Dreharbeiten Am Set von Klaus-Peter Wolfs Ostfriesenkrimis
Am Hafen Bensersiel und anderen Originalschauplätzen in Ostfriesland dreht eine Filmcrew „Ostfriesenzorn“ und „Ostfriesentod“ für das ZDF. Autor Klaus-Peter Wolf ist teilweise hautnah mit dabei.
Bensersiel - Es ist nur wenige Grad über null, der Wind weht frisch übers Wasser und immer wieder kommt ein Schauer auf die Filmcrew am Bensersieler Hafen herab. Die Bedingungen, unter denen das Team der Produktionsfirma Schiwago Film aus Berlin hier Ostfriesenkrimis für das ZDF verfilmt, sind nicht ohne. Es ist der zehnte Drehtag. Draußen zu drehen ist eine Herausforderung, verrät Schauspieler Tom Radisch. Seit 2024 ist er Teil des Teams, das die Bestsellerromane von Klaus-Peter Wolf Band für Band auf den Fernsehbildschirm bringt.
Radisch verkörpert Frank Weller, der gemeinsam mit der Kommissarin Ann Kathrin Klaasen (Picco von Groote) und Kollege Rupert (Barnaby Metschurat) im Mittelpunkt der Geschichten steht, die in Ostfriesland spielen – und darum auch genau da an den Originalschauplätzen gedreht werden. Mit der Verfilmung von „Ostfriesenzorn“ und „Ostfriesentod“ setzt das Team um die Produzenten Martin Lehwald und Simon Grohe sowie Regisseurin Katrin Schmidt die Reihe der erfolgreichen Samstagabend-Unterhaltung fort. In „Ostfriesenzorn“ müssen die Ermittler von der Mordkommission Aurich die Morde an zwei Frauen auf Langeoog aufklären. In „Ostfriesentod“ gerät Klaasen selbst unter Mordverdacht.
Klaus-Peter Wolfs Ostfriesenkrimis: Dreh an Originalschauplätzen
Auf dem Benser Außentief schaukelt ein Boot, das extra für diesen Dreh zum Polizeiboot gemacht wird. In einer der letzten Einstellungen, die am Dienstagnachmittag, 10. Februar 2026, in Bensersiel gedreht werden, führen Radisch und von Groote den gefesselten Schmidt-Schaller auf das am Anleger vertäute Schiff. Heimlich beobachtet und fotografiert wird dies von Claudius Steffens. Es dauert, bis die Einstellung zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgedreht ist. Erst wenn das der Fall ist, geht es weiter zur nächsten Szene. Das dauert – und es geschieht im ungemütlichen Winter Ostfrieslands, nicht in einem warmen Filmstudio irgendwo in Deutschland.
„Es ist eine Herausforderung, mit den Gezeiten umzugehen“, erzählt Tom Radisch anschließend. „Das macht alles etwas mit deinem Körper. Und das macht auch was mit deinem Nervensystem.“ Radisch taucht bereits zum dritten Mal ganz tief ein in seine Rolle. Er wird eins mit dem Charakter, den er verkörpert. „Da kommt manchmal ein Gefühl hoch – und ich merke: Das ist die Rolle. Stopp, das bist nicht du.“
Tom Radisch schlüpft bedingungslos in die Rolle von Frank Weller
Weller ist ein Charakter im Spannungsverhältnis zwischen seiner Frau und Chefin Ann Kathrin Klaasen, beschreibt Klaus-Peter Wolf. „Er ist für ganz viele junge Männer eine Figur, an der sie sich orientieren.“ Um dies glaubhaft darzustellen, geht Radisch gern an seine Grenzen: „Man reißt sich auf. Es steht für Weller alles auf dem Spiel. Diese Intensität – da gilt es dieses Gefühl in der Vorbereitung auch zu erarbeiten.“ Die Energie nutze er letztlich für sein Schauspiel. „Dann wird es kraftvoll.“
„Wir haben es bis heute geschafft, alles zu 100 Prozent in Ostfriesland zu drehen“, berichtet Produzent Martin Lehwald. Obwohl das nicht immer ganz einfach war, ergänzt Wolf. Den in Norden lebenden Autor und die Firma Schiwago Film verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Die Dichte und Authentizität der Romane haben ihn sofort gepackt, erinnert sich Lehwald. „Dass es so in die Tiefe ging.“ Nicht zuletzt die Figur der Ann Kathrin Klaasen hatte Eindruck gemacht: „Eine ungewöhnliche Ermittlerin – das fanden wir spannend.“
Ostfriesenkrimis im ZDF: Klaus-Peter Wolf taucht immer selbst auf
Mit dem zunehmenden Erfolg seiner Krimis hätten sich zahlreiche Produzenten in Stellung gebracht. Wolf aber entschied sich für Lehwald und Grohe. „Der Martin und der Simon, die ganz am Anfang dran geglaubt haben, die sollen es machen“, blickt Wolf zurück. Mittlerweile sind „Ostfriesenzorn“ und „Ostfriesentod“ Film 15 und 16, die in dieser Konstellation entstehen.
Klaus-Peter Wolf ist aber nicht nur der Autor der Bestseller, er ist auch von Stunde Eins eng in die Entstehung der Filme eingebunden. Außerdem haben er und seine Frau Bettina Göschl stets einen Cameo-Auftritt, übernehmen also selbst eine kleine Rolle. Eigentlich ist der Schriftsteller gerade auf Lesetour: Im Januar 2026 erschien mit „Ostfriesenerbe“ Band 20 der Ostfrieslandreihe im Verlag S. Fischer. Als Berater nimmt er jedoch auch kreativ Einfluss auf den Entstehungsprozess des Films. Sein Credo: „Kriminalliteratur muss überprüfbar sein.“ Das gilt für ihn nicht zuletzt für die Orte, an denen die Szenen spielen. „Die Leute kommen, um die Schauplätze zu besuchen.“
Krimidreh auf Langeoog mit Leichen im Schnee
Den Auftakt machten diesmal die Arbeiten auf Langeoog. Der Zeitplan für die Arbeiten an den Filmen zu „Ostfriesenzorn“ und „Ostfriesentod“ ist eng – auf Wind und Wetter kann darum kaum Rücksicht genommen werden. Der Wintereinbruch erfordert viel Flexibilität, schafft allerdings auch kreative Möglichkeiten. „Es war toll, dass die Leichen im Schnee lagen und nicht im Sand“, unterstreicht Lehwald. Der weiße Strand war menschenleer, schwärmt Radisch. „Es sind wirklich tolle Bilder entstanden.“
Nach den Morden auf Langeoog riegelt die Polizei die Insel ab. In Bensersiel wurde darum der Anschluss nach Langeoog gedreht. In den kommenden Tagen und Wochen folgen weitere Aufnahmen in Ostfriesland. Bis zum 25. März 2026 ist das Produktionsteam noch in Ostfriesland unterwegs, unter anderem in Neßmersiel, Emden und Norden. Der Sendestart für die fertigen Filme ist derzeit noch offen, wird aber frühestens für Ende 2026 erwartet.