„Unsere Alten, unsere Jungen“  Wie Aurichs Jugendwarte bei der Feuerwehr für Nachwuchs sorgen

Eva van Loh
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Von Eva van Loh
| 11.02.2026 19:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
André Meyer (links) und Malte Scherbening kümmern sich bei der Auricher Feuerwehr um den Nachwuchs. Foto: Eva van Loh
André Meyer (links) und Malte Scherbening kümmern sich bei der Auricher Feuerwehr um den Nachwuchs. Foto: Eva van Loh
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André Meyer und Malte Scherbening haben bei der Auricher Feuerwehr eine besondere Aufgabe: Sie kümmern sich um die Jugendfeuerwehr. Worauf sie bei ihrer Arbeit Wert legen und was ihnen Freude macht.

Aurich - Für Nachwuchs bei der Freiwilligen Feuerwehr Aurich zu sorgen, ist eine wichtige Aufgabe. Umso entscheidender ist es, dass sich gut um die Jugendfeuerwehr gekümmert wird. Das ist die Aufgabe von André Meyer und Malte Scherbening. Die beiden sind Jugendwarte und für die Ausbildung und Betreuung der jungen angehenden Einsatzkräfte zwischen zehn und 16 Jahren zuständig.

Die jungen Feuerwehrmänner waren beide schon vor ihrer Zeit als Jugendwart Teil des Betreuer-Teams der Jugendfeuerwehr. „Arbeit mit Kindern hat mir schon immer Spaß gemacht“, sagt Malte Scherbening. „Als unsere vorherigen Jugendwarte dann aufgehört haben, hat es sich für mich einfach angeboten, mich weiterzuentwickeln und die Leitung zu übernehmen.“ Der 30-Jährige ist selbst schon seit 24 Jahren in der Feuerwehr aktiv. Er weiß also selbst, wie es ist, als Kind in diesem Ehrenamt anzufangen. Auch für seinen Kollegen André Meyer ist die Arbeit mit Jugendlichen nichts Neues. Schon vor seiner Zeit als Jugendwart engagierte er sich ehrenamtlich beim Jugendtreff. Besonders viel Freude macht es ihm, wenn die Jugendlichen auch nach ihrer Zeit in der Jugendfeuerwehr dabei bleiben, sagt der 26-Jährige. „Das ist einfach schön, wenn man jemanden aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übergeben kann“, so Meyer.

92 Einsatzkräfte hat die Freiwillige Feuerwehr Aurich aktuell. Foto: Eva van Loh
92 Einsatzkräfte hat die Freiwillige Feuerwehr Aurich aktuell. Foto: Eva van Loh

Der Jugendwart darf auch mal Seelsorger sein

Eine große Aufgabe der Jugendwarte ist die Gestaltung des Unterrichts für die Ausbildung der jugendlichen Feuerwehrleute. „Es liegt an uns, ob die Kinder gelangweilt nach Hause gehen und nicht wieder kommen, oder ob sie Spaß haben und bleiben“, so Scherbening. Aktuell gibt es 22 junge Feuerwehrleute, die Meyer und Scherbening für das Ehrenamt begeistern konnten. Am meisten lohnt sich die Arbeit für die Jugendwarte, wenn ihre Schützlinge Prüfungen und Wettbewerbe mit Erfolg abschließen. „Dann weiß ich, dass die Ausbildung, die ich mitgestalte, Früchte getragen hat und die Jugendlichen das Gelernte auch umsetzen können“, sagt Scherbening. „Den Fortschritt bei ihnen zu sehen, ist für mich das Schönste an meiner Arbeit.“

9 Fahrzeuge stehen den Einsatzkräften der Auricher Feuerwehr zur Verfügung. Foto: Eva van Loh
9 Fahrzeuge stehen den Einsatzkräften der Auricher Feuerwehr zur Verfügung. Foto: Eva van Loh

Doch die Zeit bei der Jugendfeuerwehr besteht nicht nur aus Ausbildungen, Prüfungen und Wettkämpfen. Auch das jährliche Zeltlager und zahlreiche andere Ausflüge gehören dazu. Bei solchen Veranstaltungen zeige sich eine weitere Funktion des Jugendwarts: Die Funktion als Vertrauensperson. „Vor ein paar Jahren war ich im Zeltlager quasi der Seelsorger bei dem ein oder anderen Liebesdrama“, erinnert sich Meyer. „Dabei habe ich mir schon gedacht: ‚Hey, das ist schön, dass die Jugendlichen mit mir darüber reden.‘ Das zeigt mir, dass sie auch Vertrauen zu mir haben.“

Das Schönste sind die gemeinsamen Erfolge

Einer der zentralen Werte für die zwei Jugendwarte ist die Kameradschaft unter den Feuerwehrleuten. Das den Jugendlichen beizubringen, sehen die beiden als eine ihrer wichtigsten Aufgaben. „Gerade durch soziale Medien fehlt vielen Kindern der direkte Kontakt zueinander“, findet Scherbening. „Gerade im Zeltlager haben wir das gemerkt. Darum haben wir uns irgendwann dazu entschieden, dass die Kinder keine Handys mehr mitbringen dürfen.“ Diese neue Regelung hat sich aus Sicht der Jugendwarte gelohnt. Und für die Jugendlichen war das auch gar nicht so schwer wie gedacht. „In den ersten paar Tagen fragen sie zwar noch danach. Aber dann ist es auch schon vergessen“, sagt Meyer.

Den Zusammenhalt unter den Jugendlichen sei vor allem bei gemeinsamen Erfolgserlebnissen bei Wettbewerben zu spüren. Ein Erlebnis ist Malte Scherbening dabei besonders im Kopf geblieben: Der erste Feuerwehrmarsch in Hanstedt, an dem die Auricher Jugendfeuerwehr teilgenommen hat. „Wir hatten alle gar keine Ahnung, was da passiert“, erinnert er sich. „Und wir haben aus ungefähr 80 Jugendfeuerwehren eine Platzierung in den Dreißigern erreicht. Das war ein sehr besonderer Moment, weil niemand von uns damit gerechnet hat und wir alle zusammen stolz darauf sein konnten.“ Stolz sei generell das Gefühl, dass die beiden aus ihrer Arbeit mit den Jugendlichen mitnehmen. Ob es eine gute Platzierung bei einem Wettbewerb ist, oder eine gute Quote an Jugendlichen, die es bis in die Einsatzabteilung schaffen. André Meyer fasst es so zusammen: „Die Jugend ist unsere Zukunft.“

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