Osnabrück  „Die beste Liga der Welt“ ist das Ziel: Wechselt Frieda Bühner in die WNBA?

Jacob Alschner
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Von Jacob Alschner
| 26.01.2026 16:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bühner am Ball für Estudiantes Madrid: Für den sportlichen Erfolg hat sie im Fitnessstudio sichtlich geschuftet. Foto: IMAGO/Alterphotos
Bühner am Ball für Estudiantes Madrid: Für den sportlichen Erfolg hat sie im Fitnessstudio sichtlich geschuftet. Foto: IMAGO/Alterphotos
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Basketballerin Frieda Bühner ist international erfolgreich – nicht erst seit dieser Saison, aber in dieser Saison besonders. Immer dringender stellt sich die Frage: Wohin führt der Weg der Osnabrückerin? Etwa in die USA auf die ganz große Bühne?

Etwa eineinhalb Jahre ist es nun her, dass Basketballerin Frieda Bühner, früher für die Girolive-Panthers aktiv, einen großen Schritt wagte. Damals, im Spätsommer 2024, wechselte die Osnabrückerin aus der Heimat in die spanische Hauptstadt Madrid und spielt seitdem für den dortigen Erstligisten Movistar Estudiantes. Ein Blick auf die Daten zeigt dabei: Im ersten Jahr hielt Bühner gut mit, mittlerweile prägt sie das Spiel ihres Teams. Die Richtung stimmt also, wo aber führt der Weg noch hin?

Erst mal zum Status quo: „Läuft gut hier, ich fühle mich richtig wohl“, sagt Bühner. Wie könne es auch anders sein? „Ich meine, ich lebe schließlich in Madrid. Die Möglichkeiten für ein gutes Leben sind mir noch nicht ausgegangen.“ So viel zum Leben neben dem Sport. Doch auch beruflich ist Bühner zufrieden – zumindest mit Blick auf die persönliche Leistung.

Die Leistungen Bühners Teams schwanken deutlich zwischen nationalem und europäischem Wettbewerb. In der Liga kämpft Estudiantes gegen den Abstieg, steht mit nur fünf Siegen aus 13 Spielen auf dem 14. von 16 Tabellenplätzen. Im Eurocup dagegen zogen Bühner und Co. gegen Olympiakos Piräus jüngst ins Viertelfinale ein. „Ich kann mir, wie das gesamte Team, auch nicht erklären, wieso wir so wenig konstant spielen“, muss Bühner zugeben. Wenn es jedoch einige wenige Konstanten gibt, dann gehört sie selbst dazu.

Mit 16,8 Punkten im Schnitt ist sie zweitbeste Werferin der gesamten Liga – 9,5 waren es noch in der vergangenen Saison. Auch im Hinblick auf Spielzeit in der Meisterschaft hat sich Bühner ordentlich gesteigert, steht in diesem Jahr durchschnittlich 30,5 Minuten statt wie zuvor 22 pro Spiel auf dem Feld. „Ich habe mich körperlich angepasst, bin athletischer geworden. Aber vor allem liegt das an meinem Mindset“, erklärt Bühner. „Ich kenne die Liga jetzt und weiß, was in den Spielen für Anforderungen auf mich zukommen. Und der wichtigste Punkt ist mein Selbstbewusstsein, wovon ich bei der EM im vergangegen Sommer viel sammeln konnte. Ich bin jetzt regelmäßige Starterin und Führungsspielerin und trete auch so auf.“

Als solche will Bühner mit Estudiantes freilich die Klasse halten und „schnellstmöglich aus diesem Loch herauskommen“, sagt sie. Die Playoffs seien eher nur noch theoretisch erreichbar. Nach der Saison steht für Bühner und die deutsche Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft im eigenen Land (Berlin) an. Bühners Vertrag in Madrid wird dann auslaufen. Was folgt danach?

„Ich muss nicht unbedingt in Spanien bleiben, aber ich will in der kommenden Saison mindestens in der Euroleague (höchster europäischer Club-Wettbewerb, d. Red.) spielen“, sagt die 21-Jährige. Mindestens? Wie in der Osnabrücker Basketballszene zu vernehmen ist, liebäugle Bühner auch mit einem Wechsel in die nordamerikanische Liga WNBA. „Ja, ja. Das stimmt schon“, bestätigt Bühner. „Es ist für mich dieses Jahr ein großes Ziel, bei einem WNBA-Team zumindest einen Trainingscamp-Vertrag zu unterschreiben“, der ihr immerhin die Teilnahme an der Saisonvorbereitung in den USA ermöglichen würde, Ende: offen.

Spruchreif sei dahingehend noch nichts, aber es bestehe erster Kontakt mit Teams in Übersee. „Meine Agentin ist dahingehend im Austausch. Ich merke schon, dass das Interesse da ist, nach meiner EM im letzten Jahr und meinen Leistungen hier in Madrid“, sagt Bühner. Und sie traue es sich zu, nachdem sie 2022 mit einem Versuch am US-College bei den Florida Gators gescheitert und zu den Panthers zurückgekehrt war. Attraktiv sei die WNBA für sie auf jeden Fall. „Es ist die beste Liga der Welt, der Wettbewerb und die Aufmerksamkeit sind krass. Und zutrauen würde ich mir das hundertprozentig. Als Basketballspielerin will man so hoch spielen, wie es geht.“

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