Wohnungsmarkt in Ostfriesland  Wo die höchsten Quadratmeterpreise erzielt werden

Melanie Hanz
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Von Melanie Hanz
| 07.02.2026 12:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Auf Norderney sind die Quadratmeterpreise für Wohnungen im Inselvergleich am höchsten. Foto: Volker Bartels/dpa
Auf Norderney sind die Quadratmeterpreise für Wohnungen im Inselvergleich am höchsten. Foto: Volker Bartels/dpa
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20 Prozent mehr Wohnungen wurden 2025 verkauft. Zwischen Inseln, Küstenorten und Binnenland gibt es erhebliche Unterschiede.

Ostfriesland - 16.700 Euro: Das war der höchste Quadratmeterpreis, den eine Wohnung im Jahr 2025 erzielt hat. Es handelte sich um eine Wohnung auf Norderney. Schon 2024 führte Norderney die Liste der höchsten Quadratmeterpreise in Ostfriesland an: 21.500 Euro wurden gezahlt. Das geht aus den neuen Grundstücksmarktdaten des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Aurich hervor.

Auch auf den übrigen Inseln liegen die Quadratmeterpreise weit über denen in den Küstenorten oder gar im Binnenland: Der durchschnittliche Kaufpreis bei Weiterverkäufen lag im Binnenland bei etwa 2000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und in den Küstenbadeorten bei 3500 Euro. Auf den Inseln reichte die Spanne des durchschnittlichen Quadratmeterpreises von 6600 Euro auf Borkum bis 10.200 Euro auf Norderney.

Borkum mit den günstigsten Quadratmeterpreisen

Die günstigste Wohnung ging auf Borkum für 2300 Euro pro Quadratmeter weg, auf Langeoog wurde eine Wohnung für 2400 Euro Quadratmeterpreis verkauft. Dennoch ist „das Preisniveau der Wohnungen von Mitte 2024 bis Mitte 2025 auf den Inseln im Mittel um 3 Prozent gesunken“, sagt Martin Homes, Vorsitzender des Gutachterausschusses.

Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich des Gutachterausschusses Aurich - die Landkreise Aurich, Wittmund, Leer und Friesland sowie die Städte Emden und Wilhelmshaven - im vergangenen Jahr 2168 Wohnungen verkauft. Nach dem Plus von 7 Prozent im Jahr 2024 war das mit 20 Prozent erneut eine deutliche Zunahme. Der Geldumsatz für Wohnungen betrug 2025 insgesamt 453 Millionen Euro (+22 Prozent).

Blick auf die Kette der ostfriesischen Inseln von Wangerooge aus: Zwischen Inseln, Küstenorten und Binnenland gibt es erhebliche Unterschiede bei den Quadratmeterpreisen für Wohnungen. Foto: Klaus Schreiber
Blick auf die Kette der ostfriesischen Inseln von Wangerooge aus: Zwischen Inseln, Küstenorten und Binnenland gibt es erhebliche Unterschiede bei den Quadratmeterpreisen für Wohnungen. Foto: Klaus Schreiber

Davon entfielen 574 Verkäufe (+11 Prozent) auf den Landkreis Aurich, 397 (+46 Prozent) auf den Landkreis Friesland und 397 (+8 Prozent) auf die Stadt Wilhelmshaven. Im Landkreis Leer wurden 359 (+42 Prozent) Wohnungen verkauft, in der Stadt Emden 229 (-4 Prozent) und im Landkreis Wittmund 212 (+31 Prozent).

Gefragt waren im vergangenen Jahr neuere Wohnungen

Der weit überwiegende Teil der verkauften Wohnungen auf dem Festland wurde in den Jahren 1997 bis 2003 gebaut, hinzu kam ein hoher Anteil an neuen Wohnungen aus den Baujahren 2024 und 2025. Eine Ausnahme bildet der Wohnungsmarkt in Wilhelmshaven: Der Großteil der dort verkauften Wohnungen stammt aus den Jahren 1909 und 1968 - ein Hinweis auf die Entwicklungsgeschichte der jungen Stadt.

