Europaweite Polizeiaktion  Ermittler heben Drogenlabor und Lagerstätte nahe Ostfriesland aus

Martin Alberts
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Von Martin Alberts
| 22.01.2026 12:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Einsatzkräfte der Feuerwehr dekontaminieren am 16. Januar in Papenburg einen Polizeibeamten in einem Gefahrenstoffanzug. In einem Schlag gegen die Organisierte Kriminalität haben Einsatzkräfte im größten europäischen Ermittlungskomplex zu synthetischen Drogen in mehreren europäischen Ländern Labore zerschlagen und tonnenweise Chemikalien und Drogen sichergestellt. Foto: Lars Penning/dpa
Einsatzkräfte der Feuerwehr dekontaminieren am 16. Januar in Papenburg einen Polizeibeamten in einem Gefahrenstoffanzug. In einem Schlag gegen die Organisierte Kriminalität haben Einsatzkräfte im größten europäischen Ermittlungskomplex zu synthetischen Drogen in mehreren europäischen Ländern Labore zerschlagen und tonnenweise Chemikalien und Drogen sichergestellt. Foto: Lars Penning/dpa
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In mehreren europäischen Ländern sind Ermittler gegen einen Drogenring vorgegangen. Hierbei wurden auch eine Lagerstätte für Chemikalien in Papenburg und ein Drogenlabor bei Winschoten entdeckt.

Papenburg/Scheemda - Ermittlern ist ein großer Schlag gegen einen europaweit agierenden Drogenring gelungen. Im Zuge dessen gab es auch Razzien im ostfriesischen Umland: In Papenburg im Emsland wurden am Freitag, 16. Januar, mehrere Container durchsucht, die auf einem angemieteten Gelände abgestellt waren. Darin fanden die Beamten 15.000 Liter chemische Abfälle, die aus der Produktion synthetischer Drogen stammen, wie die Polizeidirektion Osnabrück und das Zollfahndungsamt Hannover am Mittwoch, 21. Januar, mitteilten.

In Zusammenhang mit der Durchsuchung wurde in Papenburg ein 53-jähriger Mann festgenommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Gegen ihn bestehe der Verdacht, dass er in den Containern gelagerte Chemikalien zu einem Drogenlabor in den Niederlanden transportiert und nach der Herstellung die dabei entstandenen Chemieabfälle wieder zurück nach Papenburg gebracht hat. Der 53-Jährige sitzt laut Polizei in Untersuchungshaft. Seinen Fall bearbeite die Staatsanwaltschaft Aurich, die als Schwerpunktstaatsanwaltschaft für den Bereich des bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zuständig ist.

Europaweit wurden 3,5 Tonnen synthetische Drogen sichergestellt

Die Razzia am 16. Januar in Papenburg war Bestandteil einer europaweiten Ermittlung unter der Leitung von Europol. Die EU-Polizeibehörde schreibt in einer Mitteilung von der bisher größten Operation gegen synthetische Drogen. Beteiligt waren an der jahrelang laufenden „Operation Fabryka“ demnach Ermittler aus Deutschland, Polen, Belgien, Tschechien, Spanien und den Niederlanden.

Amphetamin liegt bei einer Pressekonferenz der Generalzolldirektion im Zollkriminalamt zu einem Schlag gegen Organisierte Kriminalität auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Amphetamin liegt bei einer Pressekonferenz der Generalzolldirektion im Zollkriminalamt zu einem Schlag gegen Organisierte Kriminalität auf einem Tisch. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Auch im niederländischen Grenzgebiet zu Ostfriesland wurden die Behörden fündig: So sei bereits im vergangenen Jahr in Scheemda bei Winschoten ein Drogenlabor ausgehoben worden, wie niederländische Steuerermittler am 21. Januar mitteilten. Die Durchsuchung dort fand im Juni 2025 statt, wie der Regionalsender RTV Noord berichtete. Ein weiteres Drogenlabor wurde in den Niederlanden laut Behördenangaben in Valthermond bei Ter Apel – nahe der Staatsgrenze zum Emsland – entdeckt.

Im Fokus der internationalen Ermittlungen steht laut Polizei und Zoll eine polnische Tätergruppe, der vorgeworfen wird, europaweit hunderte Tonnen Chemikalien zur Herstellung synthetischer Drogen an illegale Drogenlabors verschiedener krimineller Organisationen geliefert zu haben. In Zusammenhang mit der „Operation Fabryka“ seien insgesamt 24 professionelle Großlabors ausgehoben, mehr als 3,5 Tonnen synthetische Drogen sichergestellt, 16 Zwischenlagerstätten von Chemikalien aufgedeckt und mehr als 85 Personen festgenommen worden. Zusätzlich seien 1.000 Tonnen an Vorläufersubstanzen und eine halbe Million Euro Bargeld sichergestellt worden.

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