Osnabrück Schulausfall in Osnabrück: Wie viele Kinder kommen zur Notbetreuung?
Die ständigen Schulausfälle wegen Schnee und Eis in Osnabrück haben jetzt auch den Schulausschuss beschäftigt. Die Verwaltung gab einen Einblick in die Abläufe, offenbarte blinde Flecken – und deutete an, wie schwer die Entscheidung über einen Schulausfall ist.
Noch während der Osnabrücker Schulausschuss am Donnerstagabend (29. Januar 2026) tagte, rieselte draußen vor dem Rathaus leise der Schnee. Der anwesenden Verwaltungsspitze war klar: Auch für den nächsten Tag werden sie eine Entscheidung treffen müssen: Fällt die Schule wieder aus oder nicht? Gegen 22 Uhr vermeldete die Stadt dann: Sie fällt aus.
Für Kinder, die trotzdem zur Schule gebracht werden, muss die Schule eine Betreuung gewährleisten. Manche Lehrkräfte seien davon nicht begeistert, das hätten ihr Eltern berichtet, sagte Ratsmitglied Loreto Bieritz (Grüne). „Muss das wirklich sein?“, hätten welche den Eltern gesagt, die aus beruflichen Gründen keine Wahl hatten, als ihre Kinder zur Betreuung zur Schule zu bringen.
Aber wie viele sind das überhaupt? Sie bekomme aus den Schulen zurückgemeldet, dass teils gar kein Kind komme und teils eine Handvoll Kinder, sagte Andrea Butke, Fachbereichsleiterin Bildung, Schule und Sport. Lehrervertreter Mathis Krtschil sagte, an der Grundschule Hellern kämen von den 220 Schülern etwa 20 bis 30 trotz Schulausfalls zur Schule, also etwa zehn Prozent.
Fakt ist: Die Stadtverwaltung hat darüber keinen Überblick – noch nicht. „Dem müssen wir nachgehen“, sagte Andrea Butke.
Es ging Ratsfrau Bieritz auch um die Frage, warum die Kinder, die zur Betreuung kommen, kein Mittagessen bekommen. Es sei verständlich, dass man in solchen Fällen nicht für 100 Kinder Mittagessen ordere, betonte sie, aber könne die Stadt nicht wenigstens Lunchpakete anbieten?
Hendrik Witte (CDU) fand das völlig übertrieben. „Da muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen und fragen: Warum kriegen Eltern es nicht hin, den Kindern für ein oder zwei Tage Mittagessen mitzugeben? Das kann doch nicht so schwierig sein“, sagte er.
Lehrervertreter Krtschil gab zu bedenken, dass es an einigen Schulen durchaus Bedarf an der Kindertafel gebe und manche Kinder immer mit leerem Magen zur Schule kämen. Und nicht alle Eltern würden rechtzeitig mitbekommen, dass die Schule ausfalle.
Andrea Butke sagte, sie sei froh, dass die Stadt den Caterern, die das Mittagessen liefern, überhaupt so früh absagen könne. „Ich kenne noch eine Zeit, wo Faxe verschickt wurden.“
André Klekamp (SPD) bemühte sich um ausgleichende Töne. „Ich habe alle Ausfälle als zweckmäßig empfunden“, betonte er. Und er finde es in Ordnung, dass die Eltern ihren Kindern dann ein Butterbrot mehr mitgeben müssten. „Alles andere wäre in einer Extremsituation nicht zweckmäßig.“
Schulvorstand Wolfgang Beckermann gab schließlich noch einen Einblick, wie schwierig die Frage „Schulausfall ja oder nein“ manchmal ist. „Für die Mitarbeitenden und auch mich ist es nicht leicht, zu entscheiden: Wie machen wir das jetzt?“, sagte er.
Das gelte vor allem, wenn die Situation „diffus“ sei – so wie in der Nacht auf Donnerstag. „Vom OSB oder den Verkehrsbetrieben bekommen Sie nicht unbedingt eindeutige Antworten“, sagte er. Sie wüssten schließlich auch nicht sicher, „wie das Wetter um 7 Uhr sein wird.“
Außerdem falle die Entscheidung über einen Schulausfall normalerweise im Einklang mit dem Landkreis, von wo aus viele Schüler der weiterführenden Schulen einpendeln – „und da ist die Lage oft komplizierter.“ Die Stadt wolle sich „mit Abstand zu dem jüngsten Geschehen“ mit dem Landkreis zu diesen Fragen austauschen und dem Schulausschuss nach Ostern davon berichten.