Winterwetter Eisregen und Glätte fordern Ostfriesen heraus
An diesem Mittwoch sorgten Eisregen und Glätte für große Rutschgefahr auf Gehwegen und Straßen. Der Tag war geprägt von Unfällen und Ausfällen. Eine Bilanz.
Ostfriesland - Auf vielen Straßen, Geh- und Radwegen in Ostfriesland lag an diesem Mittwoch, 4. Februar 2026, eine Eisschicht. Ausgelöst wurde diese durch Eisregen in der vorherigen Nacht. Auch wenn das Winterwetter schon einige Zeit anhält, sorgte das für Herausforderungen. Diese Redaktion zieht eine Bilanz des eisigen Mittwochs und wirft einen Blick auf das Wetter in den kommenden Tagen.
Zahlreiche Unfälle wegen glatter Fahrbahnen
Gegen fünf Uhr morgens kam es auf der A 31, zwischen den Anschlussstellen Jemgum und Weener in Fahrtrichtung Bottrop, aufgrund der glatten Fahrbahn zu einem schweren Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Pkw. Das teilte die Polizei mit. Einer der Autofahrer wurde lebensbedrohlich verletzt. Neben diesem Unfall kam es laut der Polizeiinspektion Leer/Emden am Mittwoch zwischen 5.30 Uhr und 9.20 Uhr zu 20 weiteren Verkehrsunfällen – die meisten davon seien durch die Fahrbahnverhältnisse verursacht worden und blieben ohne Personenschaden.
Auch die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund meldete für Mittwoch zwischen 5.30 und 15 Uhr insgesamt 25 witterungsbedingte Unfälle. „Oftmals gerieten Autofahrer auf glatten Nebenstraßen ins Rutschen, landeten in einem Graben oder kollidierten mit einem Stromkasten, einem Straßenschild oder einem anderen Pkw“, so die Polizei.
Glatte Straßen und der Winterdienst streikt
Normalerweise sorgen die Straßenmeistereien für freie, gestreute Bundes- und Landesstraßen. Nicht so am Mittwoch. „Auf den Straßen ist von uns niemand“, sagte Johannes Booken, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Aurich. Grund war ein von der Gewerkschaft Verdi ausgerufener Warnstreik im öffentlichen Dienst. Geräumt wurde dennoch: 33 Fremdunternehmen waren im Einsatz. Der Winterdienst war also gewährleistet – auch wenn es kleine Verzögerungen gab, weil es laut Booken dauerte, bis alle Fremdunternehmen unterwegs waren. Die Straßenmeistereien standen nur für Notfälle zur Verfügung.
Probleme gab es erneut vor allem in Nebenstraßen und auf Gehwegen. Auf Nachfrage hieß es beispielsweise aus Aurich, dass der Winterdienst zwar uneingeschränkt laufe, der Eisregen aber Schwierigkeiten bereite. Weil „trotz eines in der Nacht erfolgten Streudienstes bei anhaltendem Regen die Straßen und Wege immer wieder überfrieren können“, so Stefan Harms, Pressesprecher des Betriebshofs der Stadt Aurich.
Höhere Auslastung in der Notaufnahme
Die glatten Straßen und Gehwege hatten auch Auswirkungen auf die Auslastung der Notaufnahmen in Ostfriesland. Pressesprecherin Lisa Menken berichtet für das Klinikum Leer insbesondere am Vormittag von einem erhöhten Patientenaufkommen. „Ein Großteil der Patienten kam mit Verletzungen nach Glätteunfällen oder mit Atemwegsinfekten“, so die Sprecherin. Besondere Maßnahmen, etwa eine Anpassung der Personalkapazitäten, seien nicht getroffen worden.
Auch in den Krankenhäusern der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden gab es am Mittwoch einige Unfallpatienten mit Frakturen, bestätigt Sprecherin Annika Weigelt. Das erhöhte Patientenaufkommen habe man gut abgefangen. „Hierfür wurden zum Beispiel bei Bedarf hausintern personelle Ressourcen umverteilt.“
Am Wochenende soll Tauwetter folgen
Auch auf den Gleisen gab es Probleme: Der Inter-City von Emden nach Norddeich fiel mehrere Stunden gänzlich aus. Die Landkreise Leer, Aurich, Wittmund und die Stadt Emden meldeten zudem, dass kein Müll abgeholt wurde oder es zu Verspätungen kam. Hinzu kam ein flächendeckender Unterrichtsausfall an den allgemeinbildenden Schulen in Ostfriesland. An den berufsbildenden Schulen wurde teilweise auf Distanzunterricht umgestellt.
Einen Hauch Erleichterung dürfte daher ein Blick auf das Wetter gegen Ende der Woche bringen. Hobby-Meteorologe Steffen Lüpkes aus Osteel sagt voraus, dass bis Donnerstagvormittag östlich einiges an Regen/Schnee vorbeizieht. „Dazu weiterhin frostig mit minus zwei bis örtlich um null Grad. Es weht ein frischer Ostwind.“ Auch am Freitag soll sich der Himmel überwiegend bedeckt zeigen, lautet Lüpkes Prognose. „Die Temperatur klettert langsam über den Gefrierpunkt auf null bis zu zwei Grad.“ Am Wochenende soll bei ein bis fünf Grad Tauwetter einsetzen. Aber mit weiterhin „mehr Blau als Grau am Himmel“.