Berlin Hundeverbot beim NDR: Jessy Wellmer im Gespräch über ihren Labradoodle
Für die „Tagesthemen“-Journalistin Jessy Wellmer wäre die Arbeit mit einem Bürohund noch schöner. Leider ist der NDR dagegen. Ein Interview über Juni, den Labradoodle der 46-Jährigen.
Kürzlich haben wir mit der „Tagesthemen“-Frontfrau Jessy Wellmer ein Interview über die Polarisierung in Deutschland geführt. Mit im Café war ein geborener Versöhner: Wellmers nicht-allergener Labradoodle Juni. Als wir mit dem eigentlichen Gespräch fertig waren, haben wir noch eine ganze Weile über den Hund gesprochen. Dies ist das Ergebnis.
Frage: Frau Wellmer, was haben Sie hier für einen schönen Hund? Wie heißt er richtig? Und welchen Spitznamen hat er?
Antwort: Wir haben eine Labradoodle-Hündin. Juni heißt sie, mit vollem Namen Juni Scherbatsky nach der Figur Robin Scherbatsky aus der Serie „How I Met Your Mother“.
Frage: Wenn man sich schon einen Hund kauft, warum dann nicht gleich einen Dackel?
Antwort: Das ist eine berechtigte Frage. Dackel sind in unserer Familie der Zweitlieblingshund. Meine 13-jährige Tochter besteht sogar darauf, dass wir noch einen Dackel dazunehmen – für uns, aber auch damit der Dackel den Labradoodle erzieht.
Frage: Erinnern Sie sich an die erste Begegnung mit Ihrem Hund?
Antwort: Juni ist – soweit wir wissen – das Ergebnis eines One-Night-Stands ihrer Mutter in einer niederländischen Hundepension. Wir haben Juni übernommen, als sie ein paar Monate alt war. Getroffen haben wir uns erst bei der Übergabe.
Frage: Hunde sind schlau. Was kann man von Ihrem lernen?
Antwort: Pudel gelten sogar als besonders schlau, aber meiner ist, fürchte ich, eher so mittelmäßig intelligent. Juni lernt nicht rasend schnell. Wir können inzwischen ohne Leine rausgehen. Das finde ich allerdings schon ziemlich gut.
Frage: Worüber reden Sie mit Ihrem Hund?
Antwort: Der Hund bekommt mein tägliches Seufzen ab. Normalerweise spreche ich nicht mit mir selbst. Das käme mir komisch vor. Wenn der Hund auf dem Sofa liegt, habe ich das Problem nicht. Dann ist jemand da. Was man spricht, geht nicht ins Leere. Der Hund atmet, er reagiert auf meine Stimme, es gibt eine Resonanz. Und ich merke den Unterschied: Jede zweite Woche bin ich ohne Hund in Hamburg. Da mache ich das nicht.
Frage: Wer ernährt sich besser: Sie oder der Hund?
Antwort: Unser Hund ist erstaunlicherweise ein sehr vorsichtiger Esser. Das gilt für mich leider nicht immer.
Frage: Ist Ihr Hund mit anderen Promi-Hunden befreundet?
Antwort: Kim Fisher wohnt in der Nachbarschaft. Die hat einen Dackel. Ab und an kommt es zu einem Treffen. Das dürfte ruhig häufiger sein. Ich muss mir wohl einfach mehr Zeit nehmen.
Frage: Was war der erste Hund Ihres Lebens?
Antwort: Juni ist der erste. Wir sind absolute Hunde-Anfänger. In unserer Familie sind alle außer mir Allergiker. Wir dachten, ein Hund kommt nicht infrage. Aber als wir mal in New York waren und gesehen haben, dass all diese hyperallergischen Stadtneurotiker auch Hunde haben, hat mein Mann gesagt: Wenn die das können, können wir das auch. Im Central Park trifft man auch sehr viele Pudel-Mischungen. Die sind antiallergen.
Frage: Gab es etwas, das gegen die Anschaffung eines Hundes gesprochen hat? Die Häufchentüten?
Antwort: Das nicht – obwohl meine Kinder es immer noch ein bisschen eklig finden, die Haufen ihres eigenen Hundes aufzuheben. Manchmal zweifle ich auch daran, wie sorgfältig sie das durchhalten.
Frage: Nutzen Sie Ihre Prominenz, um den Hund an Orte mitzunehmen, an denen Hunde nicht erlaubt sind?
Antwort: Ich würde den Hund sehr gerne mit zur Arbeit nehmen, aber beim NDR sind Hunde verboten. Und ich halte mich an die Regel.
Frage: Der NDR hat jahrzehntelang mit einem ausgewachsenen Walross geworben. Aber Hunde sind verboten?
Antwort: Zu der Zeit gab es auch noch Bürohunde beim NDR. Wahrscheinlich hörte das mit der Einführung der Großraumbüros auf. Es gab zuletzt mal eine Petition, die Haustiere zurück an den Arbeitsplatz holen wollte. Aber die Vorstellung von drei, vier Hunden im Großraumbüro von ARD aktuell, die dann regelmäßig durch die „Tagesschau“ toben, finde sogar ich schwierig. Es würde mir die Sendewoche trotzdem sehr versüßen.
Frage: Was würden Sie machen, wenn Sie einen Tag mit Juni tauschen könnten?
Antwort: Juni kann sehr hoch springen, an die 1,20 Meter sind für sie kein Problem. Ich könnte mir gut vorstellen, mich in gewaltigen Sprüngen über Parkbänke, Einkaufswagen und Schranken zu bewegen. Einfach so zum Spaß. Um diese Leichtig- und Flummihaftigkeit beneide ich meinen Hund schon sehr.
Frage: Der einzige Nachteil an Hunden ist ihre kurze Lebenserwartung. Sind Sie auf das Schlimmste vorbereitet?
Antwort: Bei uns fällt wirklich häufig der Satz: Was machen wir bloß, wenn Juni nicht mehr da ist? Meine Tochter kann darüber heute schon in Tränen ausbrechen. Aber wir freuen uns noch auf Junis langes Hundeleben – sie ist erst drei Jahre alt.