Osnabrück  Winterwetter-Fahrplan für Busse in Osnabrück? Besser nicht, sagt der Verkehrsbetrieb

Sebastian Stricker
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Von Sebastian Stricker
| 17.02.2026 08:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Bei Winterwetter konzentriert sich der Osnabrücker Verkehrsbetrieb zunächst auf die fünf Metrobus-Linien. Foto: Sebastian Dannenberg
Bei Winterwetter konzentriert sich der Osnabrücker Verkehrsbetrieb zunächst auf die fünf Metrobus-Linien. Foto: Sebastian Dannenberg
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Damit Schule in Osnabrück auch bei Schnee und Eis stattfinden kann, fordern die Grünen einen Winterwetter-Fahrplan für Busse. Der städtische Verkehrsbetrieb SWO Mobil sieht eine starre Lösung jedoch kritisch.

Nach fünf witterungsbedingten Schulausfällen allein im Januar schlagen die Grünen im Osnabrücker Rat einen „Winterwetter-Fahrplan“ für den Bus vor. Der städtische Verkehrsbetrieb SWO Mobil erklärt, ein solches System bestehe bereits – allerdings flexibel statt starr.

Die Grünen, gemeinsam mit Volt und SPD-Fraktion im Stadtparlament tonangebend, haben ihre Forderungen am Wochenende deutlich formuliert. Sie wollen, dass Busse auch bei Schnee und Eis auf den Hauptstraßen regelmäßig fahren. Wo etwa Steigungen dem im Weg stehen, solle verlässlich die nächstmögliche Haltestelle angesteuert werden. Außerdem solle Fahrgästen früh bekannt sein, welche Linien zuerst ausfallen.

Die Stadtwerke-Tochter SWO Mobil begrüßt die Diskussion um einen Winterwetter-Fahrplan. Sie zeige „das gemeinsame Interesse aller Beteiligten, auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen ein möglichst stabiles Mobilitätsangebot aufrechtzuerhalten“, sagte Sprecher Marco Hörmeyer am Montag (16. Februar) auf Anfrage unserer Redaktion.

Es gebe jedoch schon heute ein „klar abgestimmtes Verfahren“ mit Stadt und Osnabrücker Servicebetrieb (OSB). Bei Winterwetter konzentriere sich der Betrieb zunächst auf die fünf Metrobus-Linien M1 bis M5, die entlang der Hauptverkehrsstraßen verlaufen und als „Rückgrat des städtischen Nahverkehrs“ die meisten Fahrgäste erreichen.

Von dort aus würden schrittweise weitere Linien und Streckenabschnitte wieder in Betrieb genommen, sobald es die Straßenlage erlaube. Entsprechend sei man in den vergangenen Winterwochen vorgegangen und habe das auch „transparent kommuniziert“.

Hörmeyer: „Unsere Fahrgäste wurden frühzeitig darüber informiert, welche Linien oder Streckenabschnitte zuerst bedient werden können und wo Einschränkungen zu erwarten sind.“

Von einem starren, vorab festgeschriebenen Ersatzfahrplan hält die SWO Mobil wenig. Denn er wäre „in der Praxis nur bedingt belastbar“.

ÖPNV im Winterbetrieb sei immer dynamisch, erklärt der Sprecher: abhängig von der konkreten Räum- und Streusituation, den örtlichen Straßenverhältnissen und der weiteren Wetterentwicklung. Hinzu kämen lokale Besonderheiten wie Steigungen, enge Wohnstraßen oder Wendeschleifen, die unabhängig von der Linienführung über die Befahrbarkeit entscheiden würden. Deshalb sei die enge Abstimmung mit dem für Winterdienst zuständigen OSB unerlässlich – und werde auch konsequent praktiziert.

Verbesserungspotenzial sehe man vor allem dabei, Fahrgäste klarer darüber zu informieren, welche Linien bei Winterwetter Vorrang haben. Ziel bleibe es, Planungssicherheit zu erhöhen, ohne dabei an nötiger Flexibilität im Betrieb einzubüßen.

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