Verkehr in Emden  Kruithoff macht Schlaglöcher zur Chefsache

Mona Hanssen
|
Von Mona Hanssen
| 02.03.2026 12:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf der Jungfernbrückstraße sind einige Schlaglöcher schon provisorisch geflickt. An anderen Stellen rumpelt es noch stark. Foto: Mona Hanssen
Auf der Jungfernbrückstraße sind einige Schlaglöcher schon provisorisch geflickt. An anderen Stellen rumpelt es noch stark. Foto: Mona Hanssen
Artikel teilen:

Durch den Frost sind viele Straßen in Emden übersät mit Schlaglöchern. Jetzt verkündet Oberbürgermeister Tim Kruithoff, dass der Stadt die Schäden bekannt sind und wie es jetzt weitergeht.

Emden - Es ist schon manchmal interessant, was der Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) auf seinen Social-Media-Kanälen verkündet – und die Pressestelle der Stadt nicht als Mitteilung an die Redaktionen schickt. Aktuelles Beispiel: Am Mittwochmittag, 25. Februar 2026, macht er Schlaglöcher sozusagen zur Chefsache. Klar: Die Straßenschäden durch Frost an den Emder Straßen nerven wohl alle Autofahrer. Weil der Frost länger angehalten hat, konnten auch keine großen Reparaturen durchgeführt werden, weil es für die Arbeiten trocken und mild sein muss.

Eine ganz schöne Kante: Vor dem Schützenhof hat die Boltentorstraße große Schlaglöcher. Foto: Mona Hanssen
Eine ganz schöne Kante: Vor dem Schützenhof hat die Boltentorstraße große Schlaglöcher. Foto: Mona Hanssen

Wir hatten bereits für einen Bericht am 16. Januar 2026 mit der Stadtpressestelle über das Thema gesprochen. Sprecher Eduard Dinkela hatte damals mitgeteilt, dass die festgestellten Schäden digital erfasst, bewertet und nach Dringlichkeit priorisiert würden. Wichtige Verkehrsachsen kommen als Erstes dran, wenn das Wetter es zulässt. „Aufgrund der derzeit hohen Anzahl von Schlaglöchern im gesamten Stadtgebiet können nicht alle Schäden gleichzeitig beseitigt werden“, so der Sprecher damals. Die jeweiligen Schäden sind aber, wenn der BEE sich an die Arbeit macht, relativ schnell behoben: „Je nach Lage, Art und Größe dauert die Reparatur eines einzelnen Schlaglochs in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten.“ Doch bislang sind viele Schlaglöcher noch nicht beseitigt worden.

Was schreibt Kruithoff zur Schlagloch-Beseitigung?

Kruithoff erklärt nun: „Mir ist wichtig, das klar zu sagen: Wir sehen das. Wir wissen um die Probleme. Und wir kümmern uns darum – strukturiert und Schritt für Schritt.“ Aktuell würden die Straßenschäden im gesamten Stadtgebiet systematisch erfasst. „Auf dieser Grundlage erstellen wir einen abgestimmten Maßnahmenplan. Das bedeutet: Akute Gefahrenstellen werden kurzfristig abgesichert oder repariert, darüber hinaus planen wir gezielt weitergehende Sanierungen dort, wo sie notwendig und finanziell darstellbar sind“, erklärt der Oberbürgermeister.

Beim Agterum wurden schon oft Schlaglöcher geflickt und wieder von Frost und Belastung aufgerissen. Das Foto ist Mitte Januar 2025 entstanden. Foto: Mona Hanssen/Archiv
Beim Agterum wurden schon oft Schlaglöcher geflickt und wieder von Frost und Belastung aufgerissen. Das Foto ist Mitte Januar 2025 entstanden. Foto: Mona Hanssen/Archiv

Wir hatten Mitte Januar insbesondere Schlaglöcher auf den stark befahrenen Achsen Nordertorstraße, Zwischen Beiden Bleichen, Auricher und Petkumer Straße sowie Abdenastraße bis Agterum festgestellt. Auch auf dem Steinweg und dem Philosophenweg muss man teilweise Slalom fahren, damit es nicht zu stark rumpelt. In den Siedlungen ist es meist nicht besser, obgleich die Reparatur der dortigen Straßen auf der Prioritätenliste weiter unten steht.

Nicht alle Straßen in Emden können schnell saniert werden

Klar sei aber auch, so schreibt Kruithoff: „Einige Straßen brauchen nicht nur Ausbesserungen, sondern eine grundständige Sanierung. Dazu gehören unter anderem die Hauptstraße in Larrelt, die Königsberger Straße sowie Maßnahmen im Bereich am Gasthaus.“ Wann genau diese angegangen werden, schreibt er aber nicht. Zur Sanierung an der Larrelter Straße hieß es zuletzt im Mai 2025 von Stadtbaurätin Irina Krantz, dass man vor 2027 nicht mit einem Arbeitsbeginn rechnen müsse. Weitere zehn Jahre solle es bis zur Sanierung aber auf keinen Fall dauern.

Für 2026 stehen unterschiedliche Straßensanierungen bereits im Plan: Die Sanierung der Martin-Faber-Straße soll im April abgeschlossen sein. Der letzte Abschnitt der Uphuser Straße vor der sogenannten Luftbrücke muss noch fertig saniert werden. Die Neutorstraße ist eine Baustelle und wird voraussichtlich erst 2030/31 wieder einspurig für den Autoverkehr geöffnet. Auch wenn sie deutlich vorher fertig sein sollte, wird dann rund um den Delft umgebaut und saniert, weswegen eine Öffnung der Straße vor Fertigstellung aller Umbauten nicht sinnvoll wäre, erklärte Kruithoff vor Kurzem.

„Mir ist bewusst, dass Baustellen für viele Menschen belastend sind“, schreibt Kruithoff. „Schon jetzt hören wir, dass es manchen zu viele Einschränkungen sind. Gleichzeitig wissen wir: Wenn wir unsere Infrastruktur erhalten wollen, kommen wir an Sanierungen nicht vorbei. Sie sind eine Investition in Sicherheit, Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.“ Wer weitere Straßenschäden feststellt, könne diese an das Ideen- und Beschwerdemanagement der Stadt schicken. „Jede Rückmeldung hilft uns“, so Kruithoff. „Emden packt das an. Schritt für Schritt“, schreibt er.

Ähnliche Artikel