Berlin Warum Ilse Aigner Bundespräsidentin werden sollte
Gesucht wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Markus Söder macht einen Vorschlag zur Unzeit. Aber das sollte Friedrich Merz und Lars Klingbeil nicht kümmern.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier scheidet in elf Monaten aus dem Amt. Am 30. Januar kommenden Jahres muss ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt werden. Das birgt die Chance, jemanden zu finden, der die Aufgabe des Staatsoberhauptes in diesen unruhigen und herausfordernden Zeiten besser ausfüllt.
Besser könnte heißen: etwas weniger staatstragend und steif. Mit einem echten Draht zur Bevölkerung. Und mit der Fähigkeit, trotz all der gewaltigen Probleme und Risse im Land gute Laune zu haben – und sogar zu verbreiten.
Bayern-Trainer Vincent Kompany könnte einem einfallen. Aber es kommen noch ein paar Herausforderungen hinzu, die Kompany nicht erfüllt.
Der- oder diejenige sollte Erfahrungen im Politikbetrieb und auch mit Populisten haben, um sich in der rauen Berliner Republik behaupten zu können. Der- oder diejenige müsste einen unerschütterlichen politischen Kompass und auch so etwas wie Zeitgeist-Resistenz haben. Und dann braucht es auch noch Akzeptanz über die politische Mitte hinaus, und zwar zu beiden Seiten.
Kurzum: Gesucht wird eine Lichtgestalt. Und ganz so viele Personen kommen gar nicht in Frage. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner würde sich das wohl zutrauen, aber wäre sie wirklich ausreichend seriös, geradlinig und überparteilich? Familienministerin Karin Prien trauen viele den Job zu, aber eine ansteckend fröhliche Ausstrahlung hätte sie nicht.
Aber Ilse Aigner. Als Bundeslandwirtschaftsministerin und seit acht Jahren Präsidentin des bayerischen Landtags ist die 61-jährige CSU-Politikerin sturmerprobt. Und wer sogar als Langzeit-Konkurrentin von Markus Söder den Glauben an das Gute und die gute Laune behält, den wirft nicht viel aus der Bahn.
Daher folgender Vorschlag: Friedrich Merz und Lars Klingbeil ignorieren, dass Herr Söder Frau Aigner jetzt gerade aus undurchsichtigen Motiven ins Rampenlicht gestoßen hat. Um sich im Herbst auf Ilse Aigner zu einigen und im Januar mit breiter Mehrheit zur nächsten Bundespräsidentin wählen zu lassen.