Aus der Emder Innenstadt  Was jetzt alles neu eröffnet

Stephanie Schuurman
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Von Stephanie Schuurman
| 20.03.2026 10:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Liebt den Hamburger Kiez und Emden: „Alte Liebe“-Wirt Markus Kruse. Foto: Jens Doden/Archiv
Liebt den Hamburger Kiez und Emden: „Alte Liebe“-Wirt Markus Kruse. Foto: Jens Doden/Archiv
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Es tut sich wieder einiges in der Emder Innenstadt. Wer gerade neu eröffnet hat und wer daraus noch ein Geheimnis macht. Einer lädt schon mal auf ein Bierchen ein.

Emden - Der Wochenmarkt ist wieder in den Stadtgarten umgezogen und belebt damit ein Stück weiter am Wasser die Emder Innenstadt. Drumherum tut sich aber auch sonst noch einiges. Unter anderem kehrt jetzt wieder Leben in eine der zentralsten Gaststätten der Stadt ein.

Drinnen laufen letzte Aufräumarbeiten, an diesem Freitag wird eröffnet: die „Alte Liebe“. Foto: Stephanie Schuurman
Drinnen laufen letzte Aufräumarbeiten, an diesem Freitag wird eröffnet: die „Alte Liebe“. Foto: Stephanie Schuurman

An diesem Freitag, 20. März 2026, eröffnet die „Alte Liebe“ mit einem Elführtje für Freunde, Bekannte und solche, die neugierig sind, was aus dem ehemaligen „Friesenhof“ geworden ist. Markus Kruse hat die Traditionsgaststätte übernommen, die lange Zeit „Maxx“ hieß und in der das „La Vie – Le Petit“ ein vergleichsweise kurzes Gastspiel hatte. Das Lokal Zwischen beiden Märkten 13, gleich gegenüber der „Kulisse“, geht jetzt als Musik-Kneipe an den Start.

Kneipe ohne Gedöns, dafür mit viel Musik

Regelmäßig soll dort die kleine Bühne im Lokal wieder genutzt werden. Und zu den großen Musik- und Feierevents in der Innenstadt soll die „Alte Liebe“ sowieso mit von der Partie sein: Emden live, Summer in the City oder Bluesnacht. Vor allem aber gehen Kruse und sein Team wieder „back to the roots“, zurück zu den Wurzeln, wie er ankündigte. Das Konzept: Bier, Wein, Spritz-Getränke in rustikaler Atmosphäre. Und wenn es passt, soll es mittelfristig auch ein kleines Speisenangebot geben. Ebenfalls ohne Gedöns, wie die Kruses sagen. Also kein Chi-Chi und schon gar nicht mehr mit französischer Anmutung, die sich in Emden nicht durchsetzen konnte.

Umzug vollzogen: „Sesam“ findet man jetzt an der Straße Neuer Markt. Foto: Stephanie Schuurman
Umzug vollzogen: „Sesam“ findet man jetzt an der Straße Neuer Markt. Foto: Stephanie Schuurman

Den Namen „Alte Liebe“ hat Markus Kruse ganz bewusst für den Neuanfang in der Kneipe gewählt, auch weil „Friesenhof“ und „Maxx“ immer noch für viele Emder so etwas wie die alte Liebe sind. Letztlich liebäugelt der Gastronom stets mit der Kneipenkultur in Hamburg oder in Hannover, wo er viele Jahre beratend für einen Großdiskotheken-Betrieb gearbeitet hat. „Ich bin einfach Fan vom Kiez und der Reeperbahn“, sagt Kruse.

Ein Laden, der längst kein Geheimtipp mehr ist

Schon eine Woche zuvor eröffnete ein weiteres Traditionsgeschäft in Emden neu. Nach fast 50 Jahren Einzelhandelserfahrung in Emden, Aurich und Leer wagen die Schnorrenbergs noch einmal den Schritt, sich wieder einmal zu verändern. Das aktuelle Sortiment des „Sesam“ wird jetzt auf 120 statt 70 Quadratmeter präsentiert. Kleidung, Taschen, Modeschmuck, Geschirr und Feinkost gibt es jetzt sehr gut sichtbar im ehemaligen Sporthaus Stadtgarten gegenüber der Alten Waage. Vorher wirkte das „Sesam“ in der Brückstraße gegenüber dem Landesmuseum mehr wie ein Geheimtipp für Insider.

