Am 21. Februar 2026 „Generation Deutschland“ – Gründung nahe Oldenburg
In der Gemeinde Dötlingen trifft sich am Samstag die neue AfD-Parteijugend zur Gründung des Landesverbands. Ein Bündnis, DGB und Antifa-Gruppen kündigen Protest an.
Landkreis Oldenburg - Die Nachfolgeorganisation der „Jungen Alternative“ gründet ihren niedersächsischen Landesverband an diesem Wochenende im Landkreis Oldenburg. Am Samstag, 21. Februar, will der künftige Landesverband der „Generation Deutschland“ in Brettorf in der Gemeinde Dötlingen zusammenkommen. Dafür hat sich schon Gegenprotest angekündigt.
Gründungsdatum und -ort bestätigte Micha Fehre von der AfD Niedersachsen gegenüber dieser Zeitung. Laut Landesverband ist Fehre für die Gründung und die Organisation des Tages mitverantwortlich. In Brettorf selbst trifft sich die AfD-Jugend dem Vernehmen nach im Gasthof Schürmann. Im gleichen Gebäude hat die AfD Niedersachsen seit Ende vergangenen Jahres auch ihre Landesgeschäftsstelle.
Rechtsextreme „Junge Alternative“ nur im neuen Gewand?
Die „Generation Deutschland“ ist inhaltlich und in Teilen personell eine direkte Weiterführung der „Jungen Alternative“ (JA). Darin sind sich Experten einig. Die JA wurde vom Bundesamt für Verfassungsschutz 2023 als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. 2025 löste sich die JA offiziell auf. Damit endete auch die Eigenständigkeit der JA, die als eigenständiger Verein und nicht als Teil der AfD agierte. Die „Generation Deutschland“ (GD) hingegen ist Teil der AfD. Laut Statut der AfD können Jugendliche ab 14 Jahren Mitglied der GD werden. Ab 16 Jahren wird man auch Mitglied der AfD. Wer das 36. Lebensjahr beendet hat, kann nicht Mitglied der „Generation Deutschland“ werden beziehungsweise scheidet aus der GD aus und ist fortan nur noch AfD-Mitglied.
Erst am Dienstag, als sie die Einstufung der AfD Niedersachsen als gesichert rechtsextremistisch bekanntgab, betonten Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) und Verfassungsschutzpräsident Dirk Pejril, dass die „extremistischen Teilorganisationen“, darunter die JA, „personell und ideologisch in den Parteistrukturen aufgegangen“ sind. Was bedeutet das für die GD, auch gerade auf Landesebene?
Gegenprotest in Brettorf: Wer mobilisiert und was bisher bekannt ist
Schon jetzt ist Niedersachsen im Bundesvorstand der GD stark vertreten: Stellvertretender Bundesvorsitzender der GD ist Adrian Maxhuni aus dem AfD-Kreisverband Osnabrück-Land. Stellvertretende Finanzbeauftragte ist Reinhild Goes (Kreisverband Göttingen). Als Beisitzerin ist zudem Julia Gehrkens aus dem Stadtverband Winsen an der Luhe Teil des Bundesvorstands. Gehrkens engagiert sich auch bei der laut Experten rechtsradikalen Frauengruppe „Lukreta“. Vorsitzender der GD auf Bundesebene ist derweil Jean-Pascal Hohm aus Brandenburg. Hohm ist nachweislich mit der Neuen Rechten und der rechtsextremen Szene vernetzt, hier vor allem mit der Identitären Bewegung – die eigentlich auf der Unvereinbarkeitsliste der Partei steht.
Wer am Samstag in Brettorf für den Vorstand der GD Niedersachsen kandidieren wird, ist noch unklar. Klar ist allerdings, dass auch diese AfD-Veranstaltung in Brettorf von Gegenprotest begleitet wird. Das war auch schon in der Vergangenheit so, jüngst bei einem Neujahrsempfang, der schon unter dem Label der Generation Deutschland ablief. Für kommenden Samstag haben das „Bündnis Buntes Brettorf“, der DGB und antifaschistische Bündnisse zum Gegenprotest aufgerufen.