London Hummels und Kramer zerlegen England-Klubs: „Schon einmalig schlecht auf der Welt“
Das Transfergebaren der englischen Klubs sorgt bei Mats Hummels und Christoph Kramer für Kritik. Was die beiden bemängeln.
Deutliche Worte von zwei deutschen Weltmeistern: Mats Hummels und Christoph Kramer haben vor dem Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund bei Tottenham Hotspur am Dienstagabend (0:2) harte Kritik an der englischen Premier League geübt.
In ihrer Funktion als TV-Experten bei Amazon Prime Video wurden die beiden ehemaligen Nationalspieler auf die Bedeutung der Premier League, die als Maß der Dinge im Weltfußball gilt, angesprochen. Hummels sehe den englischen Fußball allerdings kritischer. „In der Breite ist es die stärkste Liga der Welt. Für das Geld, was da vorhanden ist und was in der Spitze verpulvert wird, ist es nicht dominant genug“, sagte der ehemalige BVB-Profi und ergänzte: „Viele Spiele enttäuschen mich ein bisschen.“
Die Vormachtstellung liegt vor allem darin begründet, dass die englischen Klubs durch deutlich höhere TV-Erlöse über viel mehr Geld als die meisten anderen europäischen Klubs verfügen. Sportlich hätte Hummels allerdings mehr erwartet. „Sie dominieren nicht. Die Champions League wird nicht englisch dominiert. Auch da müsste es, für das Geld, was hier vorhanden ist, dominanter sein.“
Was Hummels meint: Mit dem FC Arsenal steht zwar ein englischer Klub aktuell auf Platz eins der Ligaphase der Königsklasse, die Endphase des Wettbewerbs dominierten aber meist andere Teams: Nur drei der vergangenen zehn Titelträger kamen aus dem selbst ernannten „Mutterland des Fußballs“.
Auch Kramer fand deutliche Worte. „Für das, was hier im englischen Fußball für Geld reinfließt, ist es nicht gut genug. Wenn Geld auf Ahnung trifft, dann passiert so etwas wie bei Arsenal oder Liverpool. Aber in der Breite ist die englische Liga nicht gut genug.“
Der Weltmeister von 2014 betonte: „Wir müssen immer die Preis-Leistung bewerten. Wenn man mich für zwei Millionen holt, sagt man: ‚Was für ein geiler Spieler.‘ Wenn man mich für 25 Millionen holt, sagt man: ‚Was für eine Wurst.‘ Wenn ich die Preis-Leistung bewerte, dann ist es schon einmalig schlecht auf der Welt, was hier bei Tottenham und Manchester United passiert.“
Die Spurs haben in diesem Sommer rund 250 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben, dümpeln in der Premier League aber nur auf Platz 14 herum. United (ebenfalls 250 Millionen Euro Transferausgaben in dieser Saison) liegt mit Platz fünf zwar deutlich besser im Rennen, mit dem Ausgang um die Meisterschaft hat der einstige englische Vorzeigeklub schon seit Jahren nichts mehr zu tun – trotz Transferausgaben von über einer Milliarde Euro in den vergangenen fünf Jahren.