Kreis und Stadt Leer Knapp 600 Schottergärten entdeckt – weitere Kontrollen
Rund 600 Schottergärten wurden im Kreis und der Stadt Leer entdeckt. Hunderte sind schon zurückgebaut. Welche Kommunen kommen noch dran?
Leer - Ein Meer aus Steinchen: Über die Optik von Schottergärten kann man streiten. Fest steht: Sie sind versiegelte Flächen, die eigentlich Grünflächen sein sollten. Häufig als vermeintlich pflegeleichte „Garten“-Variante angelegt, sind sie nicht erlaubt, denn versiegelte Flächen sollen „auf das notwendige Maß“ beschränkt werden, schreibt dazu das Niedersächsische Bauministerium. So steht es auch in der Bauordnung (NBauO). Nicht überbaute Flächen müssen demnach Grünflächen sein – sofern man sie nicht für eine andere zulässige Nutzung braucht.
Wie viele Schottergärten sind im Kreisgebiet erfasst worden?
Es geht um Hunderte Schottergärten: Insgesamt 422 Schottergärten seien im Kreisgebiet festgestellt worden, 237 Verfahren laufen derzeit noch, teilt Philipp Koenen, Sprecher des Landkreises Leer mit. Dabei kommt eine Kommune nach der anderen dran.
Welche Kommunen sind schon durch, welche stehen noch an?
„Kontrollen gab es bisher in drei Kommunen“, erklärt der Sprecher. In Weener, in Ostrhauderfehn sowie in Teilen von Hesel. Überprüfungen in anderen Kommunen stehen noch aus. „Außer in Leer, dort ist die Stadt selbst zuständig“, so Koenen. Sprich: Borkum, Bunde, weitere Teile von Hesel, Jemgum, Jümme, Moormerland, Rhauderfehn, Uplengen und Westoverledingen kommen noch dran.
Dabei könne er noch nicht sagen, ob ein Gebiet mit besonders vielen Schottergärten herausstäche. „Diese Frage kann aufgrund der jetzigen Datenlage nicht beantwortet werden, da wir noch nicht in allen Kommunen waren.“
Wie viele Schottergärten sind Geschichte?
„Vollständig beseitigt wurden bislang 185 Schottergärten“, so Koenen. „Das heißt: Der Schotter wurde entfernt und eine Grünfläche angelegt.“
Schottergärten: Wie sieht es in der Stadt Leer aus?
„Wir haben bislang insgesamt 172 Verfahren eingeleitet“, schreibt Stadtsprecher Edgar Behrendt. „45 Verfahren sind noch aktiv.“
Auch in der Stadt Leer gibt es wieder mehr Grün: „127 Verfahren sind beendet worden, so dass die Flächen wieder entsiegelt werden mussten“, so Behrendt.
Wieso werden Schottergärten angelegt/wie wird man sie los?
In Stadt und Landkreis Leer sind also zusammengenommen um die 600 Schottergärten erfasst worden: Anscheinend bleiben sie beliebt. Häufigstes Argument ist, dass die Flächen als pflegeleicht gelten. Das stimme aber nicht, heißt es beispielsweise von der Gartenakademie Niedersachsen. Trotz der Schotterauflage komme es zu Aufwuchs von Unkraut, zudem sammele sich Herbstlaub und die Entfernung des Laubes sei mühsam. Vor allem im Winter komme es zu Ansiedlung von Moos, Algen und Flechten. Herbizide und Moos- oder Algenentfernen dürfen auf diesen Flächen nicht eingesetzt werden.