Glatteis Salz oder nicht Salz – in Emden keine Frage
Bei Schnee und Glätte muss gestreut werden – sonst stürzen Fußgänger. Darf das mit Salz geschehen, oder gibt es vergleichbare Alternativen?
Emden - Der Winter ist offensichtlich fürs Erste vorbei, doch noch immer wird über Salz diskutiert. In Berlin ist das Streuen mit Salz Privatpersonen verboten, in Leer ist es teils verboten, in Emden ist es erlaubt. Der Nabu hat in Berlin gegen die Aufhebung des gesetzlichen Streusalzverbots geklagt – mit Erfolg. Salz gefährdet die Natur und das Wohlergehen von Hunden und Katzen.
Somit ist die Regelung in Berlin jetzt: Privatleute dürfen nicht mehr mit Salz streuen, die Berliner Stadtreinigung wie gewohnt und gemäß dem Straßenreinigungsgesetz mit Einschränkungen schon.
Und in Ostfriesland?
In Leer lautet die Regelung wie folgt: Laut den Stadtwerken ist „[d]as Streuen von Salz [...] nur in Ausnahmefällen zulässig, wenn Glätte mit anderen Mitteln nicht oder nur mit unzumutbarem Aufwand beseitigt werden kann". An gefährlichen Stellen soll mit anderen abstumpfenden Mitteln gestreut werden.
Das sieht in Emden anders aus: Hier ist neben Streusand auch handelsübliches Streusalz erlaubt. Splitt wird nicht erwähnt, wird aber von der Stadt selber benutzt.
Gibt es Alternativen?
Auch wenn Streusalz in einigen Städten erlaubt ist, ist es nicht die umweltfreundlichste Methode und schadet Tieren. Bei Schneefall ist zunächst einmal darauf zu achten, den Schnee zeitnah mit Schieber und Besen zu beseitigen, bevor dieser festgetreten wird und sich eine Eisschicht bildet.
Sollte es dann doch glatt werden, beispielsweise durch gefrierenden Regen, oder will man einem rutschigen Untergrund vorbeugen, dann sind sogenannte abstumpfende Streumittel wie Sand, Splitt und Kies geeignet. Durch diese Streumittel wird die Oberfläche angeraut und die Rutschgefahr damit verringert. Doch auch hier muss man vorsichtig sein. Splitt oder Granulat können giftige Substanzen wie Arsen, Blei oder Quecksilber enthalten. Wer da sicher sein möchte, kann Streumittel verwenden, die mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel" zertifiziert sind, empfiehlt der Nabu Niedersachsen.
Blähton-Granulate werden ebenfalls zum Streuen verwendet, da sie über eine hohe Griffigkeit verfügen und eine lange Wirkung aufweisen. Hierbei ist jedoch auch zu beachten, dass Blähton durch das Erhitzen von Ton in Drehöfen hergestellt wird und somit sehr energieintensiv ist.
Sommerschlaf für das Streugut
Wenn das Winterwetter dann mal vorbei ist, muss man die scharfkantigen Materialien wie Kies, Sand und Splitt wieder entfernen. Diese kann man dann bis zum nächsten Winter aufbewahren, das spart Kosten und Ressourcen.
Ebenfalls ist zu beachten: Nicht in zu großen Mengen streuen, nur so viel, wie nötig ist, und wenn man aus dem Haus geht, dann mit dem richtigen Schuhwerk – mit Profil.