AfD-Jugend Micha Fehre Vorsitzender der „Generation Deutschland“ in Niedersachsen
In Brettorf wurde am Samstag der 13. Landesverband der „Generation Deutschland“ gegründet. Vorsitzender ist Micha Fehre (Hannover), Stellvertreter Patrick Schwarzer aus dem Oldenburger Land.
Brettorf/Niedersachsen - Die rechtsextremistische AfD hat nun auch offiziell eine „Jugend“. Am Samstag, 21. Februar 2026, hat sich, gut abgeschirmt von der Polizei, die „Generation Deutschland Niedersachsen“ (GD) in der Gemeinde Dötlingen im Landkreis Oldenburg gegründet. Es ist der 13. Landesverband der neuen AfD-Jugend. Auch wenn unter den Gästen auch Vertreter des AfD-Kreisverbands Aurich/Emden waren, sitzt im Vorstand der „GD Niedersachsen“ kein Ostfriese.
Das war aber auch nicht anders zu erwarten. Wie schon im Vorfeld vermutet, ging der Vorsitz an den in Hannover lebenden Micha Fehre. Stellvertreter des 29-Jährigen ist Patrick Schwarzer aus dem Kreisverband Oldenburg-Land geworden.
Gründungsversammlung in Brettorf: Polizei schirmt Treffen ab
Die von offiziell 11.30 Uhr bis in die Abendstunden laufende Gründungsversammlung wurde flankiert von Gegenprotest. Die rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo, die einmal durch Brettorf lief und in der Nähe der GD eine Kundgebung abhielt, konnten den Ablauf aber nicht stören. Die Polizei hatte den Versammlungsort der GD, die Gaststätte Schürmann, weiträumig abgesperrt. Nur bei der Anreise kam es zu leichten Verzögerungen, weil sich eine Gruppe Demonstranten, losgelöst von der Hauptveranstaltung, auf eine der wenigen Zufahrtsstraßen gesetzt hatte.
Die Niedersachsen-AfD hat Teile des in die Jahre gekommenen Gebäudekomplexes der Gaststätte als Landesbüro gemietet. Teile des anreisenden AfD-Nachwuchses wunderten sich offensichtlich sehr über die von außen nur bedingt einladend wirkende Lokalität.
15.000 Euro Startspende und Bier vom Landtagsabgeordneten
Aber auch im Innern hatte die neue AfD-Jugend, die zum Start von der AfD Niedersachsen mit einer Spende von 15.000 Euro bedacht wurde, kaum Kosten und Mühen gescheut – für jeden Gast standen ausreichend Pappbecher zur Verfügung. Und der im Landkreis Oldenburg lebende AfD-Landtagsabgeordnete Harm Rykena brachte am Abend sogar noch eine weitere Runde Bier vorbei.
Erwartet hatte die „Generation Deutschland“ rund 150 Gäste, die tatsächliche Zahl dürfte leicht darunter gelegen haben. Dafür unterstützten andere Landesverbände mit Anwesenheit: Unter anderem war Parteinachwuchs aus Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein angereist.
Der Gesamtvorstand der "Generation Deutschland Niedersachsen"
Medienvertreter waren nur zur Pressekonferenz zugelassen
Presse war während der Gründungsveranstaltung nicht zugelassen. Gegen 18 Uhr am Abend wurde die Versammlung aber für eine Pressekonferenz unterbrochen. Wie viele Mitglieder die GD in Niedersachsen hat, darauf gab es vom insgesamt elfköpfigen Vorstand, der allein aus sechs Beisitzern besteht, keine Antwort. Micha Fehre sagte, dass es für die jeweiligen Posten je nur einen Kandidaten oder eine Kandidatin gegeben habe. Die Ergebnisse in den Wahlgängen seien sehr eindeutig gewesen, was zeige, dass man mit großer Geschlossenheit gestartet sei. Die „Generation Deutschland Niedersachsen“ sehe sich vor allem, so Fehre, als „eng verzahnt“ mit der Mutterpartei. Stephan Bothe, Mitglied des AfD-Landesverbands Niedersachsen, sieht in der GD „die Zukunft der Partei“.
Im Vorfeld der Pressekonferenz sagte der ebenfalls anwesende Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm, dass man Strukturen für „junge Patrioten“ schaffen wolle. Aber auch für junge Frauen, die sich für ihre Heimat einsetzen wollen, wolle man interessant sein. Wie man das erreichen will? „Es wird regelmäßig Veranstaltungen für junge Leute geben“, so Micha Fehre. Man sei „flächendeckend präsent und ansprechbar.“ Bei Veranstaltungen wolle man „Spaß und Bildung miteinander verbinden“.
Der Verfassungsschutz in Niedersachsen hat unterdessen schon angekündigt, den neuen GD-Landesverband im Auge zu behalten. Man sehe, darin stimmt der Verfassungsschutz mit Szene-Beobachtern überein, durchaus Kontinuitäten zwischen der jetzt neu gegründeten AfD-Jugend „Generation Deutschland“ und der bis zu ihrer Auflösung als gesichert rechtsextremistisch geltenden Vorgängerorganisation, der „Jungen Alternative“.