Osnabrück VfL-Siegtorschütze Riesselmann: Das habe ich mir schon lange erträumt
Überglücklich waren natürlich alle in Lila-Weiß nach dem 2:1-Sieg des VfL Osnabrück gegen den SC Verl – vor allem aber Siegtorschütze Bernd Riesselmann, für den ein Traum in Erfüllung ging. Die Stimmen zum Spiel.
Bernd Riesselmann (Torschütze zum 2:1-Siegtreffer): Ich habe mir genau das schon lange erträumt. Umso glücklicher bin ich, dass ich die Fans mal zum Jubeln gebracht habe. Ich habe erst mal nur daran gedacht, das Tor zu machen. Alles andere war zweitrangig. Erst als alle auf mich zugestürmt sind, konnte ich es realisieren. Es war sehr emotional. Ich war überrascht über die Situation, weil ich erst nach dem Spiel erfahren habe, dass Verl den Sieg unbedingt benötigt hat. Als der Ball nach vorne kam, habe ich es zum Glück geschafft, das Tor zu treffen. Der Jubel mit den Fans war unbeschreiblich. Das sind Sachen, von denen man träumt. Generell ist es schön, Tore zu schießen. Ein paar Jungs haben gesagt, dass ich es mir verdient hätte – das macht es umso schöner. Ich hoffe, das rundet die Saison für mich persönlich gut ab. Das Cottbus-Spiel schauen wir vom Sofa aus. Erst mal haben wir ganz normal Training, weil wir nächste Woche weitermachen müssen.
Jannik Müller (Kapitän des VfL): Es war ein geiles Gefühl, nach dem Spiel mit den Fans zu feiern. Einen besseren Verlauf für so ein Spiel kann man sich nicht wünschen. Man sieht, dass wir im Vergleich zur Hinrunde gelernt haben, wie man auch mal einen Rückstand weiterspielt. Ich bin unfassbar stolz und glücklich, wie das Spiel ausgegangen ist. Bis zum Gegentor haben wir fast nichts zugelassen. Verl hatte viel Ballbesitz, aber kaum in torgefährlichen Räumen. Dann kommt es dazu, dass wir den Fehler machen. Ich versuche zu retten und dann geht der Ball durch die Beine von ‚Jonny‘ ins Tor. Das Entscheidende ist die Reaktion danach. Ich glaube, dass wir die Mannschaft mit den besseren Chancen waren. Verl hatte viel den Ball, aber kaum Abschlüsse. Wir haben uns über die 90 Minuten für den Aufwand belohnt. Wenn man sieht, wie Bernd jeden Tag arbeitet, kann man sich für ihn nur freuen. Er hat in Rostock schon ein unfassbar wichtiges Tor gemacht. Es ist für ihn nicht immer einfach mit der wenigen Spielzeit. Aber wenn er weiter so macht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er weiter solche Tore macht und sich für die Arbeit, die er reinsteckt, belohnt. Wir werden jetzt mal die Köpfe zusammenstecken und schauen, wie wir das Spiel von Cottbus schauen.
Tobias Strobl (Trainer des SC Verl): Erst mal muss ich sagen: Die Aktion zur Inklusionswoche ist richtig cool und es war toll, dass wir ein Teil davon sein konnten. Unter den personellen Umständen sind wir gut ins Spiel gekommen, waren gut in den Positionen, aber nicht auf technischem Level. So war es ein fahriges Spiel, wofür wir selbst verantwortlich waren, weil es zu viele Ballverluste gab. In diesem offenen Spiel machen wir dann auf einmal das 1:0. Danach hat man gemerkt, dass wir etwas zu verlieren hatten. Wir bekommen es zwar in die Halbzeitpause, aber nach einem eigenen Anstoß landen wir nach 40 Sekunden beim Einwurf für den Gegner und danach steht es 1:1. Das war viel zu billig. Danach geht das Spiel wieder mehr auf und wenn du an der Bremer Brücke zwei, drei Möglichkeiten hast, dann musst du sie nutzen. Am Ende wollten wir all in gehen, es war klar, dass uns ein Punkt nichts nützt. Wir hatten in der 88. Minute die Möglichkeit und aus der Verler Brille ist es kein Foul von Japaur an Müller. Es ist viel „hätte, wenn und aber“, aber fest steht: Wie ihr euch beim VfL entwickelt habt, vor allem mit dieser Ruhe, dazu kann ich euch nur beglückwünschen – vor allem dem, der die Idee hatte, Timo Schultz als Trainer zu verpflichten. Zum Aufstieg sage ich noch keinen Glückwunsch, aber ich bin mir sicher, dass ihr bald wieder dort seid, wo ihr hingehört.
Timo Schultz (Trainer des VfL Osnabrück): Das Fazit würde ich so unterschreiben, nur eben aus der Osnabrücker Brille. Meine Mannschaft ist gut ins Spiel reingekommen, aber es hat ein bisschen die Überzeugung gefehlt. Mit dem 0:1 haben wir den Rucksack abgelegt, sind schärfer geworden im Anlaufen. Dann erwischen wir einen überragenden Zeitpunkt zum Ausgleich. Hinten raus war klar, dass Verl das Risiko erhöhen muss, das haben wir einkalkuliert. Das gehört zu diesem Zeitpunkt der Saison dazu. Wir wussten, dass solche Situationen kommen werden, aber dass Bernd den dann so eiskalt reinhaut, freut mich für uns alle. Er ist ein toller Junge und wenn einer aus dem eigenen Nachwuchs so ein Tor schießt, dann kriege ich Gänsehaut. Es ist der Unterschied gewesen, dass Verl die Chance nicht nutzen kann und der Schiedsrichter die Situation abpfeift. Es ist noch nicht geschafft. Wir werden wahrscheinlich nächste Woche nach Wiesbaden fahren, um da auch noch was zu holen. Alles kommt zu seiner Zeit, aber nicht heute und wahrscheinlich nicht morgen.