Frankfurt am Main Epstein-Files: Diese Rolle spielt die Deutsche Bank in den Dokumenten
Nicht nur prominente Namen aus Politik und Gesellschaft tauchen in den neuesten Dokumenten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf. Mit der Deutschen Bank wird auch ein großes deutsches Unternehmen erwähnt. Was steckt dahinter?
Die Veröffentlichung weiterer Dokumente zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zieht immer größere Kreise. Neben prominenten Persönlichkeiten wie US-Präsident Donald Trump oder Microsoft-Mitgründer Bill Gates rückt jetzt auch ein deutsches Unternehmen zunehmend in den Fokus.
Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Deutsche Bank über mehrere Jahre in die Finanzgeschäfte von Epstein eingebunden war. Grundlage für diese Erkenntnis ist eine vertrauliche Präsentation, die die Bank nach dem Tod des Geschäftmannes 2019 für die Staatsanwaltschaft New York erstellt hatte und über die „Die Zeit“ zunächt berichtete.
Demnach besaß Epstein zwischen 2013 und 2018 mehrere Konten bei der Deutschen Bank, über die alle zentralen Ausgaben abgewickelt wurden. Dazu gehörten unter anderem Immobiliengeschäfte, Kosten für Epsteins Privatflugzeug oder Geldtransfers für seine Stiftungen. In den Mittelpunkt gerät in diesem Zusammenhang der sogenannte Butterfly Trust (Deutsch: Schmetterlingsfond).
Aus diesem Fond gingen laut Bericht umfangreiche Zahlungen an junge Frauen. Als Verwendungszweck für das überwiesene Geld dienten Begriffe wie „Miete“, „Spesen“, „Studiengebühren“ – oder „Einwanderungsangelegenheiten“.
Die Aufzeichnungen über die Verbindung zwischen der Deutschen Bank und Jeffrey Epstein offenbaren ein System der finanziellen Abhängigkeit, das der Geschäftsmann über Jahre zu seinen Gunsten ausnutzte. So wurden neben Studiengebühren auch die Kosten für Sprachkurse oder medizinische Leistungen übernommen, um so die Loyalität der meist jungen Opfer zu erkaufen.
Daneben finden sich in den Unterlagen zur Deutschen Bank auch Kosten für juristische Angelegenheiten. Geriet ein Mensch aus Epsteins Umfeld unter Missbrauchsverdacht, übernahm der Investmentbanker nicht selten die Anwaltskosten. So etwa im Fall von Ghislaine Maxwell, die als enge Vertraute von Epstein galt und junge Frauen für ihn rekrutierte.
Auf Nachfrage erklärte die Deutsche Bank, dass man die damalige Geschäftsbeziehung zu Jeffrey Epstein bedauere. Das Unternehmen kooperiere umfassend mit den zuständigen Behörden. Neben dem Imageschaden dürften auch die finanziellen Folgen für die Bank erheblich sein. So verhängte die New Yorker Finanzaufsicht bereits im Jahr 2020 eine Strafe von 150 Millionen Dollar wegen mangelhafter Geldwäschekontrollen.
Vor rund drei Jahren einigte sich die Deutsche Bank mit Epstein-Opfern auf einen Vergleich in Höhe von rund 75 Millionen Dollar. Der Druck auf das Unternehmen dürfte mit Veröffentlichung der neuen Epstein-Files jedoch nicht nachlassen.