Neues aus Leer Film über Albrecht Weinberg und ELV baut in Logabirum
Zum 101. Geburtstag des Holocaust-Überlebenden ist die erste Filmvorführung in Leer geplant. Bürgermeister Horst nennt beim Neujahrsempfang zudem Pläne für ein neues ELV-Forschungszentrum in Logabirum.
Leer - Zum 101. Geburtstag gibt es für den Leeraner Ehrenbürger und Holocaust-Überlebenden Albrecht Weinberg ein ganz besonderes Geschenk. Über drei Jahre lang hat ein Filmteam unter der Leitung von Güner Balci und Jesco Denzel ihn und seine stete Begleitung Gerda Dänekas zu Veranstaltungen begleitet. „Diese Sequenzen sind zu einem etwa 90-minütigen Film zusammengeschnitten worden“, verkündete der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst auf dem Neujahrsempfang am Freitag, 30. Januar 2026.
Dieser Film mit dem Titel „Es ist immer in meinem Kopf“ werde das erste Mal an Weinbergs 101. Geburtstag, am 7. März 2026 um 17 Uhr, im Theater an der Blinke in Leer gezeigt. Karten für die erste Aufführung könne man ab sofort an den bekannten Vorverkaufsstellen oder im Internet erwerben. Die offizielle Premiere ist das allerdings noch nicht. „Denn die Premiere findet kurze Zeit später in München bei den Filmfestspielen statt“, erläuterte der Bürgermeister weiter. Der Film wird danach auch im ZDF gezeigt, untertitelt und auch international abrufbar sein. „Sie können neben Herrn Weinberg und der sehr traurigen Geschichte um Herrn Weinberg auch mit Sicherheit viele Bilder aus Leer dort sehen“, so Claus-Peter Horst.
Holocaust überlebt und nach Amerika ausgewandert
Die Geschichte von Albrecht Weinberg begann am 7. März 1925 in Westrhauderfehn. In der NS-Zeit wurde seine Familie zunehmend ausgegrenzt. Am 20. April 1939 wurden Albrecht Weinberg und seine Schwester Friedel verhaftet und in das zentrale Arbeitslager Groß Breesen gebracht. 1941 folgte die Deportation in das Arbeitslager Wulkow, 1943 der Transport nach Auschwitz. Weinberg überlebte später auch Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen sowie drei Todesmärsche. Seine Eltern Flora und Alfred Weinberg wurden 1943 nach Theresienstadt deportiert und im Oktober 1944 nach Auschwitz verschleppt, wo sie vermutlich unmittelbar nach der Ankunft ermordet wurden.
Nach dem Krieg wanderten Albrecht und Friedel Weinberg im Januar 1947 in die USA aus. 2011 kehrten die Geschwister nach Ostfriesland zurück, nachdem sie – wie Weinberg es beschreibt – Frieden mit ihrer Heimatregion geschlossen hatten. Friedel Weinberg starb 2012. Albrecht Weinberg ist seither zu einem der bekanntesten Zeitzeugen der Region geworden. Bis heute berichtet er von den NS-Verbrechen – und warnt eindringlich vor Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Für dieses Engagement wurde er unter anderem zum Ehrenbürger der Stadt Leer ernannt. Auch die Gemeinde Rhauderfehn verlieh ihm diese Auszeichnung – das dortige Albrecht-Weinberg-Gymnasium trägt seinen Namen.
Forschungszentrum in Logabirum für mehr als zehn Millionen Euro
Neben der Filmankündigung hatte der Leeraner Bürgermeister auch noch eine weitere Neuigkeit: Das Unternehmen ELV in Logabirum will für mehr als zehn Millionen Euro ein neues Forschungszentrum bauen. An dem schon bestehenden Turm soll ein Neubau entstehen: „6.000 Quadratmeter auf sechs Geschossen als längliches Gebäude“, so Claus-Peter Horst. „Wir sind sehr froh darüber, dass dieser Betrieb seinen Standort damit hier in Leer festigt und seine Entwicklungsabteilung in Leer ausbaut“, führte der Bürgermeister weiter aus. Der Baustart soll im April sein – bis Ende 2026 soll das neue Zentrum fertig sein.
Der Elektronikhandel aus Leer entwickelt Produkte rund um Smart Home, Haustechnik und Messtechnik. Laut der Firmenwebseite ist das Unternehmen 1978 gegründet worden. 2018 arbeiteten rund 300 Angestellte am Standort Leer. Ein weiteres Werk betreibt EVL im chinesischen Zhuhai.