Sydney  Revolution der Luftfahrt? Airline bietet erstmals Stockbetten in der Economy Class an

Barbara Barkhausen
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Von Barbara Barkhausen
| 15.04.2026 14:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Passagiere von Air New Zealand können ihre Langstreckenflüge ab November im „Skynest“ erleben, einer Art Schlafkapsel. Foto: IMAGO/Kyodo News
Passagiere von Air New Zealand können ihre Langstreckenflüge ab November im „Skynest“ erleben, einer Art Schlafkapsel. Foto: IMAGO/Kyodo News
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Eingeklemmt zwischen Mitreisenden, die Beine angewinkelt, den Rücken längst aufgegeben. Die Fluggesellschaft Air New Zealand will Abhilfe schaffen und bietet als erste Airline Stockbetten in der Economy Class an. Ist das wirklich bequem?

Wer kennt das nicht: Man sitzt eingeklemmt zwischen Mitreisenden und trotzdem soll man irgendwie auf einem 16-Stunden-Flug schlafen. Die Fluglinie Air New Zealand hat sich dieses Problems angenommen und eine Lösung gefunden, die so simpel wie genial klingt: Stockbetten im Flugzeug, mitten in der Economy Class.

Ab November dieses Jahres werden Passagiere auf dem Langstreckenflug zwischen Neuseeland und New York erstmals die Möglichkeit haben, ihren Sitz gegen eine flache Schlafkapsel zu tauschen. Das sogenannte „Skynest“ – sechs Schlafkapseln in einer Stockbett-Anordnung, untergebracht zwischen der Economy- und der Premium-Economy-Kabine eines Boeing 787-9 Dreamliners – ist weltweit das erste Angebot dieser Art für Reisende abseits der Business- oder First Class. Gebucht werden kann das Erlebnis ab 18. Mai.

Der Preis für eine vierstündige „Sitzung“ im Skynest beginnt bei 495 Neuseeland-Dollar (NZD), umgerechnet rund 250 Euro. Jede Kapsel bietet eine Matratze in voller Länge – rund 203 Zentimeter lang, an den Schultern etwa 64 Zentimeter breit –, frisches Bettzeug inklusive Kissen, Laken und Decke, einen Privatsphäre-Vorhang sowie Beleuchtung, die auf natürliche Schlafzyklen abgestimmt ist.

Hinzu kommen eine persönliche Ablage, USB-Ladeanschlüsse, ein Leselicht, eine Belüftungsdüse und ein Crew-Rufknopf. Schlafmaske, Ohrstöpsel, Socken und Hautpflegeprodukte runden das Paket ab.

Die Sitzungen finden zwischen den Mahlzeiten statt. Pro Flug stehen zunächst zwei Sitzungen zur Verfügung. Eine klare Einschränkung, die man im Kopf behalten sollte: Bei 172 Passagieren in Economy und Premium Economy verteilen sich die begehrten Plätze auf nur sechs Kapseln. Schnell sein lohnt sich also. Eine zweite Sitzung kann übrigens nicht gebucht werden.

Das Skynest ist kein Schnellschuss. Laut Air New Zealand wurde das Konzept über mehrere Jahre entwickelt und mit mehr als 200 Kunden getestet. Ursprünglich für 2024 geplant, verzögerte sich die Einführung etwas.

Nikhil Ravishankar, CEO von Air New Zealand, betont die strategische Bedeutung des Projekts für ein Land, das geografisch weit entfernt liegt: „Für ein so abgelegenes Land wie Neuseeland spielt die Reise eine entscheidende Rolle.“ Der Tourismus sei eine 46-Milliarden-NZD-Branche (23 Milliarden Euro), aber das Wachstum hänge von der Bereitschaft der Reisenden ab, viele Stunden in der Luft zu verbringen, um hierher zu gelangen.

Das Skynest, so Ravishankar, solle genau das erleichtern: „Indem wir mehr Menschen die Chance geben, sich auf Ultra-Langstreckenflügen richtig auszuruhen, wird das Reisen von und nach Neuseeland überschaubarer.“

Bereits 2010 führte Air New Zealand die sogenannte „Skycouch“ ein – ein System, bei dem sich die Fußstützen von drei Sitzen hochklappen lassen, sodass eine Art flaches, kurzes Bett entsteht. Dieses Konzept war so erfolgreich, dass es nun unter dem Namen „Relax Row“ von United Airlines übernommen wird, wo es ab 2027 in rund 200 Flugzeugen der US-amerikanischen Flotte zum Einsatz kommen soll.

Auch in anderen Kabinen hat Air New Zealand zuletzt investiert: Im vergangenen Jahr wurden auf den Dreamlinern neue Sitze in allen Klassen eingeführt, darunter ein Premium-Economy-Sitz mit fester Schale, der verhindert, dass die Rückenlehne in den Raum des Hintermanns kippt.

Das Skynest ist verfügbar für Passagiere ab 15 Jahren, die einen Sitz in der Economy oder Premium Economy auf den New-York-Flügen gebucht haben – die über Auckland laufen und auch australische Städte anbinden.

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