Meteorit  Feuerball über Ostfriesland zu sehen

Hannah Weiden
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Von Hannah Weiden
| 09.03.2026 14:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Teile eines Meteoriten waren Sonntagabend über weiten Teilen Deutschlands zu sehen. Foto: Gianni Gattus/TNN/dpa
Teile eines Meteoriten waren Sonntagabend über weiten Teilen Deutschlands zu sehen. Foto: Gianni Gattus/TNN/dpa
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Sonntag war ein seltenes Ereignis am Himmel zu sehen. Ein Meteorit ist in die Erdatmosphäre geraten und in Koblenz in ein Haus eingeschlagen. Darum war der Lichtschweif bis nach Ostfriesland zu sehen.

Ostfriesland - Ein hell leuchtender „Feuerball“ war am Sonntagabend, 8. März 2026, in weiten Teilen Westdeutschlands und auch in Ostfriesland am Himmel zu sehen, wie unter anderem ein Leser aus Rysum dieser Redaktion meldete. Ein Meteorit ist gegen 19 Uhr aus dem All in die Erdatmosphäre getroffen und in viele Einzelteile zersprungen, die dann teilweise verglühten und einen Lichtstrang hinter sich herzogen. Ein Meteoritenteil schlug in Koblenz in ein Haus ein und hinterließ ein fußballgroßes Loch in dem Dach. Verletzt wurde niemand.

Ein faustgroßer Meteorit ist im Koblenzer Stadtteil Hüls in ein Hausdach eingeschlagen. Gesichtet wurde die Lichterscheinung unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg Foto: Thomas Frey/dpa
Ein faustgroßer Meteorit ist im Koblenzer Stadtteil Hüls in ein Hausdach eingeschlagen. Gesichtet wurde die Lichterscheinung unter anderem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg Foto: Thomas Frey/dpa

Laut David Schmidt vom Astronomie Club Ostfriesland sind Meteoriten mit einer enorm hohen Geschwindigkeit unterwegs und legen innerhalb kürzester Zeit sehr viel Strecke zurück. Der Meteorit sei deshalb innerhalb weniger Sekunden von Süddeutschland über Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und dann auch über Niedersachsen zu sehen gewesen. Das erklärt, dass der Lichtschweif auch in Ostfriesland zu sehen war, obwohl Koblenz via Luftlinie knapp 340 Kilometer entfernt liegt.

Space-X-Rakete oder Meteorit?

In der Vereinsgruppe sei das Ereignis heiß diskutiert worden, weil ein Mitglied den Lichtschweif zufällig beobachten konnte. Zunächst stand im Raum, dass es sich um Teile einer Falcon-Rakete von Space-X, dem Weltraumunternehmen von Elon Musk, handelte, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ebenfalls verglühen.

Einen Meteoriten kann man sich laut David Schmidt wie eine etwas größere Sternschnuppe vorstellen. Meteoriten sind Bruchteile von Himmelskörpern und stammen meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Sie können mehrere Milliarden Jahre alt sein und sind Überreste der Entstehung unseres Sonnensystems. Als Meteor wird die Lichterscheinung bezeichnet, die beim Verglühen des Meteoroiden entsteht. Bruchteile, die nach der Explosion den Erdboden erreichen, heißen Meteoriten.

Wetterverhältnisse waren in Ostfriesland für Sichtung optimal

Ein solches Ereignis sehen zu können ist recht selten. „Solche Objekte sind zu klein, als dass man sie, erst recht im Hobbybereich, vorher schon auf dem Schirm hätte“, sagt David Schmidt vom Astronomie Club. Wenn der Meteorit groß genug sei, könne man ihn sowohl nachts als auch tagsüber am Himmel sehen. Das sei dann nicht nur für Astronomen ein Highlight. Ein wolkenfreier Himmel sei dabei natürlich förderlich. Aus meteorologischer Sicht seien die Bedingungen jedenfalls bestens gewesen, schreibt auch Hobby-Meteorologe Steffen Lüpkes aus Osteel auf Nachfrage. „Sichtungen bei uns waren dank des meist klaren Himmels also wahrscheinlich“, so Lüpkes.

Die Meteoritensichtung am Sonntagabend hat deutschlandweit für einige Anrufe bei der Polizei gesorgt. Laut Deutscher Presse-Agentur berichteten die Anruferinnen und Anrufer im Westen Deutschlands von Feuerbällen am Himmel oder Flugzeugabstürzen. Teilweise seien Einsatzkräfte sogar zu vermuteten Absturzorten ausgerückt. In Ostfriesland gab es wegen des Meteoriten jedoch keine besorgten Anrufe bei der Polizei, wie die Pressesprecherinnen der Polizeiinspektionen aus Aurich/Wittmund sowie Leer/Emden auf Nachfrage bestätigten.

Mit Material der DPA.

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