Haushalt 2026 In welche Projekte in Bunde noch Geld fließt
Die Gemeinde Bunde rutscht im Haushalt für das Jahr 2026 tief ins Minus, neue Wunschprojekte sind gestrichen. Woher kommen die roten Zahlen, und wofür fließt 2026 noch Geld?
Bunde - Der Haushaltsplanentwurf der Gemeinde Bunde für 2026 schließt im Ergebnis mit einem Fehlbetrag von mehr als 4,6 Millionen Euro ab. Zwar kann der Etat in diesem Jahr noch mithilfe vorhandener Rücklagen ausgeglichen werden. Doch die Lage wird enger, machte Bürgermeister Uwe Sap (SPD) im Finanz-, Prüfungs- und Wirtschaftsausschuss deutlich. „Der Haushaltsplanentwurf zeigt, wie eng der Spielraum der Gemeinde geworden ist, Zukunft zu gestalten“, sagte Sap. Die strukturelle Schieflage der Kommune, ihre Unterfinanzierung, sei bedenklich.
Hat die Gemeinde Bunde überhaupt noch Geld für Investitionen?
In den vergangenen Jahren floss viel Geld in die Infrastruktur, etwa in Kindertagesstätten und die Feuerwehr. 2026, kündigte Sap an, steht nun vor allem das Abarbeiten bereits begonnener Vorhaben im Vordergrund. „Es gibt keine neuen Wunschprojekte, die wir in diesem Jahr anstoßen. Dafür sind die Zeiten zu schwierig“, sagte der Rathauschef. Insgesamt plant die Gemeinde Investitionen von etwas mehr als 2,9 Millionen Euro, berichtete Kämmerer Achim Schlötel. Den Ausgaben stehen Zuschüsse von nahezu 550.000 Euro gegenüber. Unterm Strich bleibt damit ein Minus von 2,38 Millionen Euro. Und das muss über neue Kredite finanziert werden. Auch für 2027 zeichnet sich in der mittelfristigen Planung ein weiterer Investitionsbedarf ab: Schon im Haushalt 2026 verpflichtet sich die Gemeinde, für Maßnahmen im Folgejahr in Höhe von rund 3,22 Millionen Euro einzustehen.
Und wofür genau gibt die Gemeinde Bunde das Geld aus?
Der Löwenanteil der Investitionsmittel 2026 fließt in Bauvorhaben. Rund 1,42 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Größter Einzelposten: vier zusätzliche Wartehäuschen an Bushaltestellen, veranschlagt mit rund 288.000 Euro. Weitere Summen im sechsstelligen Bereich sind erneut für die Schmutzwasserkanalisation eingeplant. Insgesamt setzt die Gemeinde dafür mehr als 760.000 Euro an, verteilt auf verschiedene Arbeiten. Kleinere Beträge gehen in die Grundschulen Dollart und Wymeer, in die Kindergärten Dollart und Wymeer, in Spielplätze sowie in die Erneuerung der Zaunanlage beim TuS Ditzumerverlaat. Knapp 90.000 Euro sind als Restkosten für Brücken am Wynhamster Kolk und am Sieltief Ditzumerverlaat vorgesehen.
Wie kommt es überhaupt zu den roten Zahlen bei der Gemeinde Bunde?
Wie in vielen Kommunen im Landkreis Leer liegt das Problem weniger bei den Einnahmen als bei den Ausgaben. Die Erträge steigen dem Etatentwurf zufolge gegenüber dem Vorjahresansatz – vor allem dank höherer Steuereinnahmen – um mehr als 1,2 Millionen Euro. Gleichzeitig klettern die Aufwendungen im Jahresvergleich um mehr als 2,2 Millionen Euro. Treiber sind insbesondere die deutlich höhere Kreisumlage und steigende Personalkosten. Weitere Belastungen entstehen auch bei der Kinderbetreuung: Trotz zusätzlicher Mittel des Landes muss die Gemeinde in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Euro aus eigener Tasche zuschießen.
Sieht es in den kommenden Jahren besser für die Gemeindefinanzen aus?
Vorerst nicht. In der Finanzplanung bis 2029 rechnet der Kämmerer Jahr für Jahr mit weiteren Defiziten, jeweils in einer Größenordnung von mehr als 5,5 Millionen Euro.