Osnabrück Kritik an „Totalausfall“ beim Bus wegen Eis und Schnee – Stadtwerke Osnabrück erklären sich
Wegen des Wintereinbruchs fuhr Mitte Januar in Osnabrück einen Tag lang kein einziger Bus – aus Sicherheitsgründen, sagt der Verkehrsbetrieb. Die Fahrgast-Initiative Pro Stadtbus hält diese Vorsicht für übertrieben.
Die Fahrgast-Initiative Pro Stadtbus Osnabrück beklagt den vollständigen Stillstand des örtlichen Linienverkehrs nach dem Wintereinbruch am Samstag, 10. Januar. Während im Landkreis trotz Schnee und Glätte noch Busse fuhren und dies teilweise bis in die Stadt hinein, sei hier kein einziger Bus aus der stadteigenen Flotte unterwegs gewesen.
Dabei wäre ein eingeschränkter Betrieb in Osnabrück doch ab dem Mittag wieder möglich gewesen, behauptet die Initiative in einer Mitteilung – und stellt fest: „Totalausfall verunsichert Busnutzer!“
Die unterzeichnenden Mitglieder Günter Hentschel, Markus Beermann, Martin Sturm und Urban Teepe betonen, dass der ÖPNV zur Daseinsvorsorge gehöre. Ihn vorübergehend einzustellen, sei bei gefährlicher Witterung verständlich. Aber zu lange nichts anzubieten, sei unzumutbar, „vor allem für Menschen, die dringend auf den Bus angewiesen sind“.
Die Fahrgast-Initiative habe an jenem Tag eine „flexible und schnelle Reaktion“ des Verkehrsbetriebs vermisst. Sie fordert deshalb sorgfältig ausgearbeitete Notfahrpläne, die auch bei Extremwetterlagen eine Grundversorgung sicherstellen.
Die Stadtwerke Osnabrück als Mutter der SWO Mobil weisen die Vorwürfe von Pro Stadtbus entschieden zurück. Sie würden „der tatsächlichen Lage, der hohen Komplexität der Situation und vor allem dem außergewöhnlichen Einsatz unserer Mitarbeitenden nicht gerecht“, sagt Sprecher Marco Hörmeyer.
Die Entscheidung zur Betriebseinstellung sei ausschließlich aus Sicherheitsgründen getroffen worden – zum Schutz von Fahrgästen, Fahrpersonal und allen Verkehrsteilnehmenden. „Diese Verantwortung kann und wird die SWO Mobil nicht relativieren.“
Ein direkter Vergleich mit Regionalbus-Linien greife zu kurz: Busse aus dem Landkreis würden meist über Hauptstraßen nach Osnabrück gelangen, Stadtbusse hingegen müssten sich auch durch ein dichtes Netz aus Nebenstraßen und Wohngebieten zwängen. Dort seien Fahrbahn, Haltestellen und Endwenden aber kaum zu räumen und zu streuen gewesen.
Die Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem für Winterdienst zuständigen Osnabrücker Servicebetrieb (OSB) habe sehr gut funktioniert, betont Hörmeyer. Eigene Streckendienste seien ununterbrochen im Einsatz gewesen – immer mit dem Ziel, den Busverkehr so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.
Über ihren WhatsApp-Kanal habe die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) „laufend und transparent“ über die Entwicklung informiert. Mit messbarem Erfolg: Die Zahl der Abonnenten verdoppelte sich an dem Winterwochenende auf über 10.000. „Der offene Umgang mit der Situation, die Erklärung der Hintergründe und die realistische Einschätzung der Lage wurde vielfach ausdrücklich gelobt“, so der Sprecher.
Die Stadtwerke kündigen an, die Ereignisse sorgfältig auszuwerten und zu prüfen, welche Lehren gezogen werden können. Ziel bleibe ein möglichst stabiles, sicheres und verlässliches Angebot. Hörmeyer: „Sicherheit und Verantwortung werden dabei immer Vorrang vor symbolischer Betriebsbereitschaft haben.“