Bitteres Ende 60 Minuten Unterzahl – Esens hatte Sieg vor Augen
Im Landesliga-Kellerduell sah der TuS in der 35. Minute Gelb-Rot, traf danach aber noch zum 2:0. Alles sah nach einem verdienten Sieg der Moral im Abstiegskampf aus – dann kamen die letzten Minuten.
Esens - Wohl selten einmal war ein Spielausgang in einer Begegnung der Fußball-Landesliga so ungerecht wie das gestrige 2:2 zwischen dem TuS Esens und dem SFN Vechta. Die Ostfriesen spielten nach der Gelb-Roten Karte für Leon Wübbenhorst ab der 35. Minute in Unterzahl und führten bis kurz vor Schluss dennoch verdient mit 2:0. Doch dann kassierten sie in der 89. Minute und der sechsten Minute der Nachspielzeit das 2:2 – direkt danach folgte inmitten der Jubelszenen der Gäste der Abpfiff.
„Mir bleibt die Spucke weg. Dass wir den Ausgleich noch kassiert haben, ist extrem ärgerlich und ein richtiger Tiefschlag“, stellte Esens Trainer Ralf Backhaus kurz nach Spielende fest, nachdem er sich bei allen seiner Spieler bedankt hatte. Die Enttäuschung bei den Gastgebern war natürlich deshalb so groß, weil ein Punkt für den Drittletzten im Duell mit dem Vorletzten im Kampf um eine Aufholjagd zu wenig war.
Wübbenhorst trifft und fliegt
Gegen den direkten Konkurrenten aus dem Tabellenkeller benötigten die Ostfriesen zunächst einige Minuten, um zu ihrem Spiel zu finden. Vechta wirkte in den ersten Minuten ein wenig präsenter, doch nach gut zehn Minuten entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Doch spätestens mit dem 1:0 von Leon Wübbenhorst in der 19. Minute, als er eine Flanke von der rechten Seite von Justin Dombrovski zum 1:0 einköpfte, bestimmten die Gastgeber die Begegnung. Gute Offensivaktionen ergaben sich danach jedoch auf beiden Seiten kaum einmal.
Richtig hektisch wurde es dann jedoch, als der Esenser Torschütze von Schiedsrichter Jan Kruse (TuS Ekern) in der 35. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gezeigt bekam. In dieser Aktion sah dann auch Trainer Ralf Backhaus wegen Meckerns die Gelbe Karte. Bis zur Pause kam dann bei beiden Mannschaften kaum noch ein richtiger Spielfluss zustande.
Behrens köpft zum 2:0
Mit Wiederanpfiff bemühten sich die Gäste zwar das Spiel zu bestimmen, doch die Gastgeber hielten mit großem Kampfgeist dagegen. Von außen war dabei kaum einmal zu erkennen, dass Esens einen Akteur weniger auf dem Spielfeld hatte. Besser noch, Esens zeigte das effektivere Spiel, war torgefährlicher und dem kurz zuvor eingewechselten Brian Bruno Behrens gelang in der 65. Minute nach einer Ecke von Jan Sabath das hochverdiente 2:0 per Kopf.
Spieldaten
Esens: Sikma; Sabath, R. Til, F. Til, Ahrends (48. I. Stainbank), Rosenboom, Gerdes, Wübbenhorst, Cassens (84. Kroon), Dombrovski (46. L. Janssen), Osadets (62. Behrens).
Tore: 1:0 Wübbenhorst (19.), 2:0 Behrens (66.), 2:1/2:2 Sager (89./90.+6.).
Auch in den nächsten Minuten änderte sich am Spielgeschehen wenig. Fast hätte in der 76. Minute Behrens nach einer schönen Vorlage am Fünf-Meter-Raum den nächsten Esenser Treffer erzielt. Aber auch die Gäste hatten kurz danach ihre beste Torchance. Doch Esens-Torhüter Robin Sikma konnte eine Volleyabnahme aus 16 Metern nach einem Eckball an die Torlatte lenken.
Das bittere Ende
Richtig hektisch wurde es dann in den Schlussminuten der Partie. Zunächst einmal konnte sich ein Gästespieler im Esenser Strafraum durchsetzen, Torhüter Sikma konnte seinen Schuss dann nur zu kurz abwehren, so dass Flemming Sager aus einem Meter den Ball zum 2:1 über die Torlinie drückte (89.). Nun begann das große Zittern. In der allerletzten Aktion der Partie war es dann derselbe Spieler, der nach einem Eckball aus dem Gewühl heraus aus fünf Metern schließlich zum 2:2 einschoss. Danach pfiff der Unparteiische die Begegnung dann ab.
Während die Gäste den Punktgewinn feierten, lagen fast alle Esenser tief enttäuscht auf dem Rasen und konnten das gerade Geschehene nicht fassen. „Wir haben heute gezeigt, dass wir in der Liga mithalten können und werden auch wieder aufstehen,“ zeigte sich Esens-Trainer Backhaus, der seiner Mannschaft ein großes Lob aussprach, bereits wieder optimistisch. Am nächsten Sonntag kommt dann Bevern nach Esens.