Osnabrück Das Schulessen in Osnabrück wird erneut teurer – wird es auch besser?
Die Stadt Osnabrück will zum 1. August 2026 das Entgelt fürs Schulessen erhöhen. Zuletzt waren die Preise in den Mensen 2024 angehoben worden. Aber auch das Verpflegungskonzept ist auf dem Prüfstand.
Das Mittagessen an 35 Schulstandorten in Osnabrück wird zum 1. August 2026 teurer. Betroffen sind rund 5000 Schüler, die laut Stadtverwaltung derzeit täglich in den Mensen essen. Die Stadt will den Preis von derzeit 3,70 pro Mahlzeit auf dann 4 Euro pro Mahlzeit erhöhen. Für Schüler, die nicht in der Stadt leben, steigt der Preis von derzeit 4,20 Euro auf 4,50 Euro.
Knapp 300.000 Euro mehr wird die Stadt so im Jahr 2027 einnehmen. Ab dem Schuljahr 2028/29 könnten die Preise dann noch weiter steigen. Denn die Stadt will in die Entgeltordnung für das Mittagessen an Schulen eine dynamische Anpassung aufnehmen.
Im Schulausschuss gab es jetzt überwiegend Zustimmung für die Preiserhöhung, auf die sich die Fraktionen schon im Zuge der Haushaltsberatungen im Dezember 2025 geeinigt hatten. Es ist eine von mehreren Konsolidierungsmaßnahmen für die finanzklamme Stadt.
Nur einer stimmte dagegen. SPD-Ratsmitglied André Klekamp gab dazu eine persönliche Erklärung ab. „Mir ist bewusst, dass das im Rahmen eines gemeinsamen Haushaltes beschlossen wurde von allen Parteien. Nichtsdestotrotz bin ich aus vollster Überzeugung dagegen“, sagte Klekamp.
„Selbst wenn das nur ein paar Cent sind, gibt es einen Kipppunkt“, sagte er. Irgendwann würden sich die Eltern darüber Gedanken machen, ob sie sich das Schulessen noch leisten können und wollen. Es gebe weitere Bereiche des täglichen Lebens, bei denen er konsequent gegen Preiserhöhungen stimme, sowohl bei den Bädern als auch bei den Busfahrpreisen. Denn manche Familien könnten sich das schon jetzt einfach nicht leisten.
Überwiegend ist die Stadt bei der Mittagsverpflegung der Schüler auf Caterer angewiesen. Als Osnabrück sukzessive alle Grundschulen in Ganztagsschulen umwandelte, stand die Stadt jedoch vor der Herausforderung, auf einen Schlag Hunderte Schüler mehr mit Mittagessen zu versorgen als bislang. Zum Vergleich: 2022 nahmen lediglich rund 3000 Schüler am Mittagessen teil – 2000 weniger als jetzt.
„Die Kosten für Personal, Energie und Rohstoffe sind in den vergangenen Jahren weiterhin gestiegen“, schreibt die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage für die Preiserhöhung. „Dieses wird insbesondere in dem erforderlichen Wareneinsatz in den schulischen Mensen für die zubereiteten und angelieferten Speisen deutlich.“ Außerdem habe die Umsetzung des Mindestlohnes Auswirkungen auf die Preiskalkulation der Caterer.
Und noch etwas hat Auswirkungen auf den Preis der Caterer: die Qualität, die die Stadt erwartet und auf die sie nach eigenen Angaben auch Wert legt. „Das Qualitätsmanagement wurde sukzessive ausgebaut und die qualitativen Aspekte bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben überwiegen“, schreibt die Verwaltung. „So wurde u. a. in den entsprechenden Auftragsunterlagen ein verbindlicher Bio-Anteil bei den Lebensmitteln festgeschrieben.“
Derzeit überprüfe außerdem ein Beratungsunternehmen aus Hannover das Verpflegungskonzept der Stadt, erläuterte Fachdienstleiter Christian Fromme im Schulausschuss. Dabei gehe es sowohl um die Wirtschaftlichkeit als auch um die Frage, ob Stadtteilküchen sinnvoll wären. Ist die Küche weit von der Schule entfernt, kommt das Essen womöglich kalt an. Bis zu den Sommerferien sollen Ergebnisse der Prüfung vorliegen.