Aurich ist teures Pflaster - zumindest was die Quadratmeterpreise bei Neubauwohnungen angeht. Foto: Eva van Loh
Aurich ist teures Pflaster - zumindest was die Quadratmeterpreise bei Neubauwohnungen angeht. Foto: Eva van Loh

Die Spanne der durchschnittlichen Quadratmeterpreise für neuere Wohnungen (Baujahre 1991 bis 2022) reichte von 2356 Euro im Landkreis Friesland bis zu 3062 Euro in Wilhelmshaven. Für Neubauwohnungen wurden 2025 im Landkreis Aurich mit durchschnittlich 4104 Euro pro Quadratmeter die höchsten Kaufpreise fällig. Mit durchschnittlich 3290 Euro waren im Landkreis Wittmund die Quadratmeterpreise für neue Wohnungen am günstigsten. Laut Martin Homes ist das Preisniveau der Wohnungen in den Städten und Gemeinden auf dem Festland im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 4 Prozent gestiegen.

In Norddeich sind Ferienwohnungen am teuersten

Die Kaufpreise bei Wohnungen für Dauerwohnzwecke sind in der Regel geringer als bei Wohnungen für den Fremdenverkehr (Ferienwohnungen). So listet der Grundstücksmarktdatenbericht für Ferienwohnungen in Ostfrieslands Küstenorten für 2025 Quadratmeterpreise für Weiterverkäufe von 2600 Euro in Dornumersiel bis 3920 Euro in Norddeich. Neubauwohnungen gingen im vergangenen Jahr für mindestens 3580 Euro pro Quadratmeter in Carolinensiel an die Käufer, den höchsten Quadratmeterpreis erzielten Neubauwohnungen in Norddeich mit 5790 Euro pro Quadratmeter.

In den Städten reichte die Spanne der Quadratmeterpreise für Dauerwohnungen im Weiterverkauf von 980 Euro für mäßige Objekte in Emden bis 2650 Euro ebenfalls in Emden für gute Objekte. Bis auf Aurich, wo Neubauwohnungen für mittlere Kaufpreise von 4210 Euro pro Quadratmeter gelistet sind, kosteten in Esens, Leer, Norden, Weener, Wiesmoor und Wittmund Wohnungen im Erstverkauf im Median 3500 Euro pro Quadratmeter. Wohnungen im Weiterverkauf gingen zum mittleren Quadratmeterpreis von 2300 Euro an die Käufer.

Die für den Raum Norden (Stadt Norden, Küste und Inseln Norderney, Juist, Baltrum) ermittelten Verkaufszahlen und Anteile der auswärtigen Käufer. Grafik: Gutachterausschusses für Grundstückswerte Aurich
Die für den Raum Norden (Stadt Norden, Küste und Inseln Norderney, Juist, Baltrum) ermittelten Verkaufszahlen und Anteile der auswärtigen Käufer. Grafik: Gutachterausschusses für Grundstückswerte Aurich

Zwei Drittel der Käufer von Ferienwohnungen sind Auswärtige

„Der Wohnungskauf spielt in den Städten Ostfrieslands eine Rolle als Kapitalanlage mit der Perspektive, eventuell im Alter selbst einzuziehen“, erläutert Homes. Auf den Inseln und in den Küstenorten steht natürlich die Vermietung als Ferienwohnung im Vordergrund. Und so ist der Wohnungsmarkt an der Küste und auf den Inseln auch sehr interessant für auswärtige Käufer, die ihren Wohnsitz nicht in Friesland/Ostfriesland haben. Wie die Auswertung zeigt, wohnen etwa zwei Drittel aller Käufer von Eigentumswohnungen in touristischen Orten nicht in der Region. Bei den Einfamilienhäusern liegt dieser Anteil bei etwa 38 Prozent.

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