Den Haag Geheimwaffe ASML: Diese europäische Firma könnte Donald Trump in die Knie zwingen
Das niederländische Hightech-Unternehmen ASML stellt Systeme für die Halbleiterindustrie her, wozu China und die USA nicht in der Lage sind. Doch Europa nutzt dies bislang nicht als Druckmittel. Ist nun die Zeit, Donald Trump mit Technik die Stirn zu bieten?
Sollte es zu einem harten Handelskrieg zwischen den USA und Europa kommen, dann müssten auch „technologische Waffen“ eingesetzt werden. Das meint zumindest der unabhängige niederländische Thinktank Denk-Werk. Das Forschungsinstitut, dem unter anderem Ökonomen und Manager angehören, publiziert regelmäßig Analysen zur aktuellen geopolitischen Lage.
Der niederländische Hightech-Gigant ASML wäre eine solche technologische Waffe. ASML ist der weltweit führende Hersteller von fotolithografischen Systemen für die Halbleiterindustrie. Ohne die ASML-Chip-Maschinen können die derzeit kleinsten und effektivsten Halbleiter nicht hergestellt werden. Weder die USA noch China besitzen diese einzigartige ASML-Technologie.
Und nicht nur das: ASML ist derzeit das wertvollste Unternehmen Europas. Der Börsenwert beträgt 432 Milliarden Euro.
Die Niederlande und die anderen europäischen Länder müssten laut den Forschern von Denk-Werk bereit sein, harte Sanktionen gegen Amerika und China einzusetzen. „Diese beiden Großmächte, die nun offen um die Hegemonie in der Welt kämpfen, nehmen keinerlei Rücksicht mehr auf europäische Interessen“, schreiben die Forscher des Thinktanks Denk-Werk. „Sie sehen Europa nicht als Akteur, sondern als Spielfeld“, auf dem herumgetrampelt werde. Von China, aber nun auch immer heftiger von den USA unter Präsident Donald Trump.
„Das ist besorgniserregend, denn die Lage Europas ist ausgesprochen düster. Bei vielen Produktions- und Lieferketten sind wir vollständig von China oder von den USA abhängig.“
Europa müsse dafür sorgen, nicht mehr erpressbar zu sein. Zwei Trümpfe seien der hiesige Binnenmarkt und der niederländische Chipmaschinenhersteller ASML. Die Experten von Denk-Werk sind der Ansicht, dass die Niederlande und die EU auch die hochentwickelten Chipmaschinen von ASML als Druckmittel einsetzen können. Sie schreiben: „Dann muss man im äußersten Fall bereit sein, Exportbeschränkungen zu verhängen, auch gegenüber den USA.“
Derzeit gibt es auf Druck der Amerikaner bereits Beschränkungen beim Verkauf der hochkarätigen neuesten Chip-Maschinen nach China. ASML darf diese nicht mehr ins Reich der Mitte exportieren.
Denk-Werk schreibt: „Unsere Stärke liegt in der Kontinuität der Halbleiterproduktion: Chipfabriken, die mit ASML-Maschinen ausgerüstet sind, benötigen eine permanente Wartung mit Service, Ersatzteilen, Kalibrierungen und Software. Wenn Europa diese Dienstleistung einstellt, sinkt die Chip-Produktion innerhalb weniger Wochen.“ Nicht nur in China, sondern auch in den USA.