Osnabrück  Streusalz wird knapp – Osnabrück sieht sich dennoch gut gerüstet

Allen Xu, Martin Schmitz
|
Von Allen Xu, Martin Schmitz
| 29.01.2026 16:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Für den Winterdienst hält der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) ausreichend Streusalz vor. Foto: André Havergo
Für den Winterdienst hält der Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) ausreichend Streusalz vor. Foto: André Havergo
Artikel teilen:

Während viele Kommunen im Landkreis Osnabrück ihren Winterdienst wegen Streusalzmangels einschränken müssen, sieht sich die Stadt Osnabrück weiterhin gut vorbereitet.

Die häufigen Schneefälle in der Region haben viele Kommunen in diesem Winter unvorbereitet getroffen. Zahlreiche Gemeinden im Landkreis Osnabrück – darunter Melle, Wallenhorst und Georgsmarienhütte – meldeten zuletzt Einschränkungen im Winterdienst, weil Streusalz knapp geworden ist. In der Stadt Osnabrück stellt sich die Lage bislang anders dar.

„Der OSB ist für die nächsten Tage gerüstet“, sagt Katrin Hofmann vom Osnabrücker Servicebetrieb (OSB). Zu Beginn des Winters habe die Stadt mehr als 1000 Tonnen Streusalz eingelagert. „In einem durchschnittlichen Winter liegt der städtische Verbrauch üblicherweise zwischen 300 und 900 Tonnen“, heißt es in einer Mitteilung des Betriebs.

In diesem Winter jedoch „wurden weit über 1000 Tonnen verbraucht“. Das entspreche laut Hofmann einem „vier- bis fünffachen Salzverbrauch gegenüber milden Jahren“. Bereits vor dem Sturmtief „Elli“ war rund die Hälfte der Vorräte aufgebraucht, woraufhin die Stadt nachbestellte. Der OSB bezieht sein Streusalz über einen festen Lieferanten.

„Es gehen wöchentliche Bestellungen raus für Streusalznachlieferungen“, erklärt Hofmann. Die Anlieferung erfolge schrittweise: „Die Mengen kommen mit vielen einzelnen Lastwagen. Ein Lkw bringt zwischen 20 und 25 Tonnen.“

Inzwischen liegt der Verbrauch deutlich über der Marke von 1000 Tonnen. Dennoch versichert der OSB, dass mit den aktuellen Beständen und zugesagten Nachlieferungen der Winterdienst „auf allen Hauptstrecken und wichtigen Verkehrsverbindungen im Stadtgebiet weiterhin gewährleistet“ sei.

Damit hebt sich Osnabrück deutlich von der Situation in vielen Umlandgemeinden ab. Die Samtgemeinde Bersenbrück im Osnabrücker Nordkreis (30.000 Einwohner) bezieht ihr Salz über die gleiche Lieferkette wie der Landkreis Osnabrück. In der letzten Lieferung kam lediglich ein Drittel der angeforderten Menge.

„Das wird für die Fuß- und Radwege an Schulen verwendet und auf abschüssigen Straßen“, erläutert Liesel Hoevermann, Pressesprecherin der Samtgemeinde. „Mehr geht derzeit leider nicht“, bedauert sie. Die nächste Lieferung werde es voraussichtlich in der kommenden Woche geben.

In der Stadt Bramsche läuft der Winterdienst aktuell noch ohne Einschränkungen, teilt Pressesprecher Yannick Richter mit. Aber langsam wird es eng: „Seit Anfang Januar wurde mehrfach Streugut nachbestellt“, so Richter. „Nahezu alle Bestellvorgänge sind noch offen.“ Der Betriebshof hilft sich, indem er „mit sehr viel Mühe und Engagement ausreichend Streugut auftreibt, um den Winterdienst sicherzustellen“. Sollten aber die Witterungsverhältnisse über einen längeren Zeitraum anhalten, könnte es auch in Bramsche problematisch werden.

Nach Angaben Hofmanns liegt der Grund dafür, dass Osnabrück weiterhin beliefert wird, in der Zusammenarbeit mit dem Lieferanten und in der eigenen Vorratsstrategie. Bereits bei den öffentlichen Ausschreibungen würden „klare Liefer- und Nachlieferparameter sowie verbindliche Zeitfenster“ festgelegt. In extremen Wetterlagen wie der aktuellen versuche der OSB zudem, „einen an den Wetterprognosen angepassten Lagerbestand“ vorzuhalten. Auch die Zusammenarbeit mit anderen kommunalen Unternehmen spiele dabei eine Rolle, so Hofmann.

Gleichwohl verweist der OSB auf den angespannten Markt, insbesondere darauf, dass Autobahnmeistereien und Bundesstraßen bei der Belieferung priorisiert würden. Dennoch zeigt sich Hofmann zuversichtlich: „Einige unserer bestellten Mengen stehen noch aus, jedoch sind für diese und die kommende Woche weitere Lieferungen fest angekündigt.“

Gleichzeitig bittet der Betrieb Verkehrsteilnehmer um eine angepasste Fahrweise, insbesondere in Nebenstraßen. Der Grund dafür sei jedoch kein Materialmangel. Nach Angaben des OSB können diese Strecken trotz 24-Stunden-Einsatzes nur „vereinzelt“ bedient werden, weil die Einsatzfahrzeuge nach einem vollständigen Durchlauf auf den Hauptverkehrsstraßen aufgrund des anhaltenden Schneefalls unmittelbar erneut dort eingesetzt werden müssen. „Darüber hinaus haben die Routen für Rettungsdienste und Feuerwehr Priorität“, heißt es.

Ähnliche Artikel