Saarbrücken VfL-Siegtorschütze Wiemann: Ob glanzvoll oder glanzlos, am Ende sind es drei Punkte
Ein Standardtor und eine stabile Defensive haben dem VfL Osnabrück in der 3. Fußball-Liga beim 1. FC Saarbrücken drei Punkte beschert. Mit der Art und Weise waren VfL-Trainer Timo Schultz und seine Spieler nicht vollständig einverstanden, gefreut haben sie sich trotzdem – vor allem für die Fans.
Kevin Wiethaup (Mittelfeldspieler des VfL Osnabrück): So schön war es von außen nicht, aber wir haben das Spiel mit 1:0 gewonnen – das ist hier nicht so einfach. Wir nehmen die drei Punkte mit und versuchen, in den nächsten Spielen wieder besseren Fußball zu spielen. Letzte Saison hätten wir solche Spiele noch hergegeben. Dieses Mal gewinnen wir und sind oben mit dabei, aber wir müssen trotzdem noch besser werden. Die ersten 15 Minuten hatten wir sie gut im Griff. Nach unserem Tor hatten wir nicht mehr die Eier in der Hose, um weiter Fußball zu spielen. So sind wir sehr defensiv geworden.
Niklas Wiemann (Siegtorschütze des VfL Osnabrück): Wir sind gut ins Spiel gekommen. In der ersten Viertelstunde waren wir sehr dominant und haben viel von dem gezeigt, was wir uns vorgenommen haben. Nach dem Tor haben wir gefühlt alles vermissen lassen, das war nicht gut. Man muss heute wieder hervorheben, dass wir uns bis zum Schluss in jeden Ball hineingeworfen und als Kollektiv verteidigt haben. Positiv ist, dass wir mit einer nicht sehr guten Leistung auswärts drei Punkte geholt haben. Eine Spitzenmannschaft macht das Spiel hier schon vorher zu. Wir haben diese Saison schon gezeigt, dass wir eine bessere Leistung bringen können. Im Endeffekt sind es drei Punkte, ob glanzvoll oder glanzlos. Es geht um den Prozess und da müssen wir noch besser werden. Ich habe den Ball mit der rechten Hüfte ins Tor gedrückt. Der Ball von Lars kam genau dahin, wo er hin sollte. Die Blocks waren super, dadurch kam ich relativ frei zum Ball. Ich war etwas irritiert, weil Civeja nicht drankam, aber ich habe den Ball dann ganz gut gesetzt – und am Ende zählt auch da das Ergebnis. An so einem Tag ist es dann mal wieder ein Standard, der das Spiel entscheidet. Wir haben wieder gezeigt, dass wir zu null spielen können. Das ist eine Qualität, die wir beibehalten müssen, aber wir können es mit Ball definitiv besser. Für die Fans freut es mich, weil sie mit dem Sonderzug einen weiten Weg auf sich genommen haben – das wird jetzt eine schöne Rückfahrt.
Jannik Müller (Kapitän des VfL Osnabrück): Man hat heute wieder gesehen, dass wir keine sehr gute Leistung auf den Platz gebracht haben. Aber wir haben das Spiel gewonnen. Das spricht für den Charakter der Mannschaft, die sich nicht zu schade ist, auch zu verteidigen und zu marschieren. Das haben wir seit dem ersten Spieltag gezeigt und auch etwas aus letzter Saison mitgenommen. Wir sind die ersten 15 Minuten gut reingekommen, haben in der Phase ein gutes Auswärtsspiel gemacht und auch das Tor erzielt. Nach dem Treffer hat nichts mehr funktioniert: Nach Ballgewinnen war es eine Katastrophe. Wir hatten sofort Ballverluste und haben Saarbrücken so teilweise eingeladen – das müssen wir uns ankreiden lassen und besser machen. Am Ende haben wir immer noch ein Bein dazwischenbekommen. Jonny (Anm. d. red., Lukas Jonsson) hat den Sieg festgehalten. Wir haben Glück gehabt. Das Wichtigste ist, dass wir den Sieg geholt haben und sich die weite Anreise für die Fans gelohnt hat.
Timo Schultz, Trainer des VfL Osnabrück: Ich bin froh, dass wir mit drei Punkten im Gepäck nach Hause fahren können. Ich denke, dass wir nach dem Führungstor leider ein bisschen zu passiv geworden sind. Saarbrücken konnte uns weite Strecken des Spiels hinten rein drücken und hatte viele Flanken und Standards, die wir wegverteidigen mussten. Das haben wir heute gut gemacht. Und, das will hier wahrscheinlich keiner hören, aber an dem Tag heute waren wir sicherlich die glücklichere Mannschaft. Auch unsere Ecke geht von der Hüfte aus rein. Saarbrücken ist nach einigen Ecken gefährlich geworden, aber das haben wir mit Glück und Geschick wegverteidigt. Ich glaube, das ist der Unterschied: Wenn man oben steht, dann klappt das, wenn man unten steht, will die Kugel eben einfach nicht über die Linie. Jürgen Luginger, Trainer des 1. FC Saarbrücken: Wir hatten die erste Chance, wo wir leider das Tor nicht treffen und dann war es wie so oft, dass wir durch eine Standardsituation in Rückstand geraten. Wir wussten, dass die auf den ersten Pfosten geschlagen wird. Osnabrück macht das gut, aber da müssen wir einfach besser verteidigen. Danach haben wir ein bisschen gebraucht, bis wir uns gefangen und wieder besser ins Spiel gefunden haben – auch wenn es schwierig war. Wir haben auf 5-4-1 umgestellt und sehr kompakt gespielt. Wir haben es immer wieder versucht, aber auch nicht so viele Räume gefunden. In der zweiten Halbzeit hatten wir auch Möglichkeiten, Tore zu erzielen, haben sie aber nicht gemacht. Und ja, dann wird es immer schwieriger, ein solches Spiel zu gewinnen. Wir hätten heute einen kleinen Befreiungsschlag machen können, haben einen großen Aufwand betrieben, aber wieder ohne Ertrag. Das tut natürlich schon weh.