Überraschung  Stadt Emden kauft Parkhaus am Wasserturm

Stephanie Schuurman
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Von Stephanie Schuurman
| 12.03.2026 18:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Verkauft an die Stadt Emden: das Parkhaus am Wasserturm. Fotos: Hannah Weiden
Verkauft an die Stadt Emden: das Parkhaus am Wasserturm. Fotos: Hannah Weiden
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Kaum ist die Parkwende im Behördenviertel in Emden verkündet, kommt der nächste Deal. Darum hat die Stadt Emden jetzt das Wasserturm-Parkhaus gekauft.

Emden - Kaum hat die Stadt den neuesten Stand zum Parken in Emden bekannt gegeben, folgt der nächste Coup: Die Stadt baut nicht nur zügig das geplante Parkhaus an der Pottgießerstraße, sondern hat auch das bestehende Parkhaus am Wasserturm gekauft. Das bestätigte jetzt Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) auf Anfrage dieser Redaktion. „Es hat sich eine günstige Gelegenheit ergeben, und wir haben zugeschlagen.“

Noch sind hier meist viele Plätze frei.
Noch sind hier meist viele Plätze frei.

Zu den Kosten hält sich Kruithoff noch bedeckt. Allerdings sei das Gebäude nochmals vergleichsweise günstiger als der Neubau neben den Neutor-Arkaden, der mit 7,5 Millionen Euro kalkuliert ist. Eigentümerin war bis dato die FFire Immobilien aG mit Sitz in Berlin, die nach wie vor den angrenzenden Gebäudekomplex besitzt, in dem ein Kino, ein Fitnesscenter und Büros untergebracht sind. Zuletzt suchte FFire-Prokurist Sebastian Graichen noch einen Nachmieter für die leerstehende ehemalige Spielhalle. Gewünscht sei ein Gastronomiebetrieb, gerne Fastfood. Die FFire hatte noch Ende 2023 eigens eine Tochterfirma für den Betrieb des Parkhauses gegründet, als die Stadtwerke Emden als langjährige Pächterin den Betrieb aufgekündigt hatten. Der Verkauf des Parkhauses kommt so gesehen jetzt also überraschend.

Bislang war das Parkhaus immer Zuschussgeschäft

Künftig wird die Emden-Tochter „Zukunft Emden GmbH“ das Parkhaus betreiben. Auch das neue Parkhaus liegt in der Verwaltung der städtischen Tochter. Für das neue Parkhaus mit seinen 190 geplanten Stellplätzen wird eine Rendite von fünf Prozent erwartet. Ob das Parkhaus am Wasserturm jemals Gewinn macht, bleibt offen. Es hat immerhin mit 460 Plätzen eine deutlich höhere Kapazität. Für die Stadtwerke war der Betrieb aber immer ein Zuschussgeschäft. Allerdings mussten die Stadtwerke auch eine hohe Pacht zahlen.

Der düstere Anblick soll bald beendet sein: Auch mit neuer Beleuchtung will die neue Eigentümerin für mehr Sicherheit im Parkhaus sorgen.
Der düstere Anblick soll bald beendet sein: Auch mit neuer Beleuchtung will die neue Eigentümerin für mehr Sicherheit im Parkhaus sorgen.

Aber was interessiert das die Nutzerinnen und Nutzer? Die sollen jetzt gerne auch aus dem Behördenviertel kommen, in dem Anfang Mai 2026 das kostenlose Parken im öffentlichen Raum beendet wird. Dort werden ebenso Parkautomaten aufgestellt wie sukzessive überall im Innenstadtring. Firmen und Behörden in dem Bereich werden aktuell Angebote seitens der Stadt gemacht, Dauerparkplätze für ihre Angestellten im nahegelegenen Parkhaus am Wasserturm zu mieten, zumal das Bauvorhaben Parkhaus an der Medmannstraße gestrichen wurde. Dafür senkt die Stadt sogar den aktuellen Preis von 50 auf 45 Euro im Monat.

Taubendreck soll raus, Sicherheit rein

Die Stadt will es den Parkenden noch schmackhafter machen. Wie bereits angekündigt, soll das Parkhaus deutlich attraktiver werden. Dazu gehöre unter anderem „eine Grundreinigung zur optischen Aufwertung des Parkhauses“, wie es in einem Angebotsschreiben an die Arbeitgeber heißt, das der Redaktion vorliegt. Außerdem sei ein neues Videokamerasystem vorgesehen und regelmäßige Ortsbesichtigungen mit der Polizei zur Optimierung der Sicherheit. Nicht zuletzt werde die öffentliche Toilettenanlage im Wasserturm-Parkhaus reaktiviert, was dem neuen Toilettenkonzept der Stadt Emden sicher zupass kommt.

Soll auch einen neuen Anstrich bekommen: das Parkhaus am Wasserturm.
Soll auch einen neuen Anstrich bekommen: das Parkhaus am Wasserturm.

Für die eigenen Mitarbeiter will die Stadt im Übrigen „im Zuge der Fachkräftesicherung“ einen Rabatt von zehn Euro auf einen Stellplatz gewähren, vorbehaltlich der Zustimmung im Verwaltungsausschuss. Ein solches Modell empfiehlt sie den umliegenden Behörden wie dem Finanzamt auch.

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