Osnabrück  Aufregung um die Rolling Stones: Ohne die Alten geht es nicht

Karsten Krogmann
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Von Karsten Krogmann
| 12.04.2026 17:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Haben Drogensumpf, Todesfälle und Spotify überdauert: die Rolling Stones, live 2024 in Ridgedale Foto: Amy Harris/Picture Alliance
Haben Drogensumpf, Todesfälle und Spotify überdauert: die Rolling Stones, live 2024 in Ridgedale Foto: Amy Harris/Picture Alliance
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Die Rolling Stones machen wieder Musik – und erinnern die Welt im Zeitalter der Vereinzelung an das Band-Prinzip: Gemeinsam schafft man mehr.

Gute Nachrichten haben es schwer in diesen Tagen. Und doch machte jetzt eine weißumhüllte Vinyl-Schallplatte Schlagzeilen, neben Iran, Ukraine und all den anderen Schlechtelaune-Themen: Die Rolling Stones haben unter dem Pseudonym „The Cockroaches“ eine neue Single veröffentlicht. Die Platte war minutenschnell vergriffen, seither diskutiert die Welt aufgeregt über ein für den Sommer erwartetes neues Album und Live-Konzerte der Band.

Hach ja, die Stones: Gegründet wurde die Band vor 64 Jahren. Sänger Mick Jagger und Gitarrist Keith Richards sind inzwischen 82 Jahre alt, Gitarrist Ron Wood ist 78.

Was für eine Wucht steckt in dem Satz: Wir gründen eine Band! Menschen tun sich zusammen, um gemeinsam etwas zu schaffen, für das es mehr als einen braucht und das im Ergebnis sehr viel mehr sein soll als die Summe der einzelnen Teile. Manchmal gelingt es ihnen sogar, die Bande zu halten; die Stones überstanden Drogensumpf, Todesfälle und Spotify.

Im Zeitalter der Vereinzelung ist das Bandkonzept leider ein wenig aus der Mode geraten. Der Trend vom „Wir“ zum „Ich“ spiegelt sich auch in den Musikcharts wider. Vor einiger Zeit gingen im Internet Videos viral, die das Verschwinden der Bands dokumentierten: Standen in der ersten Hälfte der 80er-Jahre 146 Wochen lang Bands auf Platz 1 der britischen Hitparaden, waren es in der ersten Hälfte der 2020er-Jahre nur noch 3. (Eine davon: die Beatles, gegründet Ende der 50er-Jahre.)

Eine große Rolle spielen dabei die technologischen Möglichkeiten der Musikproduktion; natürlich ist ein Einzelkünstler einfacher zu handhaben als ein Künstlerkollektiv. Aber wie anders wirkt doch ein Band-Zauber. Berühren uns still nicht sogar die Fotos von der Raumfahrer-Crew der „Artemis“ nach dem Band-Prinzip?

Bevor es zu pathetisch wird: Es gibt kaum ein Thema, über das sich so fröhlich streiten lässt wie über Bands. Stones oder Beatles? AC/DC oder Kiss? Oasis oder Blur? Schön, dass die Stones wieder da sind. Aber musikalisch besser waren zweifellos die Beatles. Oder?

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