Dubai  Eskalation in Nahost: Das berichten deutsche Promis aus Dubai

Svana Kühn
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Von Svana Kühn
| 02.03.2026 17:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
In Dubai leben zahlreiche internationale Stars. Darunter auch deutsche Promis, wie Kim Gloss. Foto: IMAGO/Stephan Wallocha
In Dubai leben zahlreiche internationale Stars. Darunter auch deutsche Promis, wie Kim Gloss. Foto: IMAGO/Stephan Wallocha
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Steuerparadies unter Raketenbeschuss: In Dubai erleben deutsche Influencer derzeit gefährliche Nächte. Einige Auswanderer melden sich nun bei Social Media zu Wort.

Dubai ist das Eldorado für deutsche Influencer und Promis. Die Stadt gilt als sehr sicher mit extrem niedriger Kriminalitätsrate. Zudem gibt es in Dubai keine klassische Einkommensteuer für Privatpersonen. Influencer, die ihre in Deutschland erzielten Werbeeinnahmen in Dubai verbuchen, können ihre Steuerlast somit drastisch senken. Die Kehrseite: Öffentliche Kritik an der Regierung, der Polizei, den Königsfamilien oder dem Staat selbst ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Straftatbestand.

Nun rückt der Krieg im Nahen Osten bedrohlich nah. Am Nachthimmel über den Luxusvillen ist das Raketenabwehrsystem im Dauereinsatz, während die Auswanderer die Abfangmanöver teils live von ihren Balkonen aus beobachten können.

Besonders dramatische Szenen spielten sich am Samstag auf der berühmten Palmen-Insel ab. Das Fünf-Sterne-Hotel „Fairmont The Palm“ stand plötzlich in Flammen. Über die genaue Ursache rätseln die Ermittler derzeit noch. Laut Berichten lokaler Behörden und Medien ist es jedoch wahrscheinlich, dass das Luxusresort nicht direkt angegriffen wurde. Vielmehr könnte der Brand durch herabstürzende Trümmerteile eines iranischen Flugkörpers ausgelöst worden sein, der zuvor vom Abwehrschirm abgefangen wurde.

Bei Instagram melden sich nun immer mehr deutsche Prominente direkt aus der Krisenzone zu Wort und teilen ihre Eindrücke aus einer Stadt.

Sängerin Kim Gloss wendet sich in einer Videobotschaft an ihre Follower. In der Beschreibung heißt es: „In den letzten 24 Stunden ist viel passiert. Vorab möchte ich sagen: Wir fühlen uns hier gut aufgehoben. Wir vertrauen dem Land, wir vertrauen der Regierung – und vor allem dem Raketensystem, das in den letzten 24 Stunden Enormes geleistet hat.“ Zweimal sei in der Nacht von Samstag auf Sonntag der Alarm losgegangen, schildert die 33-Jährige. An Schlaf sei aber nicht zu denken gewesen. „Viele Familien haben in Garagen geschlafen oder sich in geschützte Räume zurückgezogen. Wir haben alle Matratzen in einem geschlossenen Raum ohne Fenster ausgelegt, und die Kinder haben friedlich neben mir im Arm geschlafen.“ Auch in unmittelbarer Nähe ihres Wohnortes seien zwei Raketen eingeschlagen, aber es sei direkt geholfen worden, erklärt Kim Gloss.

Model Fiona Erdmann hat ihr Haus in Dubai derweil verlassen. Zusammen mit ihren Kindern ist sie in den Oman gereist. In einem emotionalen Video in ihrer Instagram-Story schildert sie, wie sie die vergangenen Stunden erlebt hat: „Das Haus hat gebebt, wir haben laute Knalle gehört – ein Moment, den ich bisher nur aus dem Fernsehen kannte. Und plötzlich war er Realität.“ Das Model lebt seit neun Jahren in Dubai, wollte aber nicht, dass ihre Kinder Angst haben. „Unsere Türen haben gewackelt, unsere Fenster haben vibriert“, erzählt sie. Sie habe daraus dann ein Spiel gemacht: „Ich hab dann gesagt, wer als Erstes im Abstellraum ist, wenn er was hört. Ich wollte ihnen nicht das Gefühl geben, Mama hat Angst. Das war mir so wichtig.“

Wären die Kinder nicht, hätte Erdmann sich jedoch gegen die Ausreise entschieden, erklärt sie. Auch sie ist der Meinung: „Dubai beschützt uns“. „Was die da leisten, ist krass. Das ist eines der besten Abwehrsysteme der Welt“, so die 37-Jährige, die 2007 durch die zweite Staffel von „Germany’s next Topmodel“ bekannt wurde.

Auch Ina Aogo, die Partnerin von Ex-Bundesliga-Profi Dennis Aogo, und ihre Familie hatten sich zunächst entschlossen, nicht zu Hause zu schlafen. „Wir haben entschieden, mit der Familie für heute Nacht etwas außerhalb zu fahren“, schrieb sie in den sozialen Medien. „Da wir in der Nähe einer Militärbasis wohnen, hört man die Geräusche vom Abfangen sehr deutlich“. Dennoch glaube sie, dass die Vereinigten Arabischen Emirate die Situation im Griff hätten. Am Montag meldete sich die Influencerin zunächst wieder von zu Hause. Wie es nun weitergehe, wisse sie selbst noch nicht.

Reality-TV-Star Georgina Fleur sitzt derzeit beruflich in Thailand fest, während ihre kleine Tochter mit ihrem Kindermädchen in der Wüsten-Metropole geblieben ist. Nun bekommt Fleur jedoch prominente Unterstützung vor Ort: Das Kind befindet sich aktuell in der Obhut von Prinz Marcus von Anhalt. Georgina Fleur bezeichnet den Prinzen in ihrer Instagram-Story als „Ehrenmann“.

Ganz anders gibt sich der selbsternannte „Prinz“ Marcus von Anhalt selbst. Während Trümmerteile auf die Stadt stürzen, zeigt er sich in den sozialen Netzwerken gewohnt provokant, lebt weiterhin seinen Luxusalltag und freut sich über eine „Bombenstimmung“. „Hier wird wieder aus Mücken Elefanten gemacht“, berichtet er in einem Video vom Tennisplatz.

TV-Star Verona Pooth ist in Gedanken bei ihrem Sohn Rocco und der Freundin ihres Sohnes Diego, die nach der Schließung von Flughäfen derzeit in Dubai festsitzen. „Wir telefonieren stündlich, alles gut“, sagte Pooth nach einem Gerichtstermin in Düsseldorf. Rocco und Louisa hielten sich in einer Appartmentwohnung auf. Ihnen fehle es an nichts.

„Das heißt, vor Ort sind die in Sicherheit, Gott sei Dank. Aber es ist eine sehr schwere und heikle Situation, deswegen trifft es mich hier heute doppelt und dreifach“, erklärte die Moderatorin. Pooth hat nach dem Diebstahl ihres Schmuckes durch Einbrecher vor gut vier Jahren einen Versicherungsmakler auf Schadenersatz verklagt. Sie erschien in dem Zivilverfahren vor Gericht.

(mit dpa)

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