Gastronomie  Neues Restaurant in Ditzum wird bald eröffnet

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 28.01.2026 16:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Im März sollen die neuen Restaurantschilder mit dem Namen „Neue Tide“ angebracht werden. Foto: Tatjana Gettkowski
Im März sollen die neuen Restaurantschilder mit dem Namen „Neue Tide“ angebracht werden. Foto: Tatjana Gettkowski
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Seit Januar 2025 ist das Restaurant im Alten Sielhaus in Ditzum geschlossen. Pünktlich zum Saisonbeginn öffnet das Lokal unter neuer Regie und einem neuen gastronomischen Konzept seine Türen.

Ditzum - Einheimische und Ditzums-Fans blicken dem Termin schon gespannt entgegen: Pünktlich zum Saisonstart wird das Restaurant im Alten Sielhof in Ditzum unter neuer Regie und mit einem neuen gastronomischen Konzept unter dem Namen „Neue Tide“ wieder seine Türen öffen.

Der neue Eigentümer ist im Ort kein Unbekannter. Der Ditzumer Stefan Burlager hatte die Immobilie im Herbst vergangenen Jahres vom bisherigen Eigentümer – dem Auricher Unternehmer Jürgen Thiet – gekauft. Der 41-Jährige ist Fischhändler und Gastronom. Im neunten Jahr betreibt er das Fischhaus Ditzum direkt am Kutterhafen mit Blick auf die Ems. Dort gibt es nicht nur Krabben, Frischfisch und eine eigene Räucherei, sondern auch einen Fischimbiss.

„Neue Tide“ mit neuen Ideen

Die „Neue Tide“ im Ortskern dagegen soll nach seinen Worten kein reines Fischrestaurant werden. „Dort wollen wir eine moderne Küche anbieten, um sie vielen zugänglich zu machen“, sagt Burlager. Das neue Küchenteam soll eigene Vorschläge mit einbringen. Aber auch Burlager selbst hat so seine Vorstellungen, was das Angebot angeht. „Auf einer Tageskarte wollen wir saisonale Spezialitäten anbieten.“ Dazu soll nicht nur Fisch aus dem eigenen Geschäft, sondern auch Produkte aus dem Bio-Hofladen in Tichelwarf genutzt werden. Wenn das Küchenteam abends Feierabend hat, soll das Lokal als Bar weiterlaufen. „Wenn Urlauber vom Tagesausflug von Borkum zurückkehren, können sie hier den Abend ausklingen lassen.“

Wo heute der Sielhof steht, war früher der Traditionsgasthof Rheiderland beheimatet. Foto: Tatjana Gettkowski
Wo heute der Sielhof steht, war früher der Traditionsgasthof Rheiderland beheimatet. Foto: Tatjana Gettkowski

Beim Neujahrstreffen in Ditzum sei außerdem die Idee von einigen Gruppen und Vereinen an ihn herangetragen worden, dort ihren Stammtisch ausrichten zu wollen. Der Gedanke, dass das Lokal sich auch zum Treffpunkt für Einheimische entwickeln könnte, stößt beim neuen Eigentümer auf offene Ohren. Auch Live-Konzerte und andere Veranstaltungen sollen dort nach seinen Worten angeboten werden.

Standort mit langer Tradition

Der Standort hat eine lange Tradition. Wo sich heute der Sielhof befindet, war früher der Traditionsgasthof Rheiderland. Das Gebäude mitten im Ortskern stand jahrzehntelang leer. Der Auricher Unternehmer Jürgen Thiet kaufte die Immobilie und ließ sie 2017 abreißen. Thiet investierte damals zwei Millionen Euro in den Neubau mit sechs exklusiven Ferienwohnungen und einem Restaurant – damals ein Herzensprojekt für Thiet.

Stefan Burlager hat in Tichelwarf eine Filiale seines Fischhauses und einen Dorfladen mit Bio-Produkten eröffnet, die auch im Restaurant „Neue Tide“ verarbeitet werden sollen. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv
Stefan Burlager hat in Tichelwarf eine Filiale seines Fischhauses und einen Dorfladen mit Bio-Produkten eröffnet, die auch im Restaurant „Neue Tide“ verarbeitet werden sollen. Foto: Tatjana Gettkowski/Archiv

Er hatte seinem Sohn Jonas 2018 dort den Traum vom eigenen Restaurant mit gehobenem Niveau erfüllt. Er hatte unter anderem im Sterne-Restaurant „Perior“ in Leer gearbeitet. Als er sein eigenes Restaurant „Thiet’s“ übernahm, erlangte dieses schnell große Bekanntheit. Seinen Erfolg zu genießen, war Jonas Thiet nicht vergönnt. Der erfolgreiche junge Koch starb nach kurzer Krankheit. Nach mehreren Pächterwechseln stand das Lokal seit Anfang 2025 leer. Im Herbst waren die Bemühungen, einen Käufer für die Immobilie zu finden, von Erfolg gekrönt. „Ich habe es lange versucht, und plötzlich war jemand da, der wirklich passt“, sagte Jürgen Thiet damals erleichtert.

Personalsuche als Herausforderung

Die neue Außenbeschilderung „Neue Tide“ wird nach den Worten von Stefan Burlager im März anmontiert. Die Vermietung der Ferienwohnungen unter eigener Regie sei bereits zum Jahreswechsel angelaufen. Wann genau die Eröffnung des Restaurants sein wird, darauf will sich Stefan Burlager noch nicht festlegen. „Aktuell suchen wir noch Personal“, sagt Burlager.

In Niedersachsen arbeiten nach einer Statistik des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) 195.739 Beschäftigte im Gastgewerbe. Davon sind 87.237 Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig und 108.502 geringfügig beschäftigt. Für Gastronomiebetriebe ist es nicht einfach, Personal zu finden. Das weiß auch Erich Wagner. Der Wiesmoorer ist Vorsitzender des Dehoga-Verbands in Ostfriesland. „Die Personalsuche gestaltet sich für die Betriebe sehr unterschiedlich“, so Wagner. Allerdings sei festzustellen, dass sich die Situation nach der Coronazeit deutlich entspannt hat.

Belange der Mitarbeiter berücksichtigen

Während der Zeit der Betriebsschließungen in der Pandemie hätten sich viele Beschäftigte sichere Arbeitsplätze im Einzelhandel gesucht. „Viele sind inzwischen in die Gastronomie zurückgekommen“, beschreibt der Dehoga-Chef die Entwicklung, „sie haben einfach gemerkt, dass die Gastronomie deutlich abwechslungsreicher ist, als beispielsweise im Supermarkt an der Kasse zu sitzen.“

Gastronomiebetriebe, die auf Wünsche der Mitarbeiter eingehen, was die Dienstpläne und insbesondere den Einsatz an Feiertagen und Wochenenden betreffe, können zu einem attraktiven Arbeitsplatz beitragen. „Wer einen guten Ruf als Betrieb und Arbeitgeber hat, hat weniger Probleme, Mitarbeiter zu finden.“ Stefan Burlager ist optimistisch, was das Personal für das „Neue Tide“ angeht. „Das Küchenpersonal steht zu 80 Prozent.“ Es würden jetzt noch Servicekräfte gesucht. „Wir stehen unter anderem mit der Hotelfachschule in Emden in Kontakt.“

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