Washington  Neue Details zu Foto mit Virginia Giuffre – warum Andrews Alibi jetzt bröckelt

Finn Determeyer
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Von Finn Determeyer
| 05.02.2026 18:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auf diesem undatierten Foto ist Prinz Andrew mit der mittlerweile verstorbenen Virginia Giuffre zu sehen – und mit Ghislaine Maxwell. Die Echtheit des Bildes hatte der Ex-Royal stets bestritten. Foto: picture alliance/dpa/US Department Of Justice
Auf diesem undatierten Foto ist Prinz Andrew mit der mittlerweile verstorbenen Virginia Giuffre zu sehen – und mit Ghislaine Maxwell. Die Echtheit des Bildes hatte der Ex-Royal stets bestritten. Foto: picture alliance/dpa/US Department Of Justice
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Der ehemalige britische Prinz Andrew bestritt stets, Virginia Giuffre jemals getroffen zu haben. Die neu veröffentlichten Epstein-Akten enthalten nun aber eine E-Mail von Ghislaine Maxwell, die seine Verteidigung und sein Pizza-Alibi bröckeln lassen.

Die Veröffentlichung von mehr als drei Millionen Dokumenten aus den Epstein-Akten durch das US-Justizministerium bringt Andrew Mountbatten-Windsor weiter in erhebliche Erklärungsnot. Zentrales Element der neuen Erkenntnisse ist eine E-Mail von Ghislaine Maxwell aus dem Jahr 2015, die laut Berichten der „Daily Mail“ und der „Sun“ die Authentizität des umstrittenen Fotos bestätigt, das den Prinzen mit seinem Arm um die damals 17-jährige Virginia Giuffre zeigt.

Maxwell hielt darin fest, dass sie die beiden in ihrem Londoner Haus einander vorgestellt habe und das Bild am selben Abend dort aufgenommen worden sei.

Diese Korrespondenz steht im direkten Widerspruch zu den bisherigen Aussagen von Prinz Andrew und Ghislaine Maxwell. Während Maxwell das Foto noch in Interviews aus dem Gefängnis als Fälschung bezeichnet hatte, nutzte Andrew die Zweifel an der Echtheit als Kern seiner Verteidigung.

In seinem viel beachteten BBC-Interview mit Emily Maitlis im Jahr 2019 präsentierte er zudem ein Alibi: Er gab an, sich zum fraglichen Zeitpunkt im März 2001 in einer Pizzeria in Woking aufgehalten zu haben, um seine Tochter Beatrice von einer Party abzuholen. Die nun aufgetauchte E-Mail Maxwells an Jeffrey Epstein widerspricht dieser Darstellung fundamental, da sie explizit von einem Treffen der Gruppe in London berichtet.

Neben der Bestätigung des Fotos enthalten die Akten weitere belastende Dokumente. Ein Anwaltsschreiben aus dem Jahr 2011 führt laut den vorliegenden Informationen neue schwere Vorwürfe einer namentlich nicht genannten Frau an. Diese gibt an, im Jahr 2006 als exotische Tänzerin auf Epsteins Anwesen in Florida tätig gewesen zu sein.

Dort sollen Epstein und Andrew sie nach ihrem Auftritt zu sexuellen Handlungen überredet haben, nachdem sie eine Aufforderung zu einem Dreier zunächst abgelehnt hatte. Zudem sei ihr nur ein Bruchteil der versprochenen Gage ausgezahlt worden. Prinz Andrew hat jegliches Fehlverhalten in diesem Zusammenhang stets bestritten.

Weitere E-Mails aus dem Jahr 2010, die der BBC vorliegen, verdeutlichen zudem die anhaltende Verbindung zwischen Andrew und Jeffrey Epstein, selbst nachdem dieser bereits wegen Anstiftung zur Prostitution einer Minderjährigen verurteilt worden war. Die Nachrichten belegen, dass Epstein ein Treffen zwischen dem Prinzen und einer 26-jährigen Russin in London arrangierte. Andrew zeigte sich in den Antwortmails interessiert und erkundigte sich nach Details über die Frau, die das Treffen später in einer Nachricht an Epstein als „erstaunliche Nacht“ beschrieb.

Die Familie der im vergangenen Jahr verstorbenen Virginia Giuffre sieht in den neuen Enthüllungen eine späte Gerechtigkeit. In einem offiziellen Statement erklärte die Familie, dass Giuffre durch die Veröffentlichung der Maxwell-E-Mail rehabilitiert sei.

Dies sei von besonderer Bedeutung, da Andrew zwar im Jahr 2022 Millionen zahlte, um eine Zivilklage Giuffres wegen sexuellen Missbrauchs beizulegen, gleichzeitig aber stets behauptet hatte, sich nicht an ein Treffen mit ihr erinnern zu können.

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