Windsor Neue fragwürdige Bilder aufgetaucht: Äußert sich Ex-Prinz Andrew endlich zum Fall Epstein?
Neu veröffentlichte Dokumente und Bilder werfen weitere Fragen zur Nähe zwischen Ex-Prinz Andrew und dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf. In Großbritannien werden die Forderungen lauter, dass Andrew endlich sein Schweigen bricht; der Druck auf das Königshaus nimmt zu.
Wieder tauchen Bilder auf und wieder wächst der Druck: Neue Enthüllungen rücken Andrew Mountbatten-Windsor, wie der Ex-Prinz nun genannt wird, wieder einmal ins grelle Licht der Öffentlichkeit.
In einer Reihe bislang unveröffentlichter Fotos aus den sogenannten Epstein Files ist dieser in einer fragwürdigen Pose zu sehen: Auf allen Vieren, über einer unbekannten, bekleideten Frau kniend. Auf weiteren Aufnahmen berührt er ihren Bauch. Ort, Zeitpunkt und Kontext der Szene bleiben unklar.
Begleitet werden die Fotos von weiteren Dokumenten. Demnach schrieb Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson dem verurteilten, mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein noch Monate nach dessen Haftentlassung im Jahr 2009 E-Mails, in denen sie ihn aufforderte, sie zu heiraten, und erklärte, sie stehe „zu seinen Diensten“.
Beobachter werten das als Hinweis darauf, wie eng die Ex-Frau von Andrew mit dem US-Finanzier in Kontakt stand – auch vor dem Hintergrund ihrer bekannten finanziellen Schwierigkeiten.
Die vom US-Justizministerium am Wochenende veröffentlichten Unterlagen werfen erneut ein Schlaglicht auf die Nähe zwischen Epstein und den Mitgliedern der Königsfamilie. In Großbritannien fallen die Reaktionen entsprechend scharf aus.
Der britischen Boulevardzeitung „Express“ zufolge sei es an der Zeit, Andrew „an einen Ort zu bringen, an dem er der Welt erzählen kann, was er weiß“, selbst wenn er sich wehren sollte.
Auch die „Sunday People“ fordert ihn auf, „das Richtige zu tun“ und vor einem Ausschuss des US-Kongresses auszusagen. Dort soll er offenlegen, was er über Epstein und dessen Umfeld wusste und ob er zur Aufklärung beitragen kann. Die Zeitung greift damit Forderungen auf, wie sie zuletzt sogar Premierminister Keir Starmer formulierte. Der „Mirror“ wiederum warnte, die Affäre könne noch weitere Folgen nach sich ziehen: Da komme womöglich noch Schlimmeres.
Tatsächlich schilderte am Wochenende nun eine zweite Frau, Epstein habe sie 2010 nach Großbritannien geschickt, um Andrew zu treffen. Nach Angaben ihres Anwalts habe sie die Nacht in der Royal Lodge verbracht und dort auch eine sexuelle Begegnung mit dem Royal gehabt. Anschließend sei sie durch den Buckingham Palace geführt und bewirtet worden.
Ihr Anwalt prüft nach Medienberichten rechtliche Schritte. Sollte daraus eine formale Klage entstehen, könnte das – so die Einschätzung von Beobachtern – weitere Betroffene ermutigen, sich ebenfalls zu melden. Andrew selbst hat bislang sämtliche Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen.
Es ist die jüngste Episode in einer Affäre, die das britische Königshaus seit Jahren verfolgt. Seit den Missbrauchsvorwürfen der Amerikanerin Virginia Giuffre, die im vergangenen Jahr durch Suizid starb und Andrew beschuldigt hatte, sie als Minderjährige über Jeffrey Epstein kennengelernt und dreimal sexuell missbraucht zu haben, gilt der Bruder des Königs als eine der größten Belastungen für die Monarchie.
In einem Interview 2019 erklärte er überdies, er habe „keine Erinnerung“, Giuffre je getroffen zu haben – trotz eines Fotos, das beide zeigt und auf dem er den Arm um ihre Taille legt. Zugleich behauptete er, er habe nach einem Treffen im Jahr 2010 den Kontakt zu Epstein abgebrochen. Später veröffentlichte E-Mails werfen jedoch Zweifel an dieser Darstellung auf.
Die neuen Fotos befeuern die Debatte. „Das Bild, auf dem er auf allen Vieren über einer offenbar recht jungen Frau kauert, ist nicht nur geschmacklos, sondern auch ein weiterer Beweis für Andrews mangelndes Urteilsvermögen und seine Bereitschaft, seine Machtposition zu missbrauchen“, sagt Pauline Maclaran, Königshausexpertin an der Royal Holloway University London, gegenüber dieser Zeitung.
Die neuen Enthüllungen schadeten damit nicht nur ihm selbst, sondern träfen den Palast insgesamt: „Die Königsfamilie wird wieder einmal in Verruf gebracht“ und damit werde zwangsläufig auch der Wert der Monarchie infrage gestellt.
Dabei hatte König Charles in den vergangenen Monaten bereits drastische Schritte eingeleitet, um sich und seine Familie von Andrew zu distanzieren und weiteren Schaden von der Monarchie abzuwenden.
Nach dem Erscheinen von Virginia Giuffres posthum veröffentlichten Memoiren „Nobody’s Girl“ im Oktober 2025, in denen sie ihre Vorwürfe erneut bekräftigte, verlor der Royal seine Titel und verbliebenen Privilegien. Damit wurde formal zementiert, was faktisch längst galt: Der 65-Jährige spielt innerhalb der Monarchie keine öffentliche Rolle mehr.
Auch die Wohnfrage wurde zum Symbol dieser Abgrenzung. Andrew soll die Royal Lodge in Windsor räumen, die ihm jahrzehntelang als Zuhause diente. Stattdessen muss er Medienberichten zufolge auf ein deutlich bescheideneres Anwesen auf dem privaten Sandringham-Estate umsiedeln, die „Marsh Farm“. Wann genau der Umzug stattfinden wird, ist allerdings noch unklar.