Osnabrück Er holt die Studenten der Hochschule Osnabrück aus den Seminarräumen
Vor 13 Jahren hat Jan Mönkedieck zum ersten bei einem Terrassenfest an der Hochschule Osnabrück mitgewirkt. Damals war er Thekenkraft, jetzt organisiert er das Event. In diesem Jahr feiert das Studentenfest sein 50. Jubiläum - vom 27. bis 29. April.
Alljährlich wird an der Hochschule am Westerberg in Osnabrück gefeiert. Damit das Terrassenfest in diesem Jahr zum 50. Mal reibungslos über die Bühne geht, ist Jan Mönkedieck aktuell bei seinem Hobby im Einsatz.
Als Jan Mönkedieck noch Student war, arbeitete er als Thekenhelfer beim Terrassenfest. „Ich bin dabeigeblieben und habe einen Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr weggekommen bin“, sagt er mit Ironie in der Stimme.
Doch Jan Mönkedieck ist nicht nur kleben geblieben. Er hat das studentische Fest auch auf ein höheres Level gehievt. 2014, also ein Jahr nach seinem Debüt, war er einer der Gründerväter des Vereins „Terrassenfest e. V.“. „Wir wollten in strukturellen und finanziellen Dingen autark sein“, sagt er.
Diese Flexibilität hat sich später buchstäblich bezahlt gemacht, als der Verein – insbesondere in der Corona-Pandemie – Förderungen beantragen konnte. Der Verein wird aber hauptsächlich durch die Einnahmen der Terrassenfeste finanziert. Jan Mönkedieck ist heute Vorsitzender des Vereins. Er organisiert das Terrassenfest, übernimmt dessen Veranstaltungsleitung und teilt die 35 Mitarbeiter seines Teams ein. „Aber ich bin kein oberster Chef“, betont er.
Mit seinen 39 Jahren studiert Jan Mönkedieck längst nicht mehr. Aber er ist immer noch Teil des Hochschul-Betriebs – und zwar als Veranstaltungs-Manager. Er kümmert sich in dieser Funktion um alle Veranstaltungen im akademischen Hochschul-Kalender, wie er sagt. Das umfasst Immatrikulationsfeiern, aber auch Pub-Quizze oder Kongresse. Das Terrassenfest verbuche er unter Hobby, sagt er wieder mit Ironie. „Ich arbeite gerne mit Studenten zusammen, weil ich dann sehe, wie sie ticken.“
Für die Studierenden ist das Terrassenfest nicht Teil des Lehrplans. Sie arbeiten dort tatkräftig und organisatorisch in ihrer Freizeit mit – ebenso wie Jan Mönkedieck. Für die Studenten, die Veranstaltungs-Management oder ähnliches studieren, ist es aber eine gute Gelegenheit, das Gelernte in die Praxis umzusetzen, sagt er. Sie können sich ausprobieren und austoben, sagt er weiter. „Veranstaltungs-Management mit Rettungsring“, nennt Jan Mönkedieck das.
Zwar wirft Jan Mönkedieck den Studierenden bisweilen den Rettungsring zu. Aber das Studentenleben zelebriert er nicht mehr mit. „Wenn ich Feierabend habe, freue ich mich aufs Sofa.“ Er möchte nicht mehr so tun, als sei er jung und die Nächte durchfeiern, sagt er weiter. Den Job haben andere für ihn übernommen.
Dennoch macht ihm die Arbeit Spaß. „Man lernt neue Leute kennen und entdeckt Talente, die man fördern kann“, sagt er. Er sieht es auch als seine Aufgabe an, die Studierenden der Hochschule mit Fähigkeiten auszustatten, die sie nicht im Vorlesungssaal erwerben können. „Für viele ist das Terrassenfest ein wichtiger Teil des Studiums“, sagt er. Er habe mehrfach gesehen, dass diejenigen, die dabei mitgearbeitet haben, andere waren, als die Arbeit geendet hat. „Sie haben ihre Persönlichkeiten weiterentwickelt und sind an ihren Aufgaben gewachsen.“ Und für sowas muss man nicht studiert haben.