er über eine Sperre des Spielers entscheiden müssen, da er als Staffelleiter für Kickers zuständig sei. Nach den Einsprüchen der Oberliga-Vereine habe er den Fall an das Verbandssportgericht weitergegeben. „Die Frage ist für mich ja auch, aus welchem Grund hat der Spieler die Rote Karte bekommen. Möglicherweise hätte auch ich keine lange Sperre ausgesprochen“, meinte Walden. Goguadze wäre so möglicherweise eh zum Meisterschaftsauftakt in Heeslingen wieder spielberechtigt gewesen.

Was sagt der Kreis Ostfriesland?

Frank Schulte
Frank Schulte
„Aus unserer Sicht war der Spieler spielberechtigt. Wir müssen jetzt abwarten, wie das Sportgericht entscheidet. Rückfragen gab es bisher noch nicht, ich habe eine Stellungnahme verfasst“, erklärte Frank Schulte vom Kreis Ostfriesland. Das Turnier sei nur deshalb im System als Kreisturnier angelegt worden, da es nicht möglich sei, ein reines Vereinsturnier zu hinterlegen. Der Ostfriesland-Cup habe eine eigene Ausschreibung und auch eine eigene Regelung, wie mit Strafen und Karten zu verfahren sei. Der Verband habe mit der Durchführung des Turniers eigentlich nichts zu tun, so Schulte. „Ich bin sehr gespannt, wie das Sportgericht entscheidet, denn das Urteil hat ja auch Auswirkungen auf jede Sportwoche oder andere Turniere“, meinte Schulte. Kickers Emden treffe in dem Falle überhaupt keine Schuld. „Wenn ein Fehler vorliegt, dann ist er möglicherweise bei uns im Kreis Ostfriesland passiert, aber nicht beim Verein. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass Kickers da etwas zu befürchten hat.“

Wann entscheidet das Sportgericht?

Zeitnah. Ob das noch vor dem Wochenende der Fall sein werde, wollte Jörg Firus, Vorsitzender des Verbandsportgerichts, nicht bestätigen. „Ich werde mir ein Bild machen und relativ zügig eine Entscheidung treffen, das wird in den nächsten Tagen der Fall sein“, erklärte Firus. Eine Tendenz wollte Firus in dem Fall noch nicht abgeben.

Kickers-Trainer Stefan Emmerling geht fest davon aus, dass Nikky Goguadze in den ersten Partien spielberechtigt war. Foto: Doden
Kickers-Trainer Stefan Emmerling geht fest davon aus, dass Nikky Goguadze in den ersten Partien spielberechtigt war. Foto: Doden

Wie beurteilt Kickers Emden den Fall?

Die Ostfriesen sind sich überhaupt keiner Schuld bewusst, da der Spieler im System ja nicht gesperrt war. „Ich habe nullkommanull Angst, dass der Fall Auswirkungen haben könnte. Wenn der Spieler nicht freigegeben gewesen wäre, hätten wir ihn ja nicht aufstellen können. Wir werden die sechs Punkte behalten, alles andere wäre ja ein Witz“, erklärte Kickers-Trainer Stefan Emmerling.

Was ist mit dem „Fall TuS Esens“?

Auch Bezirksligist TuS Esens hat im Halbfinale des Ostfriesland-Cups eine Rote Karte (Jan-Hendrik Keiser) kassiert. Auch diese Sperre wurde im System durch den Kreis Ostfriesland wieder freigegeben. Laut Frank Schulte habe der TuS Esens allerdings keine Konsequenzen zu befürchten, da von den Meisterschaftsgegnern (TuS Weene und FC Norden) kein Einspruch erfolgt sei, dieser hätte spätestens drei Tage nach dem Bezirksligaspiel eingegangen sein müssen.

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