Bilanz Glatteis – und der Winterdienst in Ostfriesland streikt
An diesem Mittwoch haben Eisregen und Glätte die Region fest im Griff. Eine besondere Herausforderung: Mitarbeitende der Straßenmeistereien sind landesweit im Streik. Wie ist die Lage?
Ostfriesland - Auf einigen Straßen, Geh- und Radwegen liegt eine Eisschicht. Wer auf das Auto angewiesen ist, müht sich ab, das Eis zu entfernen. Vor allem im Landkreis Leer kam es zu einigen Glätteunfällen. Zeitgleich befinden sich zahlreiche Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes im Warnstreik.
Dazu gehören landesweit die Straßenmeistereien – darunter auch jene in Aurich, Leer, Wittmund und Jever. Normalerweise sorgen sie in Ostfriesland für freie Bundes- und Landesstraßen. Zum Streik aufgerufen hatte die Gewerkschaft Verdi. Diese Redaktion hat nachgefragt, welche tatsächlichen Auswirkungen der Streik auf den Winterdienst hat.
Mehrere Fremdunternehmen im Einsatz
„Auf den Straßen ist von uns heute niemand“, sagt Johannes Booken, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr im Geschäftsbereich Aurich. Die Straßenmeistereien sind der Landesbehörde untergestellt. Obwohl die Mitarbeitenden in Ostfriesland ihre Arbeit niederlegen, findet der Winterdienst laut Booken aber dennoch statt. „Es hat aber etwas gedauert, bis wir alle Fremdunternehmen in die Spur bekommen haben.“ Es habe einige Verzögerungen gegeben, aber darauf seien die Menschen vorbereitet gewesen. Mit Verweis auf die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich berichtete auch diese Redaktion bereits am Montag, 2. Februar, von möglichen Verzögerungen im Verkehr – insbesondere bei winterlichen Witterungsverhältnissen.
Am heutigen Mittwoch sind laut Angaben des Pressesprechers insgesamt 33 Fremdunternehmen von Leer bis Wilhelmshaven im Einsatz. Neben den Bundes- und Landesstraßen werden auch die danebenliegenden Radwege von diesen Unternehmen geräumt, erklärt Booken.
Auch wenn keine Mitarbeitenden der Straßenmeistereien für den Winterdienst unterwegs sind, gibt es, so der Pressesprecher, eine Notdienst-Vereinbarung. Diese greife zum Beispiel bei Unfällen auf Bundes- oder Landesstraßen. „Wenn ein Auto in die Leitplanken fährt oder Flüssigkeiten aus einem Fahrzeug laufen, sichern wir die Stellen in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst“, sagt Booken. Nur um den Winterdienst kümmern sich aufgrund des Streiks ausschließlich Fremdunternehmen.
Keine Einschränkungen durch fehlendes Streusalz
Ende Januar hatte der Landkreis Leer Lieferschwierigkeiten beim Streusalz verkündet. Eine ähnliche Situation gab es etwa im Emsland oder in Osnabrück. Für die Straßenmeistereien und die beauftragten Fremdunternehmen ist das derzeit aber kein Thema. „Wir haben aktuell keine Probleme mit Salz“, sagt Booken. Auch Nachlieferungen würden derzeit stattfinden.
Der Sprecher räumt aber ein, dass derzeit „natürlich weniger beziehungsweise gezielter“ gestreut wird. „Selbst wenn es mal zu Engpässen kommen sollte, haben wir immer noch die Möglichkeit, auf das Landeslager in Lingen zuzugreifen“, so Booken.