Berlin  Nationalspielerin Minge plötzlich im Tor: Das steckt hinter der kuriosen Wolfsburg-Schlussphase

Sophie Wehmeyer
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Von Sophie Wehmeyer
| 30.03.2026 12:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Janina Minge (VfL) ungewohnt im Torwart-Trikot: Deshalb musste die Kapitänin für Torhüterin Stina Johannes (VfL) einspringen. Foto: IMAGO/HMB Media Madeleine Fantini
Janina Minge (VfL) ungewohnt im Torwart-Trikot: Deshalb musste die Kapitänin für Torhüterin Stina Johannes (VfL) einspringen. Foto: IMAGO/HMB Media Madeleine Fantini
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Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg erleben gegen Union Berlin einen turbulenten Abend. Deshalb musste Nationalspielerin und Wolfsburg-Kapitänin Janina Minge plötzlich eine völlig neue Rolle einnehmen.

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben in der Bundesliga wieder Punkte liegen gelassen. Das Team von Trainer Stephan Lerch kam nur zu einem mühevollen 3:3 (1:1) gegen den 1. FC Union Berlin. Damit baute Titelverteidiger FC Bayern seinen Vorsprung bei noch fünf ausstehenden Spielen auf 13 Zähler aus und steht dicht vor dem erneuten Triumph. Die Partie am Sonntagabend war von personellen Engpässen und einer ungewöhnlichen Rollenverteilung geprägt, als die deutsche Nationalspielerin und VfL-Kapitänin Janina Minge in der Schlussphase das Tor der Niedersächsinnen hüten musste.

Die dramatische Wende der Begegnung ereignete sich in der 87. Minute. Wolfsburgs Torhüterin Stina Johannes versuchte, einen Angriff der Berlinerinnen zu unterbinden, kam jedoch gegen Nele Bauereisen zu spät.

Das Foul von Johannes im Video:

Nach diesem Foulspiel wurde sie wegen einer Notbremse mit der Roten Karte des Feldes verwiesen. Da der VfL zu diesem Zeitpunkt sein Wechselkontingent von fünf Spielerinnen bereits ausgeschöpft hatte, übernahm Janina Minge die Torwartposition.

Die Mittelfeldakteurin, die zuvor in der 45. Minute den zwischenzeitlichen Ausgleich per Distanzschuss erzielt hatte, blieb in der zehnminütigen Nachspielzeit ohne nennenswerte Prüfung durch gegnerische Abschlüsse. Minge erklärte nach dem Abpfiff laut „t-online“, dass man eine solche Situation zwar nie besprochen habe, sie jedoch keine Angst vor dem Ball besitze. In der Endphase konzentrierte sie sich primär darauf, die Bälle weit in die gegnerische Hälfte zu befördern, um den Druck auf Union Berlin aufrechtzuerhalten.

Vor 3517 Zuschauern vermasselten die Wolfsburgerinnen ohne die verletzte frühere DFB-Kapitänin Alexandra Popp ihre Generalprobe für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League am Donnerstag (21 Uhr) bei Olympique Lyon. Das Hinspiel hatten die VfL-Frauen mit 1:0 gewonnen. Der Spielverlauf war durch erhebliche Defizite in der Wolfsburger Defensive geprägt. Ein Ballverlust im eigenen Strafraum ermöglichte Hannah Eurlings in der 43. Minute die Führung für Union Berlin. Nach dem Ausgleich durch Minge sorgte ein Eigentor von Camilla Küver für den erneuten Rückstand der Gastgeberinnen, ehe Jenny Hipp nach einem Eckball in der 78. Minute auf 1:3 für die Berlinerinnen erhöhte.

Wolfsburg bewies in der Schlussphase Moral. Küver verkürzte in der 84. Minute auf 2:3, bevor Judit Pujols in der fünften Minute der Nachspielzeit – trotz Unterzahl und mit Minge im Tor – den Ausgleichstreffer zum 3:3-Endstand erzielte. Minge äußerte sich im Anschluss stolz über die Leistung der Mannschaft, die sich trotz der schwierigen Umstände noch den Punkt erkämpfte.

Mit Material der dpa.

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