Osnabrück VfL Osnabrücks Trainer Schultz: Der Sieg gegen Havelse war heute hoch verdient
Der VfL Osnabrück hat den ersten Heimsieg im Jahr 2026 gefeiert. Nach dem 2:0 gegen den TSV Havelse rückten die Lila-Weißen in der 3. Fußball-Liga zwischenzeitlich sogar auf den zweiten Platz. Das sagen Trainer und Spieler zu der Partie.
Lars Kehl, Offensivspieler des VfL Osnabrück: Wir haben zuletzt schon mehrfach gute Spiele abgeliefert, aber die Dinger einfach nicht gezogen. Deshalb sind wir froh, dass es heute geklappt hat und die drei Punkte hierbleiben. Heute freuen wir uns auch alle für Robin (Meißner) Wir sind alle unfassbar froh, dass er sich belohnt hat. Er hat schon die Hinrunde so unfassbar wichtige und gute Spiele für uns abgeliefert - es ist schön, dass es jetzt auch zu Hause geklappt hat, dass er ein Tor erzielen konnte. Es war uns bewusst, dass es heute nicht einfach wird. In der ersten Halbzeit waren wir noch zu unsauber. Zweite Halbzeit war es dann ein guter Auftritt von uns. Das Tor war dann wichtig, danach war uns klar, dass wir dass ziehen, wenn wir unsere Grundtugenden auf den Platz bekommen. Ohne Bjarke Jacobsen ist es natürlich ein anderes Spiel, aber wenn ich sehe, was die anderen zwei auf der Position heute abgeliefert haben, ist es egal, wer auf dem Platz steht, weil wir einfach eine unfassbare Qualität im Kader haben. Morgen können wir ganz entspannt verfolgen, was die anderen machen. Aber ich glaube dennoch, wir tun jetzt gut daran, dass wir weiter bei uns bleiben und Woche für Woche unsere Leistung abliefern.
Patrick Kammerbauer, Torschütze zum 1:0: Es war heute ein schwieriges Spiel gegen einen schwierigen Gegner. Die Erwartungshaltung ist hoch, wobei Havelse wie wir in den letzten Partien stark gepunktet hat. Robin (Meißner) hat den Ball vor dem 1:0 richtig stark auf mich abgelegt. Ich habe gerufen, ja, aber es ist keine Selbstverständlichkeit, dass er den Ball da so hinbringt. Ich kann unglaublich gut, mit ihm zusammenspielen. Für uns war und ist es daher auch kein Thema, ob er trifft und wo. Aber dennoch habe ich mich heute sehr für ihn gefreut, dass er mir nicht nur eins aufgelegt, sondern auch selbst an der Bremer Brücke getroffen hat. Wir sind erstmal stolz, dass wir drei Punkte geholt haben und schauen ganz entspannt morgen die anderen Spiele an und genießen das Wochenende.
Robin Meißner, Torschütze zum 2:0: Ich bin natürlich erleichtert, dass das Thema „wann gibt es das erste Heimtor?“ vom Tisch ist. Aber ich glaube, es war heute vor allem mal wieder ein echter Mannschaftserfolg. Das steht über allem. Wir haben gut verteidigt und zum insgesamt zwölften Mal zu Null gespielt und völlig verdient gewonnen. Wir haben unheimlich gut gestanden, da dürfen es dann auch zu Hause mal zwei Kontertore sein, die das Spiel entscheiden. Ich fand uns in der ersten Halbzeit trotzdem schon mutiger als zuletzt gegen Saarbrücken, auch wenn wir da noch nicht so konsequent waren. Ich denke, wir haben heute schon noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht. Ich will nicht sagen, dass ich nicht darüber nachgedacht habe, dass ich bislang zu Hause noch nicht getroffen habe. Aber ich habe auch immer gesagt: Irgendwann passiert es. Umso schöner, dass es heute war und nicht erst am Ende der Saison. Aber jetzt haben wir erst mal ein schweres Auswärtsspiel vor der Brust. Und darauf freuen wir uns sehr.
Theo Janotta, Innenverteidiger des VfL Osnabrück: Bei uns in der Kabine war das eigentlich nicht so ein Thema, dass wir zu Hause eine vermeintliche Schwäche haben. Wir haben auch zuvor hier schon gute Spiele gemacht. Jetzt haben wir uns endlich mal wieder belohnt. Ich habe heute in der Kabine direkt vor dem Spiel erfahren, dass ich heute in der Startelf stehen werde. Am Freitag hatte ich schon so ein Gefühl, manchmal merkt man ja, dass es so kommen könnte. Dass sich kaum einer seines Stammplatzes sicher sein kann, pusht uns auch. Das merkt man bei jedem Training, dass hier ein Konkurrenzkampf herrscht und jeder was zeigen will. Ich denke, das belebt auch unsere Spielweise. Wir haben den Laden heute hinten mal wieder dicht gehalten und vorne hat es auch mal wieder geklappt. Für Meise (Anmerkung der Redaktion: Robin Meißner) freut es mich ganz besonders, dass er zu Hause den Bann gebrochen hat.
Samir Ferchichi, Trainer TSV Havelse: Der Sieg für Osnabrück ist verdient, weil wir heute nicht das gezeigt haben, wozu wir imstande sind. Die ersten Minuten haben wir Osnabrück schon vor Probleme gestellt durch unser Ballbesitzspiel, aber dafür haben wir die Steil-Klatsch-Umschaltmomente nicht gut verteidigt, sodass sich dann bis zur Pause ein offenes Spiel entwickelt hat. Nach der Pause haben wir die Chance, mit der Doppelchance durch Boujelab das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Stattdessen bekommen wir das 1:0, weil wir den zweiten Ball nicht gut verteidigen. Danach versuchen wir, den Druck zu erhöhen, aber das Gefühl der absoluten Gier war heute nicht da bei uns. Stattdessen kriegen wir recht schnell das 2:0 - und dann ist es schwer, gegen eine so abgezockte Mannschaft zu punkten. Osnabrück war heute reifer, das müssen wir ehrlich als Fazit ziehen - und wir müssen am Ball und gegen den Ball am Maximum sein, wenn wir in der 3. Liga punkten wollen.
Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Wenn man die Partie heute mit dem Hinspiel vergleicht, muss man sagen, dass wir gegen zwei unterschiedliche Mannschaften gespielt haben. Physisch und in den Abläufen bei eigenem Ballbesitz ist Havelse eine richtig gute Mannschaft in der 3. Liga geworden, das zeigen ja auch die Ergebnisse zuletzt. Wir nehmen die drei Punkte gerne mit und ich gehe auch mit, dass das heute hochverdient war. Der einzige Vorwurf, den wir uns machen müssen, ist, dass wir hintenraus nicht das dritte Tor machen. Das Quäntchen Glück, dass wir Anfang der zweiten Halbzeit hatten, haben wir uns in den letzten Wochen einfach erarbeitet - es ist beeindruckend, wie gut die Mannschaft arbeitet und wie oft wir zu Null gespielt haben.