Freuen sich über den Emder Zuspruch: Frank und Anja Schnorrenberg. Foto: Stephanie Schuurman/Archiv
Freuen sich über den Emder Zuspruch: Frank und Anja Schnorrenberg. Foto: Stephanie Schuurman/Archiv

Dass das „Sesam“ aber mehr als das ist, zeigten bereits die Eröffnungstage, als sich halb Emden dort umsah. „Wir haben so viele positive Reaktionen bekommen“, sagten Anja und Frank Schnorrenberg. Neben der farbenfrohen Kleidung in der Auslage bezeugen dies auch die vielen Blumensträuße, die neue wie alte Nachbarn den beiden Emder Geschäftsleuten zur Eröffnung auf den Tresen stellten. Die Glückwünsche zur Neueröffnung waren aber auch häufig verbunden mit der Frage, was noch folgt. Die zweite Etage des großen Ladengeschäfts steht aktuell noch leer. „Wir haben zwei bis drei Ideen“, sagte Frank Schnorrenberg, der aber noch nichts verraten will. Jetzt sei erst einmal Ankommen am neuen Standort angesagt.

Hier müssen die Blumen bald weichen, das Ladenschild hängt schon: Ramvik. Foto: Stephanie Schuurman
Hier müssen die Blumen bald weichen, das Ladenschild hängt schon: Ramvik. Foto: Stephanie Schuurman

Noch vor Ostern neue Läden

Den Umzug hat der Björnson-Store aus der Alten Waage noch vor sich. Gleich zwei Läden haben sich die Inhaber in Emdens 1A-Fußgängerzone dafür gesichert. In Norden betreibt die Familie Kumar noch ein weiteres Fachgeschäft für skandinavische Outdoor-Bekleidung. Jetzt gehe es an den Endspurt für das neue Verkaufskonzept, heißt es. Die Kumars wollen dort, wo nach dem Auszug von Wäschemoden Hunkemöller lange Zeit Leerstand war, künftig Bekleidung für Männer anbieten. Das Sortiment geht über das des bestehenden Outdoor-Ladens in der Alten Waage hinaus, sagt Kumar. Auch der Eröffnungstermin steht noch nicht genau fest, sagte Mira Kumar. Sie plant aber, dass die Eröffnung noch vor Ostern, also schon sehr bald, erfolgen soll.

Ramvik II: Noch verdecken die Blumencontainer das neue Ladengeschäft, in dem bald Herrenbekleidung verkauft werden soll. Foto: Stephanie Schuurman
Ramvik II: Noch verdecken die Blumencontainer das neue Ladengeschäft, in dem bald Herrenbekleidung verkauft werden soll. Foto: Stephanie Schuurman
Sie leitet die Björnson- und Ramvik-Filiale in Emden: Mira Kumar. Foto: Stephanie Schuurman/Archiv
Sie leitet die Björnson- und Ramvik-Filiale in Emden: Mira Kumar. Foto: Stephanie Schuurman/Archiv

Ob zeitgleich auch das zweite Ladenlokal eröffnet, ist ebenfalls noch nicht ganz klar. Auch dort, wo bis zur Insolvenz der Modekette Orsay Damenoberbekleidung verkauft wurde, planen die Kumars groß. Es soll das Hauptgeschäft von Ramvik werden. Seit dem Sommer 2024 haben die Betreiber ihr Ladenkonzept mit Outdoormode in der Waage in Emden getestet. Es war dort schon immer ein Laden auf Zeit und ist viel mehr als ein Pop-up-Store geworden. Inzwischen hat sich das Geschäft in Emden etabliert, wie Mira Kumar bestätigte. Nicht nur bei Urlaubern, auch bei Emdern fände das Sortiment großen Anklang.

Laden auf Zeit: Der Björnson-Store in der Alten Waage. Foto: Stephanie Schuurman
Laden auf Zeit: Der Björnson-Store in der Alten Waage. Foto: Stephanie Schuurman

Dass in der Alten Waage aber ein ganz anderes Konzept vorgesehen ist, sogar einst per Bieterverfahren durch die Stadt Emden vergeben wurde, hat man über die Zeit beinahe vergessen. Zuletzt kam das Thema aber vor einer Woche im Stadtentwicklungsausschuss wieder zur Sprache. Dort wurde mit harschen Worten angezweifelt, dass Nordmann Getränke aus Wildeshausen, die das Gebäude seinerzeit „gewonnen“ haben, noch die Umsetzung ihres Brauhauses mit Außengastronomie verfolgt. Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) erklärte allerdings, dass der Vertragspartner in aktuellen Gesprächen nochmals die Umsetzung zugesichert habe. Damit dürfte nach großem Umbau eine weitere Neueröffnung anstehen, wann auch immer.

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