Osnabrück AfD-Parteitag in Osnabrück – zum ersten Mal ohne Proteste und Polizei
Kein Protest, keine Gegendemo, keine Polizei: Die AfD Osnabrück hat sich am Wochenende in aller Stille für die Kommunalwahl 2026 aufgestellt. Dem alten und neuen AfD-Vorsitzenden Florian Meyer dürfte die ungewohnte Ruhe gar nicht gefallen haben.
Die AfD wittert auch in Osnabrück ihre Chance. Bei der Kommunalwahl im September 2026 will sie mehr als jenes eine Mandat erreichen, mit dem die Rechtsaußen zurzeit im Stadtrat vertreten sind. Beim Kreisparteitag am Samstag verabschiedeten 27 stimmberechtigte Mitglieder ein Kommunalwahlprogramm, bestätigten den Kreisvorsitzenden Florian Meyer im Amt und machten sich über jene lustig, die in Osnabrück „Den Rechten die Räume nehmen“ wollen.
Florian Meyer widmete sich in seinem Rechenschaftsbericht ausführlich den Infoständen und Stammtischen der AfD, die im vergangenen Jahr lauten Gegenprotest in Osnabrück provoziert hatten. Diese „infame Kampagne“ der „angeblichen Demokraten“ verschaffe der AfD zusätzliche Aufmerksamkeit. „Wir lassen uns nicht jagen, wir jagen“, sagte Meyer in Anspielung auf ein Wort des AfD-Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland.
Mit Genugtuung berichtete Meyer von einem Infostand im August 2025 vor dem Theater, der 1300 Gegendemonstranten auf die Straße gebracht habe. Medien hätten ausführlich berichtet. „Das war gute und kostenlose Werbung“, so Meyer.
Auch die Proteste vor der Gaststätte Parkhaus Rink in der Wüste, wo der Kreisverband im Sommer 2025 einen Stammtisch abhalten wollte, verbuchte der AfD-Vorsitzende als Pluspunkt für die Rechtspartei. Die niedersächsische AfD-Jugend habe auf der Straße ihren Spaß gehabt, „und im Biergarten saß die AfD und genoss die Show“, sagte Meyer.
Dass die öffentliche Aufmerksamkeit der AfD hilft, untermauerte Meyer mit Zahlen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der AfD-Mitglieder im noch jungen Stadtverband Osnabrück von 62 auf 98. Erst vor zwei Jahren hatte sich die Stadt-AfD vom Kreisverband Osnabrücker Land abgekoppelt und selbstständig gemacht.
Florian Meyer wurde als Vorsitzender einstimmig wiedergewählt. Auch Vizechef Thomas Spohn, Kassenwart Helmut Prugger und Beisitzer Jens Baumann wurden wiedergewählt. Neu im Vorstand sind Kerstin Otte (Schriftführerin), Markus Kemper und Guilano Steinmeyer (Beisitzer). Der 22-jährige Steinmeyer gehört zu den Mitgründern der neuen AfD-Jugendorganisation „Generation Deutschland“.
Rückblicke, Kassenbericht, Delegiertenwahl, Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl am Sonntag, 13. September 2026: Die AfD-Mitglieder wickelten die Formalitäten geduldig ab. Mit kommunalpolitischen Inhalten befasste sich der Parteitag nicht. Florian Meyer pries die neuen Werbeartikel der rechtsextremen Partei an – wie Aufkleber, Zollstock, Taschen, parteiblaue Wasserbälle, Spielzeugflugzeuge für Kinder. Meyer: „Jetzt fehlt nur noch der Inhalt, das kriegen wir auch noch hin.“