Bestattungsalternative

Aurich soll einen Bestattungswald erhalten

Gabriele Boschbach
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Von Gabriele Boschbach
| 02.07.2020 19:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Unter der Krone eines Baumes in Sandhorst oder im Eschener Gehölz sollen künftig Auricher ihre letzte Ruhe finden. Das haben die Mitglieder des Finanzausschusses empfohlen. Strittig ist nur, wer den Bestattungswald betreibt.

Aurich - Immer weniger Menschen wollen oder können das Grab ihrer Angehörigen pflegen. Deshalb liegen alternative Bestattungskonzepte im Trend. Die Entwicklung ist jetzt auch in Aurich angekommen: Dort soll es künftig einen Ruheforst geben. Dafür sprachen sich die Mitglieder des Finanzausschusses in ihrer Sitzung am Donnerstag mit großer Mehrheit aus. Welche Ausprägung dieser Ruheforst haben wird, steht indessen noch nicht fest. Zwei Betreiber hatten sich um diese alternative Bestattungsform beworben: die Friedwald GmbH und die Gräflich von Wedelsche Verwaltung, Schloss Gödens.

Enno Herlyn von der Gräflich von Wedelschen Verwaltung, Schloss Gödens, stellte die Pläne seines Unternehmens vor. Bild: Boschbach
Enno Herlyn von der Gräflich von Wedelschen Verwaltung, Schloss Gödens, stellte die Pläne seines Unternehmens vor. Bild: Boschbach

Beide Modelle waren den Mitgliedern des Ausschusses vorgestellt worden. Die Friedwald GmbH will nördlich des Südewegs und südlich der Esenser Straße ein 31 Hektar großes Gebiet für die Baumbestattungen herrichten– inklusive eines Parkplatzes, eines Informationsstandes und eines Andachtsplatzes. Der Friedwald habe eine garantierte Bestandszeit von 99 Jahren, sagte Dr. Hans-Adam von Schultzendorff als Vertreter der Friedwald GmbH.

Alunagel mit Namensschild

Die Asche der Verstorbenen werde in biologisch abbaubaren Urnen beigesetzt. Zwischen einer und 20 Urnen könnten pro Baum bestattet werden. Das sei abhängig von der Stärke, Art und Lage des Baumes, so der Referent. An den Bäumen werden mit einem Alunagel Namensschilder angebracht, die an den Verstorbenen erinnern.

Die Gräflich von Wedelsche Verwaltung will den Begräbniswald im Eschener Gehölz errichten, einem 6,7 Hektar großen Areal im Auricher Zentrum. Bereits 2009 hatten die Auricher erwogen, auf diesem ehemaligen Tierparkgelände einen Ruhewald anzulegen. Der Plan war aber dann verworfen worden. Herlyn, ein Vertreter der Gräflich von Wedelschen Verwaltung, versuchte den Ausschussmitgliedern, diese Idee wieder schmackhaft zu machen. Die Gegebenheiten im Eschener Gehölz eigneten sich sehr gut für einen Ruhewald, weil man auf rund drei Hektar das Vorhaben sofort umsetzen könnte.

Gesicherte Einnahmen

Es wirke sich positiv aus, dass der kleine Wald nicht forstwirtschaftlich genutzt werde. Herlyn stellte der Stadt Aurich als möglichem künftigen Träger gesicherte Einnahmen in Aussicht. Ein weiterer Pluspunkt: das Eschener Gehölz werde als Naherholungsgebiet aufgewertet.

Die Gräflich von Wedelsche Verwaltung betreibt derzeit bereits einen Gedächtniswald in Leer-Logabirun.

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