Berlin  Sarah Engels nicht Jury-Favoritin: Dieser Künstler hätte laut den Experten zum ESC fahren müssen

Svana Kühn
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Von Svana Kühn
| 30.04.2026 18:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Sarah Engels hat das Publikum im ESC-Vorentscheid von sich überzeugen können. Foto: dpa/Britta Pedersen
Sarah Engels hat das Publikum im ESC-Vorentscheid von sich überzeugen können. Foto: dpa/Britta Pedersen
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Mit Sarah Engels geht eine erfahrene Castingshow-Teilnehmerin beim ESC für Deutschland ins Rennen. Doch ist sie auch die richtige Wahl? Ein Jurymitglied aus dem Vorentscheid offenbart nun, dass die Experten einen ganz anderen Favoriten für den Wettbewerb in Wien hatten.

Nach dem deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 2026 kommt nun Kritik am Abstimmungsverfahren des SWR auf. So soll es eine Diskrepanz zwischen dem Expertenurteil und dem finalen Publikumsvoting gegeben haben.

Während der federführende Südwestrundfunk (SWR) die genauen Ergebnisse der Fachjury bislang unter Verschluss hält, lieferte das schwedische Jurymitglied Christer Björkman im Video-Podcast „Eurovisionklubben“ des Senders SVT nun Einblicke in den Abstimmungsprozess von „Das deutsche Finale 2026“. Laut Björkman herrschte unter den 20 internationalen Experten eine seltene Einigkeit über den künstlerischen Favoriten – und Sarah Engels sei es nicht gewesen.

Der SWR hatte für den diesjährigen Vorentscheid ein Gremium aus 20 ESC-Fachleuten aus verschiedenen Ländern zusammengestellt, darunter prominente Namen wie die ehemaligen Teilnehmer Luca Hänni und Ruslana sowie der schwedische Fernsehproduzent Christer Björkman.

Wie Björkman im Podcast-Gespräch mit der Moderatorin Tina Mehrafzoon ausführte, hätten die Juroren zwar individuell abgestimmt, seien jedoch zu einem fast identischen Ergebnis gekommen. Der Verantwortliche für die Abstimmung habe hinterher bestätigt, selten eine so einheitliche Runde erlebt zu haben.

Der klare Favorit der Jury sei demnach der Künstler wavvyboi gewesen. Björkman zeigte sich überzeugt, dass dieser beim internationalen Wettbewerb in Wien hervorragend funktioniert hätte. Dass wavvyboi dennoch nicht gewann, führt der Schwede auf die Struktur des Wahlverfahrens zurück. In der entscheidenden zweiten Runde, nachdem die Jury eine Top 3 bestimmt hatte, lag die Macht ausschließlich beim Publikum – das sich für Sarah Engels entschied.

Das vom SWR etablierte Verfahren weicht von der in vielen Ländern üblichen 50/50-Gewichtung zwischen Jury und Zuschauern ab. Beim deutschen Modell dient die Jury lediglich als Filter, um die drei besten Beiträge für das finale Publikumsvoting zu bestimmen. Björkman bezeichnete dies rückblickend als Fehler und plädierte stattdessen für eine direkte Beteiligung der Jury am Endergebnis, um die Erfolgsaussichten beim ESC zu erhöhen.

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