Kiel  Privates Kapital statt Steuergelder: Lyten-Chef stellt Pläne für Northvolt-Standort vor

Susanne Link, Oliver Tobolewski-Zarina
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Von Susanne Link, Oliver Tobolewski-Zarina
| 17.03.2026 15:33 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Dan Cook, Chef des US-Unternehmens Lyten, spricht während eines Pressestatements vor der Staatskanzlei in Kiel. Foto: Frank Molter
Dan Cook, Chef des US-Unternehmens Lyten, spricht während eines Pressestatements vor der Staatskanzlei in Kiel. Foto: Frank Molter
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Lyten will den Northvolt-Standort in Schleswig-Holstein übernehmen – und überwiegend mit privatem Geld finanzieren. Das Unternehmen setzt dabei nicht ausschließlich auf Batterien.

Beim geplanten Bau der Batteriefabrik nahe Heide in Schleswig-Holstein setzt das amerikanische Start-up Lyten auf private Investoren. „Wir wollen das erforderliche Kapital für diesen Standort überwiegend aus privaten Quellen aufbringen“, sagt Chef Dan Cook und fügt danach hinzu: „Sollten uns zu irgendeinem Zeitpunkt öffentliche Fördermittel angeboten werden, werden wir dies sicherlich in Erwägung ziehen.“

Bei Northvolt war das anders. Das schwedische Start-up wollte das Vier-Milliarden-Vorhaben mit 60 Millionen Euro Eigenkapital stemmen – also nur mit 1,5 Prozent der Gesamtsumme. Es setzte auf Fördermittel, staatlich abgesicherte Kredite und Garantien. Das unternehmerische Risiko hätte zu großen Teilen in der öffentlichen Hand gelegen. Die Pleite kostet den Steuerzahler mehrere Hundert Millionen Euro.

Lyten setzt dagegen auf ein „angemessenes Tempo“ beim Aufbau des Standorts, „gestützt auf Kundennachfrage und überwiegend privatem Kapital“, betont Cook. „Lyten konzentriert sich auf eine erfolgreiche Umsetzung vor Schnelligkeit.“ Die Region habe schlechte Erfahrungen mit überzogenen Versprechungen gemacht. „Wir werden das nicht wiederholen“, sagt Cook.

Was den beiden Gemeinden, auf deren Gebiet die Industriefläche ist, vorgestellt worden sei, sei „modularer, kleiner und maßvoller“, sagt Kai Tange (SPD), Bürgermeister von Lohe-Rickelshof. „Es ist nicht der Höhenflug, den wir hatten.“

Das Unternehmen Lyten verlasse sich nicht allein auf Batterien für Elektroautos, sondern verfolge eine vielfältigere Marktstrategie. Es sei auch die Fertigung weiterer Produkte geplant, darunter Verbundwerkstoffe und Beton. Zudem soll auf dem Gelände ein Rechenzentrum entstehen.

Das geplante Werk soll zudem vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden. „Das hört sich wirklich vielversprechend an“, sagt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) und Energieminister Tobias Goldschmidt (Grüne) habe er mit dem Lyten-Chef darüber gesprochen, in welchen Bereichen das Land konkret Unterstützung leisten kann.

„Das was Lyten dort plant – Batterieproduktion, Datenzentrum – das hat einen enormen Energiebedarf. Und das ist unser Standortvorteil, den wir in Schleswig-Holstein und gerade in der Region Heide haben, dass wir dort eben Strom aus erneuerbaren Energien in großem Maße haben“, sagt Günther. Es liefen weitere Gespräche zur Übernahme mit dem Bund über die deutsche Northvolt-Tochter.

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