Osnabrück  Jacobsen über das 1:1 des VfL Osnabrück gegen 1860: Uns hat die Schärfe gefehlt

Malte Artmeier
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Von Malte Artmeier
| 25.01.2026 19:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Kevin Volland vom TSV 1860 München im Zweikampf gegen Lars Kehl (VfL). Foto: IMAGO/Eibner
Kevin Volland vom TSV 1860 München im Zweikampf gegen Lars Kehl (VfL). Foto: IMAGO/Eibner
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Unzufriedenheit beim VfL Osnabrück nach dem 1:1 gegen 1860 München. Die Stimmen zum Spiel.

Bjarke Jacobsen (Torschütze des VfL Osnabrück): Mein Tor? Nichts besonderes. Wir wissen, dass wir am ersten Pfosten nach einer Ecke gefährlich werden können, aber das war jetzt keine neue Erfindung des Fußballs. Uns hat vor allem in der zweiten Halbzeit ein wenig der Mut und die Schärfe gefehlt, um gefährlich zu werden, um unsere Kontersituationen klarer auszuspielen. Jetzt müssen wir dieses Unentschieden zwischen zwei guten Mannschaften mitnehmen.

Yigit Karademir (Verteidiger beim VfL Osnabrück): Das Gegentor war ärgerlich - ein unglücklicher Ballverlust - und dann haben sie Überzahl auf der Seite. Ansonsten haben wir nicht viel zugelassen, aber mit dem Ball hat uns der Mut gefehlt: Mal im eins-gegen-eins durchsetzen oder alle in die Box gehen, wenn wir außen durchkommen, so wie wir das gegen Aachen gemacht haben. Deshalb sind wir unzufrieden wie unsere überragenden Fans, die hier in der Kälte super Stimmung gemacht haben. Jetzt müssen wir eben in Saarbrücken wieder nachlegen - aber wir dürfen nicht unterschätzen, dass die deutlich besser sind, als sie gerade in der Tabelle stehen.

Robin Meißner (Stürmer des VfL Osnabrück): Ich habe noch gar nicht gesehen, wie knapp der Volleyschuss vorbeigegangen ist - hat sich knapp angefühlt, aber knapp vorbei ist halt auch vorbei. Leider waren wir heute nicht zielstrebig genug - nach vorne kommen wir ja, wie immer in Heimspielen, aber dann fehlt es. Schade, dass wir unsere Fans nicht belohnt haben - irgendwie fühlt sich das jetzt leer an, weil wir uns schon vorgenommen haben, zu Hause besser zu punkten als in der Vorrunde.

Kevin Volland (Torschütze für den TSV 1860 München): Wir haben in einem schweren Auswärtsspiel bei einer guten Mannschaft einen Punkt geholt, weil wir nach dem Rückstand zurückgekommen sind. Schön dass ich mal wieder getroffen habe, aber wichtig ist, dass wir kämpfen und füreinander arbeiten. Auch ich arbeite hart für die Mannschaft, deshalb hat man dann in so einem Auswärtsspiel wenig Torchancen - aber in der zweiten Halbzeit hätten wir durchaus die Möglichkeiten gehabt, um zu gewinnen.

Markus Kauczinski (Trainer 1860 München): Ich bin mit der ersten Halbzeit nicht zufrieden gewesen. Wir haben zu viel in die Breite gespielt und viele Räume für Umschaltsituationen gelassen. Dadurch sind viele gefährliche Momente entstanden, die mir nicht gefallen haben. Wir haben viele Ecken zugelassen und dadurch dann auch das Tor kassiert. Danach ist es ein Geistesblitz, ein guter Angriff zum 1:1. Insgesamt haben wir aber zu wenig gefährliche Momente gehabt, das können wir viel besser. Im Gegenpressing waren wir nicht da, nicht kompakt, das konnten wir in der zweiten Halbzeit ändern und es wurde ein offeneres Spiel mit Momenten für beide Mannschaften. Osnabrück hat gut angefangen, dann hatten wir Momente: Ich erinnere mich an eine Chance von Maxi Philipp, die Osnabrück gut pariert, und die Möglichkeit von Justin Steinkötter am langen Pfosten vorbei. Wir hätten aber auch noch ein Tor kassieren können. Am Ende müssen wir zufrieden sein, weil wir nicht mehr nachlegen konnten. Die Mannschaft hat es gut verteidigt, auch wenn ein paar unclevere Momente dabei waren. Wir haben gegen ein starkes Osnabrück ein 1:1 auswärts geholt, damit bin ich für den Moment in unserer Lage zufrieden. Auf Dauer werden wir uns steigern müssen - ich hoffe, dass wir das möglichst schnell hinkriegen. 

Timo Schultz (Trainer VfL Osnabrück): Es ist ganz treffend zusammengefasst, dass wir in der ersten Halbzeit mehr Druck aufbauen konnten. Wir sind immer wieder nach Standards gefährlich geworden und eine der sieben Ecken hat dann zum Tor geführt - auch das gehört zum Fußball dazu. In der zweiten Halbzeit waren wir dann viel zu unsauber und behäbig. Auch in Situationen, die wir gut vorbereiten, schaffen wir es nicht, in der Dynamik zu bleiben. Dann ist es am Ende ein 1:1, das sich für mich nicht zufriedenstellend anfühlt. Wir hatten einen guten Start in Aachen, haben uns viel vorgenommen für heute, aber dann ist es zu wenig. Es ist ein leistungsgerechtes Ergebnis, fühlt sich aber nicht so toll an.

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