Osnabrück VfL-Trainer Timo Schultz: Nach dem Spiel musste ich mit dem Kopf schütteln
Glücklich mit dem Ergebnis und der Tabellenführung waren die Protagonisten des VfL Osnabrück nach dem 2:0-Sieg gegen Viktoria Köln. Trainer Timo Schultz musste nach der Partie dennoch den Kopf schütteln. Die Reaktionen.
Niklas Wiemann (Innenverteidiger des VfL Osnabrück): Die Spitzenreiter-Rufe aus der Kurve zu hören, das war natürlich sehr schön. Aber daran sollten wir uns nicht zu lange aufhalten. Wir hatten heute 20 Prozent Ballbesitz und machen aus zwei Halbchancen die Tore. Das Glück hat man dann vielleicht, wenn man da oben steht. Wir hatten aber auch noch viele Chancen, die wir liegenlassen, weil wir es schlecht ausspielen. Im Endeffekt verteidigen wir es dann einfach. Ich kann mich nicht an sehr viele Chancen von Köln erinnern. Wir haben nichts Gravierendes zugelassen. Klar, den Kopfball vielleicht - den hält Jonny. Ich habe ihn schon gefragt, ob es Show war, aber ist scheinbar doch ein bisschen gegen den Pfosten gesprungen Dafür haben wir ihn dann auch noch drin. Gehört dann halt dazu, eine Spitzenmannschaft muss beides können: Vorne Tore schießen und hinten dicht halten. Klar ist es unser Anspruch, mehr vom Spiel zu haben. Aber wenn es so ein Tag ist wie heute, dass wir es zusammen wegverteidigen, dann machen wir das. Das zeichnet uns zur Zeit einfach aus, dass wir das, was wir machen zusammen durchziehen.
Bjarke Jacobsen (Mittelfeldspieler des VfL Osnabrück): Es war ein harter Kampf heute. Wir sind viel gelaufen und hatten nicht so oft den Ball, wie wir es uns gewünscht haben. Aber wir haben nicht viel zu gelassen und früh die Tore gemacht und deshalb dürfen wir heute zufrieden sein mit unserer Leistung. Deshalb ist der Sieg heute auch verdient und das ist das Wichtigste. Persönlich war ich nach der Krankheit etwas müde, aber da muss man durch. Wir fahren jetzt mit viel Selbstvertrauen nach Regensburg. So ist das im Leistungssport, wenn du gewinnst, hast du Selbstvertrauen und belohnst dich. Ich war zuvor noch nie Spitzenreiter, das fühlt sich echt schön an. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich würde nie auf die Tabelle schauen. Aber für uns ist jetzt der Samstag wichtig. Wir kamen von unten und wissen, wie schnell das geht, deshalb müssen wir in der Spur bleiben. Die Qualität bei uns in der Mannschaft ist richtig hoch. Deshalb sind Spieler manchmal nicht im Kader und spielen in der anderen Woche und sind richtig gut und wichtig.
Robin Meißner (Torschütze zum 1:0): Wir wussten, dass Viktoria sehr viel Ballbesitz hat, aber auch, dass wir das aushalten müssen. Es war vielleicht etwas länger, als wir uns das vorgestellt haben. Aber daraus ist auch keine wirklich gefährliche Situation entstanden. Für uns war klar, dass wir über Umschaltmomente unsere Tore machen. Wenn wir so früh das 1:0 machen, spielt es sich leichter. Wir haben auch kein Problem damit, zuhause tiefer zu stehen. Wir wissen, dass wir das können. Die erste Halbzeit war gut. Wie Robin vor dem 2:0 nach vorne verteidigt und wie wir zweimal auf dem ersten Pfosten die Tore machen, ist das, was uns in der Rückrunde auszeichnet: die Effektivität vor dem Tor. Zweistellig getroffen zu haben, fühlt sich gut an. Aber es ist nur eine Zahl. Die wichtige steht in der Tabelle bei den Punkten. Als Spieler das Vertrauen zu spüren, ist ungemein wichtig. Es macht was mit der Art und Weise, wie du spielst. Aus der Mannschaft kam immer Zuspruch. Das ist schon besonders und richtig gut. Ich bin extrem froh hier zu sein, fühle mich richtig wohl und es macht mir unglaublich Spaß aktuell.
Marian Wilhelm (Trainer von Viktoria Köln): Glückwunsch an Timo und sein Team zum verdienten Sieg und zur bisher sehr guten Saison. Es war spannend, sich darauf vorzubereiten, weil wenig Zeit war - das tut schon weh bei so einem coolem Gegner. Wir kommen aus meiner Sicht richtig gut ins Spiel, haben Druck entwickelt und dann schlägt‘s das erste Mal zu. Da hatten wir in der Restverteidigung keinen guten Zugriff. So früh in Rückstand zu geraten tut weh, wenn man die Defensivstärke von Osnabrück kennt. Danach haben wir uns ganz gut befreit auf einem nicht einfachen Platz, der mit der Spieldauer auch nicht einfacher wurde. Wir hatten viele lange Ballbesitzpassagen, waren aber zu ungefährlich. Das zweite Tor ist erst ein Fehler von uns, dann aber herausragend gemacht. Den Ball hinterm Standbein so ins Tor zu bringen, das muss man erstmal so machen. In der zweiten Halbzeit waren wir mutiger und haben nicht mehr so viel zugelassen. Aber Osnabrück hat es wahnsinnig gut verteidigt und wir haben zu wenig Gefahr ausgestrahlt. Mit 50 bis 70 Prozent Ballbesitz gewinnst du kein Spiel, sondern mit Toren.
Timo Schultz (Trainer des VfL Osnabrück): Danke für die Glückwünsche. Wir sind gerade zusammen die Treppe hochgelaufen und musste mit dem Kopf schütteln. In der Statistik steht, glaube ich, etwas von 30 zu 70 Prozent Ballbesitz und 0:9 Ecken für Köln. Das zeigt die Verhältnisse auf dem Platz. Natürlich spielt uns die frühe Führung in die Karten. Wir hatten dann in der ersten Halbzeit noch zwei, drei richtig gute Umschaltmomente, in der zweiten Hälfte aber wenig. Meine Mannschaft hat es richtig gut verteidigt und den Vorsprung über die Zeit gebracht. Wir freuen uns über die drei Punkte, die hier an der Bremer Brücke bleiben.