Baustelle im Zentrum Große Baustelle bei der Kirche in Neermoor
Seit einigen Wochen stehen Baumaschinen neben der reformierten Kirche in Neermoor. Der Kirchenrat erläutert das Bauvorhaben der Gemeinde.
Neermoor - Mitten in Neermoor fällt seit einigen Wochen eine große Baustelle neben der evangelisch-reformierten Kirche auf. Der Kirchenvorstand erklärt, was dort entsteht: Es wird ein neues Gemeindezentrum gebaut. Das, so sagt Rieko Dirksen, 1. stellvertretender Kirchenratsvorsitzender, hänge eng mit einer anderen „Baustelle“ der Gemeinde zusammen. Diese sei mindestens genauso wichtig.
Pastorenwechsel als Zäsur: Kirchengemeinde startet in die Vakanzzeit
Denn die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde hat am 25. Januar 2026 ihre langjährige Pastorin Edith Lammering in den Ruhestand verabschiedet. „Für viele Gemeindemitglieder war sie über Jahrzehnte hinweg eine prägende Konstante im kirchlichen Leben“, teilt Dirksen mit. Mit dem 1. Mai 1984 hatte sie ihr Vikariat in Neermoor begonnen, mit dem zweiten theologischen Examen 1986 wurde sie Pastorin. 1992 hatte die Gemeinde sie zur Gemeindepastorin gewählt.
Somit kümmerte Lammering sich mehr als vier Jahrzehnte lang um die Gemeindemitglieder – in Gottesdiensten, in der Seelsorge, im Konfirmandenunterricht und in zahllosen persönlichen Gesprächen. In ihre Amtszeit fiel auch die Sanierung der Kirche. Mit Lammerings Abschied beginne nun eine Vakanzzeit, so Dirksen. In diese Phase fällt der Bau des neuen Gemeindezentrums. Der Spatenstich für dieses Projekt erfolgte nur drei Tage nach dem Abschied von der Pastorin.
Neubau statt Sanierung: Verwaltung und Gruppen sollen unter ein Dach
In einem eingeschossigen Bau sollen Räume für die Gemeindeverwaltung, Gruppenarbeit und Begegnung eingerichtet werden. Bislang nutzte die Gemeinde ein Gebäude auf der anderen Straßenseite, unter anderem als Kirchenbüro. Von diesem Haus will sich die Gemeinde nun trennen, kündigt Dirksen an. Es sei in die Jahre gekommen, aufgrund hoher Kosten habe man sich gegen eine Sanierung entschlossen. Stattdessen wird neben der Kirche neu gebaut.
„Damit haben wir alles an einem Ort“, sagt Dirksen. Der Spatenstich stehe sinnbildlich für den Aufbruch in eine neue Phase. „Während die Gemeinde geistlich gefordert ist, ihren Weg in der Vakanz zu gestalten, wächst zugleich ein Gebäude, das Raum für Begegnung, Austausch und gelebte Gemeinschaft schaffen soll“, erläutert er. Der Neubau sei ein Zeichen für die Entwicklung. Das Gemeindezentrum sei „ein riesiger Gewinn“ für die Gemeinde, trotz einer Investition von rund 1,3 Millionen Euro.
Fördergeld und Öffnung nach außen: Räume stehen für andere offen
Diese Summe muss die Kirche jedoch nicht allein stemmen. Es kommt laut Dirksen ein Zuschuss über das Amt für regionale Landesentwicklung. Dessen Bedingung ist, dass die Räumlichkeiten auch für andere Aktivitäten außerhalb der reformierten Kirchengemeinde zugänglich gemacht werden. Der Kirchenrat komme dem gerne nach. Man könne sich kleinere Veranstaltungen ebenso vorstellen wie eine Sitzung des Ortsrates im Gemeindezentrum. Für solche Zwecke werde es eine Art Konferenzraum geben.
Im Gegensatz zum bisherigen Gebäude sei das neue Haus komplett barrierefrei. Für die Verwaltung werde es neue Büros geben. „Wir schaffen auch neue Stellen“, kündigt Dirksen für den Kirchenrat an. Es werde künftig ein Küster oder eine Küsterin benötigt. Unter anderem, um die Räume für Nutzungen außerhalb der kirchlichen Aktivitäten zu öffnen. „Kirche bleibt auch ohne feste Pfarrstelle lebendig – aber sie ist darauf angewiesen, dass Ehrenamtliche, Kirchenrat und Vertretungspastoren gemeinsam weiterbauen“, macht Dirksen deutlich.