Osnabrück  Neue Hits in der Kabine: VfL Osnabrück und Meißner brechen den „Brückenfluch“

Susanne Fetter
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Von Susanne Fetter
| 09.02.2026 12:00 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Freut sich über seinen ersten Treffer an der Bremer Brücke im Trikot des VfL Osnabrück: Robin Meißner. Foto: Helmut Kemme
Freut sich über seinen ersten Treffer an der Bremer Brücke im Trikot des VfL Osnabrück: Robin Meißner. Foto: Helmut Kemme
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29 Drittliga-Tore hat Robin Meißner schon erzielt, sieben davon für den VfL Osnabrück - doch beim 2:0-Sieg gegen den TSV Havelse traf er zum ersten Mal an der Bremer Brücke. Für die Lila-Weißen war es der erste Sieg daheim in diesem Kalenderjahr. Dahinter steckt vielleicht auch ein kleines Geheimnis...

Viele Tore gab es in dieser Saison an der Bremer Brücke bisher noch nicht zu bejubeln. Vor dem Spiel gegen den TSV Havelse waren es zehn Treffer in elf Partien. Vielleicht war es es deshalb am Samstag besonders laut als Robin Meißner in der 78. Minute zum 2:0 traf. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich fast ein ganzes Stadion freute für einen Stürmer, der sein erstes Heimtor für die Lila-Weißen erzielte.

„Vielleicht lasse ich ihn daheim mal mit dem Mannschaftbus abholen und zum Stadion fahren“, hatte Trainer Timo Schultz zwischendurch schon mal überlegt, wenn Meißner mal wieder auswärts getroffen hatte. Leicht im Scherz, aber auch mit ein bisschen Ernst. Sechs Tore hatte Meißner bereits auswärts in dieser Saison in der 3. Fußball-Liga erzielt. Dazu kamen (laut Kicker) vier Vorlagen - auch sie alle in fremden Stadien.

Beim 2:0-Sieg gegen den TSV Havelse gelang ihm nun beides endlich auch daheim. Erst legte er den Treffer von Patrick Kammerbauer auf, dann traf er selbst. Zuvor hatte er noch einmal einen langen Sprint angesetzt. Gut 30 Meter mit dem Ball am Fuß. „Das hat noch einmal ganz schön Kraft gekostet“, betonte Meißner später. Ob er auch deshalb diesmal selbst den Lohn für die Arbeit einsammeln wollte, statt erneut quer zu legen? „Naja, spätestens als ich ihn dann auf den rechten Fuß gelegt habe, wusste ich, den muss ich jetzt selbst machen“, erklärte er.

Und vermutlich jeder im Stadion, sofern er es nicht mit dem TSV Havelse hielt, freute sich für den 26-Jährigen - allen voran seine Mitspieler. „Robin hat schon so viel für uns geleistet und so unfassbar wichtige und gute Spiele für uns abgeliefert“, sagte etwa Lars Kehl: „Wir sind sind alle froh, dass es jetzt auch zu Hause geklappt hat und er sich heute belohnt hat.“

Für Meißner war es sein 29. Drittliga-Tor, sein siebtes für den VfL und sein erstes an der Bremer Brücke. Wie froh er nun sei, dass er nicht mehr über den eigenen „Brückenfluch“ sprechen müsse? „Schon ein bisschen“, sagte Meißner und lächelte. Dann lenkte er wieder auf das, was ihm eigentlich wichtig ist: „Wir haben heute alle zusammen ein gutes Spiel gemacht. Wir waren stabil und haben erneut die Null gehalten. Das ist, was zählt.“ Typisch Meißner.

Der Stürmer denkt vor allem an den Teamerfolg und auch für den VfL war die Heimschwäche durchaus ein Thema. Nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden gegen 1860 München gelang den Osnabrücker zuhause endlich wieder ein Sieg. Der erste in diesem Jahr 2026 und der fünfte in dieser Saison. „Natürlich war die vermeintliche Heimschwäche ein Thema“, sagte Außenbahnspieler Kammerbauer: „aber kein allzu großes.“

Trotzdem war es so groß, dass sich das Trainerteam Gedanken machte - und vor dem Spiel zumindest über ein paar kleine psychologischen Kniffs nachdachte. „Der Trainer hat mir gesagt, er hat schon überlegt, ob er mir ein Matchbox-Auto schenkt, als Symbol für die Fahrt zu einem Auswärtsspiel“, verriet Meißner augenzwinkernd. Am Ende wurde es dann aber eine neue Playlist für die Kabine.

„Ferhat, unser Videoanalyst hat sie zusammengestellt“, sagte Kammerbauer, der einen alten Hit von Bushido auf die Liste setzte. „Jeder von uns durfte einen Song vorschlagen. Wobei, Kevin Wiethaup hat vermutlich gleich fünf genommen“, verriet der Franke und lachte.

Ob es nun an der Magie der neuen Musik, am Gedanken an das Spielzeugauto oder vielleicht doch eher am mannschaftlichen Willen lag - am Ende stand Meißners erstes Tor an der Bremer Brücke und der erste Heimsieg 2026 für den VfL. Und die Playlist? Kehl überlegt nur kurz: „Die bleibt!“

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